Druckschrift 
2 (1842) E - H
Entstehung
Seite
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Hatzfeld.

mittlere oder Mertensclie und die jüngere oder Hatzfeld -Wildenberg-Werther - Schünsteinsche zerfiel. In die Geschichte dieser zweitenIJauptlinie gehören folgende Nachrichten :

Johann I., der Stifter derselben, vermählte sich 1441 mit Ka-tharina v. Drachenfels. Johann 11., sein Sohn, zeugte mit Maria,Grätin von Nesselrode, sieben Sühne; von ihnen wurde Johann III.der Stifter der Weissweilerschen, Franz der der Mertenschen, undHermann der der YVertherschen Linie. Der erwähnte Johann III. er-warb nämlich durch Heirath mit Johanna v Harf im Jahre 1509 diewirklich herrliche Herrlichkeit Weissweiler hei Düren im Jülicher Lande,ehemals dem Hause Palland gehörig. Seine Urenkel, Johann Wilhelm,Wilhelm Heinrich und Johann Adrian , wurden ltjlj in den Reichsgra-fenstand erhoben. H'ithelm Heinrich's Sohn starb am '47. Januar1757 als kaiserl. Feldmarschall-Lieutenant, kurpfälzischer Generalder Cavallerie, Gouverneur von Düsseldorf u. s. w. Seine Gemahlin,Isabella, Grälin v. Winkelhausen, hatte ihm die Besitzungen ihres Hau-ses zugebracht. Sein ältester Sohn, Karl Eugen Innoccnz, war kur-pfälzischer Geheimer Rath und Oberhofmeister, auch Landmarschallvon Jülich. Kr starb im Jahre 1785. Sein Solln, Edmund Gott-fried Wilhelm Cornelius, Graf v. Hatzfeld zu Weissweiler, war Herrzu Calcum, Winkelhausen, Morp, Heiligendonk, Rheinberg, Calden-berg, Ilasseiroth, Dorenberg, Borgarten, Wildenberg, Waldmannshof,Märlo u. s. w. Kr verkaufte Weissweiler an das fiirstl. Haus Bretzen-heim und erwarb dafür Waldmannshofen und andere Güter in Franken.

Die zweite Speciallinie oder das Haus Merten erlosch schon imJahre ICSI mit Daniel v. H. und seinem Bruder Ludwig v. H., der inein Franziskanerkloster gegangen war.

Die dritte oder jüngste Speciallinie hatte, wie wir oben schon er-wähnt haben, Hermann v. 11., Johann's II. dritter Sohn, gegründet.Er hatte sich mit Anna Droste v. Weckhausen vermählt, und mit die-ser seiner Gemahlin das Rittergut Werther im Ravensherger AmteSparenberg, gegenwärtig zum Regierungsbezirke Minden gehörig, er-worben, und starb im Jahre 1540. Sein ältester Sohn, Johann,war Gaugraf von Bielefeld, der zweite, Caspar, war deutscher Or-denscomthnr, der dritte, Sebastian, Domherr zu Osnabrück, der vierte,Wilhelm, Domherr zu Paderborn, der fünfte, Heinrich, Chorherr zuMainz, der sechste, Hermann, ging in die Dienste des Kurfürsten vonCüln und wurde dessen Rath und Drost zu Balve. Im Jahre 1585belehnte ihn der Kurfürst von Cöln, wie es in der Urkunde heissf, exnova gratia, mit der Herrschaft Schönstein. Kr hinterliess von Eli-sabeth von Rollingen zwei Söhne; Theodor wurde 1599 Propst vonScheda und starb am 12. März 1002 an den Folgen der Misshandlun-gen, die er durch holländische Freibeuter erlitten hatte. Der jüngere,Daniel, war unvermählt gestorben. Dadurch iiel die Herrschaft Schön-stein an Adrians, des oben erwähnten Gaugrafen von Bielefeld undHerrn auf Wildenstein und Werther, Sohn, Johannes. Dessen En-kel, Gottfried, Herr zu Werther, Schönstein, Wildenberg, vermähltesich im Jahre 1071 mit Maria Barbara v. Fürstenberg, und durch Ver-gleich lielen auch die Güter der erloschenen zweiten Speciallinie, Mer-ten u.s.w, an ihn. Karl Ferdinand, sein Enkel, geb. am 17.Octbr, 1712, war kurfiirstl. cölniseher Geheimer Rath, Oberhofmar-schall u. s. w. Er starb im Jahre 1700 und hatte mit Maria Anna v.Venningen zehn Kinder erzeugt. Von diesen wurde Franz Ludwig,geboren am 28. Novbr. 175(5, Herr zu Schönstein-Wildenberg-Mer-ten-Allner u.s.w. Er erlangte durch Rechtsstreit mit dem HauseSchönborn das von demselben als Gesammtlehn in Anspruch genommeneFürstenthum Trachenberg in Schlesien, und wurde zugleich am 10. Au-