Hagen.
thüringischen sein, so wie die mecklenburgischen als ein Zweig derpommerschen betrachtet werden. Eben so sollen die in der Mittelmarkund in Schlesien einem gemeinschaftlichen Aste angehören. Die v. H.in Thüringen sind später in drei Aeste oder Linien zerfallen. Tiih-rwuj v. II. kommt schon 969 als der Gründer eines Stammes der Ii.am Rhein und Niedersachsen vor. Die rheinischen, brabantischen undlothringischen gehören ebenfalls wieder zusammen; als ihr Stamm-schloss und Stammhaus nennt man das Schloss Motten oder zur Mot-ten in den Rheinlanden. Von diesen Ii. im Westerreiche wurde Jo-hann Ludwig Propst zu Karden, 1501 Dompropst zu Trier, und ain3. August 1540 ward er zum Kurfürsten von Trier erwählt; er starbam 25. Mai 1547 auf dem Ehren breitensteine. Dieser Hauptast erloschum das Jahr 1740 mit dem berühmten Johann Hugo v. H., Reichshof-raths-Präsident, kaiserl. wirklichem Geheimen Rath, Reichs - Confe-renzminister und Ritter des goldenen Vliesses. Er hatte sich auch alsSchriftsteller, namentlich durch das Werk: „Decisionum Imperator.Syntagma. Wien 1739" bekannt gemacht. Zn den durch seinen Toderöffneten Lehnen meldete sich unvermuthet ein Chevalier de la Iiägeaus Lothringen, und folgte auch wirklich im Lehne. Er besass aberdie Herrschaft Motten nur wenige Jahre und starb dann kinderlos. —Von den Ii. in Sachsen liess Ernst Friedrich v. d. Ii. auf Borthen beiPirna seine freiherrliche Würde vom Kaiser Franz I. im Jahre 1761rert'oviren. — Sein Sohn, Ernst, Freiherr v. d. II. auf Potschappelim plauenschen Grunde, kursächsischer Ober-Appellations-Gerichts-Präsident, wurde am 29. Juli 1792 in den Reichsgrafenstand erhoben.— Alte Güter Derer v. Ii. in Sachsen sind Badrina und Döbernitz beiDelitzsch, Altengottern bei Langensalza, Düna bei Worbis im Eichs-felde; in Schlesien Prieborn, wo der berühmte Marmor bricht; in derMark aber Hohenauen, die frühere alte Burg Iiagenowe, auf der schon1264 Konnehin und Eberhard Gebrüder v. Ii. sassen. Dieses alte be-rühmte Stammhaus Hohenauen mit den dazu gehörigen Gütern, imLändchen Rhinow des westhavelländischenKreises, ist noch heute ein Be-sitz der alten freiherrlichen Familie v. d. Hagen. — Auch Die v. d. ff.folgten der Gewohnheit des 13. und 14. Jahrhunderts, dem deutschenNamen einen lateinischen Zusatz zu machen. So nannten sich vielev. d. II. ab oder de Indagine; so kommt schon 1219 1 Ferner de In-dagine in einer Urkunde des Herzogs von Braunschweig vor. — Tliie-lemann ab Indagine starb im Jahre 1438 als Domdechant zu Trier,auch der berühmte Abt zu Bursfeld v. d. II. schrieb sich de Inda-gine. — Im Jahre 1522 war Johann de Indagine Gesandter des Kur-fürsten von Mainz am päpstlichen Stuhle. Er schrieb ein Buch de Chi-romantia, Pliysiognomia und Astrologia.
Die v. d. II. in Thüringen haben sich in drei Linien abgetheilt,in die Gottersche, die Eislebensche und in die auf dem Eichsfelde.Hierher aber gehören in Beziehung auf ihre Verhältnisse und ihrenBesitz in der Gegenwart vorzüglich 1) die Linie auf dein Eichsfelde,und 2) das Haus Hohenauen. — Von der erstem mögen hier folgendeNachrichten ihren Platz linden:
Ernst v. II. besass die Ilayneburg bei Mühlhausen. Er hatte zweiSöhne, Dietrich und Heinrich. Sie wurden die Stifter zweier Ilaupt-linien, der zu Düna und der zu Riittgershagen. Die erstere erloschim 18. Jahrhunderte, die andere blüht noch heute in vielen Zweigenweit verbreitet, namentlich im Eichsfelde, im Ilohensteinschen, in denMarken, Thüringen u. s. w. Düna, ein Schloss und Gut auf dem Eichs-felde, ist 700 Jahre lang im Besitz Derer v. H. Von den berühmtenVorfahren des Geschlechtes sind namentlich anzuführen: