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Gersdorf.
dorf soll <lie Familie erhalten haben, -weil jener Heinrich Steindorf ineinem hohen Gerstenfelde die entführte Prinzessin, Tochter seinesHerzogs, wieder aufgefunden, den Räuber überwältigte und die Ver-lorne in die väterlichen Arme zurückführte. Er erhielt, so erzähltjene Familiensage weiter, neben dem Ritterschläge drei Städte undmehrere Dörfer. Bald darauf vermählte er sicli mit einer Gräfin v.Dorneck, und aus dieser Ehe sind die Vorfahren des Geschlechtes ent-sprossen. Nach einer andern Angabe, namentlich nach Carpzov's lau-sitzschem Ehrenspiegel, stammen die G. von den Jeronibus in Qued-linburg ab. Mit dieser letztern Angabe stimmt eine dritte iiberein,dass die v. G. von einem grossen und schönen Schlosse, bei Quedlin-burg gelegen, auf welchem ein Gero, Markgraf der Lausitz, liof ge-haben habe, herstammten. Uebrigens Iiiessen und heissen noch in ver-schiedenen Gegenden viele Schlösser und Oerter Gersdorf. In der er-sten Hälfte des Iii. Jahrhunderts war das Geschlecht schon so verbrei-tet, dass in der Schlacht bei Paria (1525) 27, und bei der Belagerungvon Wien (1529) 03 Edelleute dieses Namens ihren Tod fanden. Umdieselbe Zeit (1527) hielten die v. G. eine Geschlechts-Zusammenkunftzu Zittau, wobei sich ihrer, wie sich der gelehrte Iiischmanu in sei-nen Denkwürdigkeiten ausdrückt, über 200 Gross und Klein , zusam-men mit 500 Pferden einfanden. Kaspar Dornav schrieb vor 200 Jah-ren an Johann Nfltolas v. G. in dieser Beziehung Folgendes: „Wennhochdero Ober-Aelter Grossherr Vater wieder aufstehen sollte, sowürde er 1300 Enkel zählen, die in nenn Königreichen und Ländernausgebreitet und mit 130 vornehmen Familien versippt waren." Desoben erwähnten Stammvaters der v. G., Heinrichs, gleichnamiger Sohnhatte von seiner Gemahlin, einer von Obehvitz, Zwillinge erhalten,nämlich einen Sohn, lietho, und eine Tochter, Als Beide früh-
zeitig starben, zog sich der betrübte Vater in das Dunkel der Wälderder Lausitz zurück, und erbaute hier seinem verstorbenen SöhnleinBabo zu Ehren, das Schloss Baboruths, das heutige Baruth (im Jahre1025). Im Jahre 1275 war Bernhard v. G. Abt zu St. Gallen. — Abra-ham v. G. gelangte im Jahre 1429 zur hohen Würde eines Ritters vomgoldenen Vliesse. — Franca v. G. wurde 1437 unter dem Namen v.Kersdorf Meister des deutschen Ordens in Liellaiid. ■— Sein Bruder,M'alther v. G., war Comthur dieses Ordens in Preusäen. — Christophv. G. schützte um jene Zeit die Stadt Schweidnitz gegen die Gewalt derIlussiten. — Thomas und Ifnns v. G. waren auf dem Concilium zu Con-stanz. — NihoJas v. G. residirte 1007 als Landeshauptmann auf demSchlosse zu Glaz. — Sein Sohn, Niladas, wurde 1603 Unterkäinme-rer des Königreichs Böhmen. — Ein anderer, Niladas Gersdorf,des heiligen römischen Reichs edler Panner- und Freiherr v. Gers-dorf auf Baruth, Bretting, starb am 23. August 1702 als des Kö-nigs von Polen und Kurfürsten von Sachsen Geheimer Raths-Direc-tor und bevollmächtigter Landvoigt des Markgrafthums Oberlausitz.. —Georg Rudolph, kaiserlicher Geheimer Rath und Herr auf Seichau inSchlesien, Freiherr v. G., wurde im Jahre 1701 böhmischer Graf.Derselbe war am 29. August 1608 in den Freiherrnstand erhoben wor-den. Er starb, wie es scheint, kinderlos zu Wien. — Doch warenauch in der letzten Hälfte des 18. Jahrhunderts Grafen v. Gersdorf inSachsen, namentlich Niholas TVüihald , Graf v. G., königl. polnischerund kurfürstl. sächsischer Conferenz-Minister, der 1764 in die freieRitterschaft des heiligen römischen Reiches aufgenommen wurde. Erwar der Sohn des im Jahre 1745 in den Reichsgrafenstand erhobenen,und 1771 verstorbenen königl. polnischen und kurfürstl. Conferenz-Ministers, Gottlob Friedrich v. G., und einer Freiin, Wilibalde v-Hon-wald , aus dem Hause Straupitz, und hinterliess zwei Söhne. Den-