Götzen.
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nelins Münster, und im Jahre 1620 wurde Johann v. G. zu dieserWürde gewählt. In den Marken besass diese Familie die Güter Bol-lersdorf, Fredersdorf, Vogelsdorf im Kreise Nieder-Barnim. Aus die-ser Familie und namentlich aus diesem Hause Bollersdorf war Joachimv. G., zur Zeit des 30jährigen Krieges kurbrandenburgischer General-Kriegs -Commissarius. — Sein Sohn, Joachim firnsl v. G., starb am27. Märzit682 als kurbrandenburgischer Generallieutenant von derCa-vallerie, Gouverneur der Festung Kiistrin und Erbherr auf Friedrichs-dorf, Bollersdorf u. s. w. Dieser merkwürdige Mann war Edelknabebei der Prinzessin Maria Eleonore, Tochter des Kurfürsten Johann Si-gismund, die sich 1620 mit dem Könige Gustav Adolph von Schwedenvermählte. Er trat in Stockholm in die Dienste dieses Monarchen,folgte ihm auf die Schlachtfelder bei Leipzig' und Lützen, und wurdein der letztern Schlacht in demselben Augenblicke, wo sein heldenmü-tlliger König liel, schwer verwundet. Nach dein Frieden von Münsterkehrte er auf seine Güter in den Marken zurück, und 1656 trat erals Generalmajor in die Dienste des grossen Kurfürsten, an dessenSeite er in der Schlacht bei Fehrbellin wie ein Held focht, nachdemer wenige Tage vorher die Schweden in Bathenow überfallen und dieseStadt genommen hatte. Später half er Stralsund belagern, und einJahr darauf machte er mit seinem Kurfürsten den berühmten Zug überdas frische Half. Er eilte mit der Cavallerie voran und vernichtetedie Schweden durch eine rastlose Verfolgung. Später krönte er seineVerdienste durch den Abschluss des Friedens von St. Germain, beidem er als bevollmächtigter Minister des Kurfürsten von Brandenburgerschien. Er war mit Lucia v. Schlichen vermählt, hat aber keinemännlichen Nachkommen mit ihr erzielt. — Noch in der Gegenwartbesitzt diese Familie in den Marken Güter. Ein Obrist v. G. warCommandern - des Kegiments Ostin zu Stettin. Er hatte sich bei Kai-serslautern im Jahre 1764 den Verdienstorden erworben. — Der Ma-jor a. D. v. G. besitzt Gross-Beuthen bei Trebbin. Er erwarb sichvor Magdeburg das eiserne Kreuz 1. Classe, und erhielt im Jahre 1813den Johanniterorden. M. s. Gauhe, I. S. 512. Bucelin, Germania Sa-cra. Pauli, Leben grosser Helden, 6. Theil 29—48. Biograph. Le-xic. aller Helden und Militairpers., II. S. 26 u. f.
Götzen (Götze), die Grafen und Herren von.
Die v. G. stammen ursprünglich aus Franken. Sie kamen vonda mit den deutschen Kittern nach Brannschweig, Sachsen, Branden-burg und Preussen. In der Provinz Brandenburg besessen sie zuerstZehlendorf und Ziilsdorf, später auch Grunthal, Tempelfelde, Herins-dorf, Tegel, Kosenthai, Gründel, Kraatz, u. s. w. Als Herren dieserverschiedenen Güter wurden sie in früheren Zeiten, und namentlichauch von Gundling, Götze genannt. Aus dem Hause Zehlendorf stammtder berühmte östreichische Generalfeldmarschall Johann , Graf v. G.,der 1599 zu Zehlendorf geboren war, 1625 in kaiserl Dienste tratund bald zu hohen Würden gelangte. In dem Heere des Herzogs vonFriedland focht er in Pommern, eroberte die Stadt Pasewalk, undwurde Gouverneur der Insel Rügen. Kaiser Ferdinand II. erhob ihn1633 in den Freiherrn- und nach dem Siege bei Nördlingen, im Jahre1635, in den Reichsgrafenstand. Er schlug im Jahre 1636 den bekann-ten General Melander, Grafen v. Holzapfel, aufs Haupt, und wurde1638 Feldmarschall. Am 24. Febr. 1645 traf ihn in der Schlacht beiJankau eine Falkonetkugel, und er fiel mit 45 Jahren auf den höch-sten Stufen der militairischen Ehre, in Hinsicht auf seinen Stand-