Druckschrift 
2 (1842) E - H
Entstehung
Seite
341
Einzelbild herunterladen
 

Hatzfeld.

341

Reichsgrafenstand, jedoch ohne Sitz lind Stimme auf den Reichstagenzu erhalten, erhoben. Kndiich ertheilte ihm der Kaiser das Vorrecht,goldene und silberne Münzen schlagen zu lassen. Dieser Mehrer derGüter und des Ansehens seines Hauses war unvermählt gebliehen.Nach seinem Tode eilte sein Bruder, Hermann, Grat v. II. und Glei-chen, die ganze reiche Verlassenschaft in Besitz zu nehmen. Darüberentstand ein langer Prozess mit seiner Schwester, Lucia, vermählt aneinen Freiherrn v. Nesselrode, der endlich von dem Reichs-Kammer-gerichte dahin entschieden wurde, dass die Herrschaft Trachenberghalb an die Sohne des unterdessen im Octbr. 11)77 als kaiserl. Oberstund Reichs-Holrath verstorbenen, erwähnten Grafen Hermann, halbaber an die Kinder der gedachten Freifrau v. Nesselrode fielen. Her-mann hatte drei Söhne, Franz, Heinrich und Sebastian, und mehrereTöchter hinterlassen. Franz hatte den geistlichen Stand erwählt; erwar Domherr zu Mainz, Trier und Würzburg; Heinrich erhielt denAntheil an der Herrschaft Trachenberg, und der jüngste der Brüder,Sebastian, die Rosenbergschen Güter in Franken. Diese Rosenberg-sclie Linie erlosch, wie wir schon oben erwähnt haben, mit Seba-stian's jüngerem Sohne, Franz Lothar, am 14. Mai 1712. Auch dieTrachenbergsche Linie blühte nur kurze Zeit. Heinrich selbst starb1083 zu Raczyn in Bolen. Kr hinterliess zehn Kinder von seiner Ge-mahlin, einer Freiin v. Schönborn. Sie wurde <1 ie Vormünderin ihrerKinder und erkaufte 1099 den Nesselrodeschen Antheil der HerrschaftTrachenberg für dieselben. Der älteste der Söhne, Graf Franz, geb.1670, war kaiserl. königl. Geheimer Rath. Er ererbte im Jahre 1722von der erloschenen Rosenbergschen Linie die Güter Stetten und Hal-denberg, und erkaufte dazu die grosse schöne Herrschaft Dlaschkowitzbei Leutmeritz in Böhmen. Nachdem er auf diese Weise den Glanzund Besitz seines Hauses vermehrt hatte, starb er am 21. Febr. 1738zu Breslau. Sein jüngster Sohn, Karl Friedrich Anton, starb als kai-serl. wirklicher Geheimer Rath, Staatsminister und Ritter des golde-nen Vliesses, am 23. Mai 1794; sein ältester Sohn aber, Franz Plti-lipp Adrian, geb. am 2. März 1717, wurde am 3t. Octbr. 1741 vomKönig Friedrich II. in den Fürstenstand, und seine Herrschaft Tra-chenberg zu einem Fiirstenlhume erhoben. Er ist der Erbauer desberühmten grossen Hatzfeldschen Palastes in Breslau (gegenwärtig Re-gierungsgebäude und königl. Eigenthum), und starb am 6. November1779. Von seiner Gemahlin, Maria Theresia, Grälin v. Schönborn-Wiesentheid, hinterliess er nur einen Sohn, Friedrich Karl Franz,geb. den 7. August 1773. Er stand unter der vormundschaftlichen Ad-ministration des Weihbischofs v. Rothkirch zu Breslau. Während die-ser Zeit wurde mit einem Aufwände von 40,000 Thlrn., die Bartsch,zum grossen Vortheile des Fürstenthums, geräumt. Der junge Fürstaber starb, noch ehe er seine Volljährigkeit erreichte, im Jahre 1793.Das Fürstenthum fiel nun an seinen Oheim, den oben erwähnten kai-serl. Staatsminister Karl Friedrich Anton, aber auch dieser starb am23. Mai 1794 unvermählt. Mit ihm erlosch die jüngere S|iecialliniedes älteren Astes, oder die Wildenberg-Hessisch - Crottorlische, spä-ter auch die Trachenberg-Rosenbergische genannt. Das Allodialver-mögen, wie die Herrschaften in Böhmen, lielen vermöge Testamentsan die Grafen v. Schönborn, und namentlich an Daniel Hu</o ErwinFranz, Grafen v. Schönborn -Wiesentheid, die Herrschaften Blanken-hain und Nieder-Kranichfeld an Kurmainz, die Herrschaft Rosenbergaber an Brandenburg-Anspach und Bayreuth zurück. Die übrigenStammlehne und Stammgüter, so wie das Fürstenthum Trachenberg,kamen an die zweite Hauptlinie des Hauses Hatzfeld, die wieder indrei Speciallinien, nämlich in die ältere, oder Weissweilersche, in die