Druckschrift 
2 (1842) E - H
Entstehung
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Gncisenau.

Colberg zu begeben und die Commandantenstelle zu iiberneMnen. Krtrat daselbst an die Stele des alten Generals L , und den in der Gar-nison commandirenden älteren Stabsoffizieren kam es sonderbar vor,dass ein so junger Major in Oelberg befehlen sollte. G. beugte denFolgen der fehlerhaften Maassregeln seines Vorgängers vor, und hieltdie Festung bis zum Tilsiter Frieden. Nach Abschluss des Friedenswurde er zum Oberstlieutenant befördert und zugleich zum Mitgliedoder zur Reorganisation des Hceies niedergesetzten Commission er-nannt, sodann ward er Chef des legenienrcorps und Inspecteur siiinmt-licher prenss. Festungen. Im Jahre 1809 musste er, durch fremdenKinfluss gezwungen, aus seiner inilitairischen Stellung treten, und wurdein dem Range eines Staatsrates im Civildienste verwendet. In dieserKigenschaft reiste er nach England und kam 1810 zurück. »Sodannriefen ihn seine Verhältnisse wieder nach London, "Wien, Petersburgund Stockholm. In allen diesen Städten wirkte er für den Blind, derbald darauf geschlossen wurde. Als das Heer geformt war, welchesmit Begeisterung zur Befreiung des Vaterlandes auszog, wurde v. G.als Generalmajor und Generalquartiermeister dem damaligen Generalv. Blücher beigegeben. Nach der Schlacht bei Lützen trat der Gene-ral v. G. an die Stelle des Generals v. Scharnhorst, welcher dort ver-wundet worden war. Wie sehr er das Vertrauen seines Monarchenrechtfertigte, haben die darauf folgenden Ereignisse bewiesen. Als esgelungen war, den Kaiser Napoleon zum Waffenstillstände zu bewe-gen, so eröffnete sich ein neues grosses Feld der Thätigkeit für denGeneral v. G., nämlich die Ausführung schon längst mit grosser Vor-liebe gehegter Pläne, in Beziehung auf die Landwehr, durch welche einneues Heer in die' Reihen der Kämpfenden gestellt wurde. Se. Maje-stät ernannten den General v. G. um diese Zeit zum Generalgouver-neur von Schlesien, um b< i dem Inslebentreten des jungen Institutesum so freier die Thätigkeit entwickeln zu können. Nach dem Ablaufedes Waffenstillstandes trat der General v. G. völlig in die Stelle einesChefs des Generalstabes in die schlesisclie Armee ein. In diesem Wir-kungskreise war es, wo die Vereinigung seiner geistigen Kräfte mitder Individualität des tapferen commandirenden Generals der Sacheder Verbündeten grossen Nutzen, den beiden Generalen aber hohenRuhm verschalfte. Die von dem General v. G. geleisteten Dienste ver-schmelzen sich von diesem Augenblicke an in die Geschichte des Feld-marscha ls Vorwärts, dem er im Hauptquartier im ganzen Sinne desWortes als Chef des Generalstabes die wichtigsten Dienste leistete,während er auf den Schlachtfeldern immer an seiner Seite bleibendjede Gefahr mit ihm theille. In den Tagen des Glückes wie in denendes Missgeschickes auf den Feldern an der Katzbach, bei Leipzig,Brienne, Laon, Arcis sur Aube, la fere Chaihpenoise und Paris, undein Jahr später bei Belle Alliance, stand er mit dem ihm eigenen sel-tenen Ueberblicke und der ruhigen, den wahren Hehlen bezeichnenden,Tapferkeit neben dem commandirenden Generale an der Spitze desHeeres, oft die Wichtigkeit des Augenblickes erkennend und benutzend,oder die drohende Gefahr durch glücklich getroffene Maa'ssregeln ver-scheuchend oder ableitend. Ganz vorzüglich aber stellt die nächtlicheVerfolgung des Feindes nach dem blutig erkämpften Siege bei BelleAlliance mit goldenen Zügen in der Geschichte dieser Feldziige, undsie bildet neben seiner Vertheidigung von Colberg eine jener glänzen-den Thatsachen, die seinen Namen niemals untergehen lassen werdenin dem Heere, dem er angehörte. Schon nach dem ersten PariserFrieden belohnte der Monaldi die ausgezeichneten Dienste dieses Ge-nerals mit den höchsten Ordenszeichen, mit der Beförderung zum Ge-neral der Infanterie, der Erhebung in den Grafenstand und mit der