Druckschrift 
2 (1842) E - H
Entstehung
Seite
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Gaffron

Gagern.

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Geschlechter daraus, I. S. 400. Das Wappen dieses alten Geschlech-tes zeigt im blauen Felde, in einigen Wappenbiichern auch im silber-nen Felde, drei über einander liegende goldene Lachse.

Gaffron, die Herren von.

Eine altadelige, zur schlesischen Ritterschaft gehörige Familie, de-ren gleichnamige Stammhäuser im Wartenbergschen und Wohlauschenliegen. Sie wurden in früherer Zeit Gaveron geschrieben und kom-men auch so in den ältesten Urkunden vor. Auch in Polen ist einuraltes Geschlecht v. Gairronski und Gawrony seit Jahrhunderten be-kannt , welches aber ein anderes Wappen als das edle Geschlecht v. G.in Schlesien besitzt. Doch lassen mehrere Autoren auch dieses ur-sprünglich aus Polen abstammen und erst später nach Schlesien ge-kommen sein, und namentlich sollen sich hier zuerst zwei Brüder ausPolen im Wartenbergschen niedergelassen haben, wo sie die GüterBuschke (?) und Oberstradam ankauften, und die oben erwähntenStammhäuser erst von einzelnen Zweigen der Familie, die sie erbau-ten, den Namen erhalten haben. Die Oberstradainer Linie zeriiel indie Häuser Eichgrund, Mahlen und Haltauf. Eine Nebenlinie von ihmwar das Haus Kiembitschau. Uebrigens ist Galfron im Wartenberg-schen auch ein Stammhaus der Prittwitze, aus dem sich mehrere Zweigev. Prittwitz und Gaiferon schreiben. Der grösste Theil der oben er-wähnten Güter Derer v. G. ist gegenwärtig in fremden Händen, dage-gen besitzen sie jetzt noch Güter im Strehlenschen und im Miinster-bergschen, namentlich dort Mittel- und Unter-Schreibendorf, und hierKunern. Der Landesälteste v. G. ist gegenwärtig bei dem neu errich-teten Creditinstitute für Schlesien angestellt. Die v. G. führen im ro-tlien Schilde zwei schwarze Bülfelhörner und auf dem Helme dreiKränze von Pfauenfedern. Die Helmdecken sind roth und schwarz.

Gag er 11, die Freiherren und Herren von.

Diese adelige Familie gehört Vorpommern und namentlich derInsel Rügen an. Sie besitzt in jener Landschaft noch gegenwärtigmehrere Güter, wie Müggenburg im Kreise Anklam, und auf der In-sel Rügen ist Frankenthal das Eigenthum dieser Familie. Doch istein Ast auch in der Neumark ansässig. Der Major v. d. A., Ritter-schaftsrath, Johanniterritter u. s.w. v. Gagern auf Rehdorf, Kreis Kö-nigsberg in der Neumark, starb am 30. Jan. 1834. Mehrere Mitglie-der haben in der Armee gedient, und noch gegenwärtig stehen einigein derselben, wie der Generalmajor und Commandant von Minden, v. G. In Greifswalde ist der Dr. Ernst v. G., der Besitzer des oben er-wähnten Gutes Müggenburg, iinmatriculirter Advocat bei dem Oberap-pellationsgerichte. Die v. G. führen in dem in die Quere mit weissenund schwarzen Feldern jgetheilten Wappenschilde einen doppelten Wie-derhaken und auf dem Helme drei Straussfedern. So beschreibt auchv. Meding dieses Wappen. Eine freiherrliche Linie dieser Familie ge-hört den hessischen und nassauschen Rheinlanden an; aus ihr ist derberühmte Staatsmann, politische Schriftsteller und Redner, Hans Chri-stoph Ernst , Freiherr v. Gagern, hervorgegangen. Ein Mann, der zuallen Zeiten mit Aufopferung seines persönlichen Interesse für das Wohlund die Ehre Deutschlands thätig war. Nachdem er lange Jahre hin-durch königl. niederländischer Gesandter und bevollmächtigter Ministerv. Zedlitz Adels-Lex. II. 14