Goltstein.
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der oder halber rechts springender rotlier Gemsbock. (Das Wappender alten schlesischen und lausitzer Familie v. Berge. Die gewöhn-liche linke Stellung des Gemsbockes ist irrthiimlich aus dem Weigel-schen grossen Wappenbuche entlehnt.) Das Mittelschild ist blau undin diesem vier goldene Querbalken, welches das Wappen der rhein-ländischen Linie nach dein Diplom ist. Das Hauptschild deckt einefreiherrliche Krone von fünf Ferien, über welcher drei Helme. Dererste gekrönte, Goldsteinsche, Hehn zeigt zwei gemündete Biiifelhör-ner über Eck rotli und silbern abgetheilt, zwischen solchen eine sil-berne Lilie. Der mittelste, ßergesche, Helm hat einen Pfauenschweif.Der dritte, Böltzigsche, Helm hat eine rothe ungarische oder Tarta-ren-Miitze (zum Andenken, dass Glieder dieser Familie mit in derTartarenschlacht bei Liegnitz waren) mit silbernem Ueberschlage. DieSpitze mit silbernem ICnopf und Quaste beugt sich links nieder. Ausdem Ueberschlage Iiiegen zwei rotli und silbergestreifte Bänder. DieSchildhalter zwei aufrecht stehende Gemsböcke natürlicher Farbe. Un-ter dem Artikel Grafen und Freiherren von Goltstein das Weitere überdie allegirten Schriftsteller.
IIistorisch-litterafische Bemerkung.
Kin Vorfahre dieses Geschlechtes vermachte 1755 den Zucht- nndArbeitshäusern zu Waldheim und Torgau ein Capital von 2000 Thlrn.,wodurch der Familie das Recht wurde, von Zeit zu Zeit eine Stelledaselbst zu besetzen. — Karl war schwedischer Obristlieutenant, hatsich im dreissigjährigen Kriege sehr berühmt gemacht und die Fe-stung Colmar aufs Aeusserste vertheidigt, zu dessen Andenken auf Be-fehl des damaligen Königs von Schweden alle dessen Nachkommenbis jetzt den Vor-Taufnamen Karl führen. Kr wurde 1009 kursäch-sischer Stiftshauptmann zu Quedlinburg und bald darauf Oberster undCommandant zum Königstein.
Karl Gottlob, geb. den 30. Juli 1709, Erbherr auf Passendorf undAngersdorf u. s. w., war 1738 königl. polnischer und kurfdrstl. säch-sischer Land-Kammerrath und 1749 Kammerherr. Er hat sich in sei-ner Dienstzeit durch mehrere diplomatische Sendungen die Achtungseines Souverains erworben, und erhielt um diese Zeit das Grosskreuzdes brandenburgischen rothen Adlerordens. Laut seines den 20. Sept.1702 zu Passendorf errichteten Testaments bestimmte er ein Capitalvon 2200 Thlrn., dessen Zinsen zum Besten eines armen adeligen undeines bürgerlichen Studirenden, einer armen Wittwe adeligen, und einerbürgerlichen Standes, verwendet werden sollen. Die Inspection überdie Stiftung steht einem hochwürdigen Domcapitel zu Merseburg zu,die Collatur hat jedoch der jedesmalige Aelteste der Geschlechtslinie,und zwar jetzt, in Folge Todesfalls und Cession, der zur Zeit in Ber-lin lebende Karl Maximilian Friedrich , Besitzer einer reichhaltigenund seltenen Sammlung Bücher, von circa 1800 Bänden, historischen,genealogischen, heraldischen, numismatischen und bibliographischenInhalts, mit welchen Studien er sich seit einigen zwanzig Jahren be-schäftigt und die Herausgabe 1) eines kritischen Verzeichnisses seinerSammlungen, 2) eines europäischen Adels - Lexicons , und 3) einer all-gemeinen Schriftenkunde aller in Europa über diese Wissenschaftenherausgekommenen Werke beabsichtigt.
Goltstcin, die Grafen nnd Freilierren von.
Das Geschlecht der Grafen und Freiherren von Goltstein katho-lischer Linie, welches man nach der jedesmaligen provinciellen Mund-
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