Hmnbracht.
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Huinbrachtj die Freiherren und Herren von.
Sie stammen ans einem alten ritterlichen Geschlechte, das zuerstin Gau-Odernheim ( Conrad II., gewöhnlich Schiltweck genannt, 1445zum Aht der Benedictinerabtei St. Martin bei Sponheim gewählt [gest.1451 den 9. März], war aus Gau-Odernheiin (1); Simon II. von Gan-Odernheim ist 13ter Burgmann zu Alzei (2)) und kommt in Speier vor.In Folge der Unruhen, die im Anfange des 14. Jahrhunderts auch zuSpeier, wie last in allen Städten Deutschlands, die Zünfte gegen dieedlen Familien erhoben, verliessen diese zum grössten Theil auf im-mer Speier (3), und Marlin H. zog nach Frankfurt a. M., wo er 13t>2bis 1390 in Urkunden vorkommt, gewöhnlich, nach seiner Besitzung,zum Schönstein genannt wird, und der Stammvater aller nachgenann-ten II. ist.
Der Name II. stammt von dem alten Eigennamen (4) Humbert,dessen letzte Silbe bert auch häulig, wie bei andern so endenden Na-men (z. B. Albert, Albrecht u. a. in.) in brecht und dann in brachtumgewandelt wurde. In früheren Zeiten wurde er oft Ilombracht, Iloim-bracht, Humbrecht, llombrecht und Hoembrecht geschrieben, und dieVerwechslung dieser Familie mit der zum Humbrecht (ein altes ade-liges Patricier-Geschlecht aus Mainz, das in Folge der Zunftunruhenim Anlange des 14. Jahrhunderts nebst vielen andern edlen Geschlech-tern von dort nach Frankfurt übersiedelte, 1480 aber ausgestorbenist (<i)) ist fast ein stehender historischer und genealogischer Irrthum.Die Familie H. gehört zu denen, die gewöhnlich das „von" ihrem Na-men nicht vorsetzen, erst gegen Anläng des 18. Jahrhunderts wurdees gebräuchlich. Von dem Wappen sagt Joh. Friedr. Faust v. Aschaf-fenburg :
Sanguineo in campo Humbrachtum praetenditur armus
Desuper ex angulo hirsutus niveusque leonis
Aureolam clavem crudeliler ungue tenentis.
Martins Sohn, Jockel Humbracht zum Schöenstein (gest. 1420),trieb, wie noch mehrere seiner Nachkommen (7), vornehmen Kaufhan-del, und erbaute 1417 mit Johann von Ackstadt die St. Peterskirchein Frankfurt a. M. Sein Sohn, der ebenfalls Jockel (Jakob) hiess,war der Erste der Familie, der durch seine Frau Timmel von Appen-heim Mitglied der adeligen Gesellschaft Alt-Limburg (8) wurde.Klaus (Nikolaus) II., dieses Jakobs Sohn (gest. 1504), hatte dreiTöchter, von denen Anna Klosterjungfrau, Margaretha an Konrad v.Scheid, und Katharina an Bernhard Weiss von Limburg verheirathetwar; von seinen drei Söhnen lebte Jakob in Antwerpen, wo er 1503sich mit Johanna von Appeltooren (9) vermählte, und mit Hinterlas-sung zweier Töchter 1517 starb. Johann war Canonicus und Decanzu Unsrer Lieben Frauen in Frankfurt a. M., und Klaus mit AnnaMerckel v. Grünau vermählt. Dieses Klaus ältester Sohn , Konrad H.(geb. 1511), zum geistlichen Stande bestimmt, zeigte sich bald alseinausgezeichneter Gelehrter. Nachdem er die niederen Weihen erhalten,1528 Altarist zu den weissen Frauen, und 1530 Canonicus bei Unse-rer lieben Frauen, geworden war, studirte er in Freiburg und BaselHechtswissenschaft, und ward 1539 zu Bologna Doctor beider Rechte.Konrad hatte indessen auf seinen Reisen, wie es scheint, zu dem geist-lichen Stande alle Neigung verloren, und die inzwischen überall ver-breitete Reformation , die damals auch in Frankfurt von dem gesumm-ten Rathe angenommen ward, machte, dass auch er den Glauben sei-ner Väter verliess und zu Luthers Lehre überging. Er legte demnachsein Canonicat nieder, welches desto minderen Schwierigkeiten unter-lag, da er nur die niederen Weihen erhalten hatte. Nachdem er 1517