Druckschrift 
2 (1842) E - H
Entstehung
Seite
312
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Hackeborn.

langer als vierzig Jahre hindurch ehrenvoll im Meere Friedrichs II. diente,und durch viele tapfere Thaten in der Geschichte des siebenjährigenKrieges eingezeichnet steht. Bei Striegau, Sorr, Prag, focht er mitwahrem Ileldenmuthe, derselbe trat aber ain sichtbarsten am 30. Sept.1701 hervor, an dem er eine der merkwürdigsten IValfenthaten aus-führte. Auf dem Rücken der Pferde eines seinem Bataillon beigege-benen Dragoner-Detaschements setzte er mit 200 Grenadieren über diePersante, und nahm mit stürmender Hand ein vom Feinde mit 200Mann und 2 Kanonen besetztes stark befestigtes Schloss. Artillerieund Besatzung tielen in seine Hände. Er starb am 18. März 1770 alsOberst, in Breslau. Seine Gemahlin, eine Stall', hatte ihm keine Kin-der geboren.

Hackeborn, die Grafen, Freiherren und Herren von.

Ursprünglich gehörten die berühmten Dynasten, tlieils Grafen,theils Freiherren v. Hackeborn Sachsen an. Sie hatten ihre Residenzzu Ilolpode und schrieben sich von Gottes Gnaden Grafen und Herrenzu Hackeborn. Im Jahre 979 soll Halle aus dem Dorfe Dobre borabei den vier Salzbrunnen Guttjar, Metritz, Deutschen und Hackebornerbaut worden sein, den letztein aber, den Hackeborn, ein burgarti-ges Gebäude, an einem Salzborn gelegen, sollen die v. Hackebornerbaut haben. (M. s. Olearii Ilalygraphia p. 131.) Nach Andern hatihr gleichnamiges Stammhaus zwischen Groningen und Kroppenstädtgelegen. (M s. Antiquität. Caltenbornens. p. 100.) Zwei Jungfrauenaus diesem alten Geschlechte, erzählt die angefahrte Quelle, die Mech-lihlis und Gertrud v. II., wurden wegen ihrer Frömmigkeit und wegenAbfassung geistlicher Lieder unter die Zahl der Heiligen gesetzt. Durchseine Frömmigkeit glänzt auch Bruno v. H., der um das Jahr 1133lebte, und dessen Nachkommen im J. 1253 das bekannte Cisterzienser-Jungfernstift Gudersleben gründeten. Die Stifter davon waren Albrechtund Ludwig v. H. Im Jahre 905 befand sich auf dem vom KaiserOtto III. zu Quedlinburg abgehaltenen Reichstage ein Ritter Hackeborn,wie Daniel Otto Kegel in seiner durchlauchtigsten Fama von Quedlin-burg meldet. Im J. 1115 machte sich Ludolph v. II. als ein tapfererKrieger bekannt. (M. s. Ziegler, Schauplatz der Zeit, p. Iii.)Ludwig v. H., der um das Jahr 12H0 lebte, wurde der Eidam desHerzogs Boleslaw von Liegnitz. Aus dieser Ehe wurde Beatrix gebo-ren, die später die Gemahlin des Herzogs Bolko I. von Schweidnitzund die Mutter Bernhard's, Herzogs von Schweidnitz, wurde. (M. s.Henning, 4ten Bandes 2te Abth.) im Jahre 1364 ward Elisabeth, diezweite v. IL, zur Aebtissin von Quedlinburg gewählt. Friedrichv. II. nahm um das Jahr 1370 den Grafenstand an. Im 15. Jahr-hunderte besass Hans v. II. die Güter Sorau und Sercha bei Görlitz.(M. s. Grossere lausitzsche Merkwürdigkeiten, P I. p. 113.) Der letzteuns bekannt gewordene v. II. war Wolf Christoph, ein Sohn Itictriclisv. H., Landrath des Herzogthums Magdeburg, und der Anna Rosinav. Binau. Er stand zuerst bei der Infanterie, im Jahre 1692 wurde erOberstlieutenant und Commandeur der aus Cadetten bestehenden kur-märkschen Leibgarde in Berlin. 1709 zum Generalmajor der Cavalle-rie und Commandeur des Leibregiments ernannt, wurde er mit beson-dern Aufträgen an den kaiserl. russischen Ilof gesendet. Er war auchAmtsliauptmann zu Pr. Eylau und Bartenstein, hatte den Feldzügenseiner Zeit mit Ruhm beigewohnt und starb am 27. April 1719.Die v. II. führten im weissen Schilde einen im Sprunge stehenden,unten abgekürzten schwarzen Hund mit einem silbernen, nach Andern