Honwald.
443
ausser Diensten v. der Ilorst erwarb sich das eiserne Kreuz I. Ciassebei Soissons und Laon.
Houwald, die Freiherren von.
Diese aus Schweden stammende, in die Niederlausitz gekommeneund noch gegenwärtig daselbst begüterte und blühende Familie wirdin alten Urkunden auch Hubald genannt. Die jetzt lebenden Freiherrnvon Houwald sind die Nachkommen des im Jahre lfjlO zu Grimma nSachsen verstorbenen Christoph v. Houwald und der Ursula Löbenstein,genannt Völckel. Aus dieser Ehe ist Christoph der jüngere von Hou-wald entsprossen. Er war im December des Jahres 1602 geboren, früh-zeitig in Kriegsdienste getreten und wurde nach mancherlei Schicksalen,Gefahren und Widerwärtigkeiten in verschiedenen Heeren, Oberstlieu-tenant unter dem schwedischen blauen Hegiment. Seine in dem Tref-fen bei Frankfurt an der Oder und im Sturme auf diese Stadt bewie-sene Tapferkeit und geleisteten ausserordentlichen Dienste verschalltenihm die besondere Werthschätzung Gustav Adolphs; dieser Monarchbelohnte seine Diensttreue und ununterbrochene TJlätigkeit mit der Er-nennung zum General und der Erneuerung seines alten Adels mit Bei-legung eine3 neuen schönen Wappens. Nachdem der ritterliche Kö-nig bei Lützen gefallen und der Prager Friede geschlossen war, verliessGeneral v. Houwald den schwedischen Kriegsdienst. Die Stadt Danzigberief ihn, auf den besonderen Wunsch des Königs Waldislaw von Polen, zuihrem Obercommandanten. Vergeblich bemühten sich die ICönige vonFrankreich und Dänemark den kriegserfahrenen, bewährten General in ihreDienste zu ziehen; wohl aber nahm er im Jahre 1643 die Stelle einesGenerals und Gelieimenkriegsraths an, die ihm Friedrich Wilhelm derGrosse, Kurfürst von Brandenburg, antrug. Er erkaufte in Preussendie Güter Maldeiten, Triecken und Posorten und erhielt dazu 1(355von den preussischen Ständen Jus - Indigeriatus. Als König JohannCasimir von Polen den Kurfürsten um Hülfstruppen gegen die in derUkraine aufgestandenen Kosacken ersuchte, erhielt der General v. Hou-wald nicht allein das Coinmando über dieselben, sondern auch denOberbefehl über das ganze polnische Heer, das er in drei Feldzügenmit hohem Ruhme gegen die Rebellen führte. Für den herrlichen Siegbei Beresteizko (1657) gab ihm auch Polen das Indigenat, und der Königverlieh ihm zum bleibenden Andenken den gekrönten weissen Adlerals Hinzufügung zu seinem Familienwappen. Er hatte die gegenwär-tige Standesherrschaft Straupitz in dem Spreewalde erworben. Dahinzog er sich im Jahre 1651) zurück und starb am 11). Nov. 1663 da-selbst. Von seiner ersten Gemahlin Florentine v. d. Reecke hinterliesser mehrere Söhne, die sein Geschlecht fortgepflanzt haben. — Vonden Häuptern der Familie in der Gegenwart starb am 2. Juni 1832 derLandrichter und Standesherr Freiherr v. Houwald auf Straupitz, mitZurücklassung mehrerer Söhne. — Sein Bruder Ernst Freiherr vonHouwald ist Landsyndikus, der niedern Lausitz ständischer Landes-Deputirter, Ritter u. s. w. Er lebt zu Liibben, geschätzt als Ge-schäftsmann, wie als glücklicher Dichter und gemüthlicher Schriftstel-ler, im Kreise einer zahlreichen Familie. Die Freiherrn v. Houwaldführen ein gespaltenes und quadrirtes Schild im ersten silbernen undzweiten blauen Felde, auf dem Faden in der Mitte beider Felder stehtein weisser polnischer Adler, im dritten rothen Felde zeigt sich einnach der linken Seite aufspringender Löwe und das vierte Feld ist durchein roth und silbernes Schach ausgefüllt. Aus dem Helme wächstein gerüsteter, ein Schwert führender Arm.