Druckschrift 
2 (1842) E - H
Entstehung
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Humboldt.

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Erbherr auf Ringenwälde und Jegel, sein Geschlecht fort. Er war 1720geboren und wurde 1765 königl. preuss. Kamnierherr. Mit seiner Ge-mahlin, einer gebornen v. Colomb, früher vermählte v. Holleben,zeugte er zwei Söhne, nämlich Friedrich Wilhelm Christian Kurl Fer-dinand v. II. und Friedrich Wilhelm Heinrich Alexander v. H., aus de-ren Lebensgeschichte wir einige Ilanptbegebenheiteii erwähnen.

Wilhelm v. H., eben so durch seine hohe Stellung, wie durchseine unausgesetzten wissenschaftlichen Forschungen bekannt, beklei-dete den Posten eines Gesandten und ausserordentlichen Ministers anverschiedenen llöfen, namentlich auch in Wien und Paris. Er wohntedem Congresse zu Chatillon und später dem zu Wien bei, half denFrieden zu Paris schliessen, und ist in den wichtigsten Angelegenhei-ten vielfach verwendet worden. Die letzten Jahre seines Lebens brachteer von den Staatsgeschäften zurückgezogen und bis an seinen Tod,der am 8. April 18.15 erfolgte, ununterbrochen mit den Wissenschaftenbeschäftigt, theils in Berlin, theils auf dem nahe bei der Hauptstadtgelegenen Schlosse Tegel zu. Als Belohnung seiner dem Staate ge-leisteten langjährigen Dienste hatte ihm Se. Majestät eine aus den beiNeisse in Schlesien gelegenen Ottmachauer Gütern bestehende Dota-tion verliehen. Er war seit dein Jahre 1830 Ritter des schwarzenAdlerordens, und seit dem Jahre 1814 der erste und einzige Ritterdes eisernen Kreuzes Ister Classe am weiss und schwarz gestreif-ten Bande. Seinem Sohne, Eduard Emil Theodor, wurde am 31. Oc-tober 1809 die Erlaubniss ertheilt, den Namen und das Wappen derFamilie v. üaeheröden, von dem eine Linie erloschen ist, dem seini-gen beifügen zu dürfen. Der jüngere der beiden Sohne des verstor-benen Ministers besitzt gegenwärtig die Herrschaft Ottmachau, die ein-zige Tochter desselben aber, welche an den Generalmajor v. Hede-mann vermählt ist, das Schloss Tegel.

Friedrich Alexander v. II., ein jüngerer Bruder des Vorigen, derin der alten und neuen Welt gleich berühmte Gelehrte und Reisende,widmete sich zuerst dem Bergwesen und war im Jahre 1792 Assessordes Berg- und Hütten-Departements; bald darauf wurde er Ober-Bergmeister der fränkischen Fürstentümer Anspach und Bayreuth. Indiesem Wirkungskreise stiftete er die Bergschule zu Stehen ; er legte aberseinen Posten nieder, um jene Reisen anzutreten, deren Resultate ihmauf eine so glänzende Weise in der Reihe der ersten Gelehrten Euro-pas einen Platz angewiesen haben. Nach einer längern Reise durchDeutschland, die Schweiz und Italien, veriiess er im letzten Jahre desvorigen Jahrhunderts unsern Welttheil, nachdem ihn der Hof zu Ma-drid mit einer ausgedehnten Erlaubniss versehen hatte, die spanischenColonien in Amerika zu bereisen. Sein Gefährte war der berühmteBotaniker und Zoologe Bonpland. Sie besuchten gemeinschaftlich diecanarischen Inseln, sodann die Küste von Paria, die Missionen der Di-dier, Neu-Andalusien, Venezuela und Guyana. Sie bestimmten dieLänge vieler merkwürdigen Punkte, beobachteten die Trabanten desJupiter und bestiegen die Gipfel des Zerippa und den Bejareon, danndurchstreiften sie von Caraccas aus die mit der Pracht|der tropischenVegetation geschmückten Thäler von Aragua. Sie durchwandertenselbst die weiten Ebenen von Calaboza a Pura und Nieder-Orenoco,ja die Wüsten Llanos. Eine mühselige SchiFfahrt von 500 Seemeilenin Canots wurde aus Liebe für die Wissenschaften, namentlich zumBehuf astronomischer Bestimmungen, nicht gescheut. Die Reisendenverweilten am Orenoco, doch machten es leider die wilden Bewohnerdieser Landschaft unmöglich, bis an die Quellen dieses Flusses vor-zudringen. Zweimal passirten sie die Katarakten, von denen weitersüdlich kein Fremder ausser ihnen vorgedrungen war. Nach einigein