Friemersdorf •— Fritscli. 197
Friemersdorf, die Herren von.
Kin adeliges Gesclileclit dieses Namens, welches sich auch Frie-mersdorf und Piitzfeld schrieb, gehörte der Rheinprovinz und nament-lich dem Erzstifte Cöln an. Das erwähnte Piitzfeld ist ein Dorf inder Nähe von Adenau, und Friemersdorf oder Freimersdorf sind zweiHöfe im Landkreise Cöln. — Dietrich v. F. zu Piitzfeld wird unterden adeligen Lehnsleuten des Erzstiftes Trier genannt. Dieses Ge-sclileclit führte im silbernen Schilde drei schwarze Muscheln und aufdem Helme den Hals eines silbernen Schwanes mit schwarzem Schnabel.
Friesen, die Grafen, Freiherren unil Herren von.
Mehrere Schriftsteller lassen die gegenwärtigen Grafen v. Friessin Oestreich und die Freiherren und Herren v. Friesen in Sachsenvon gleicher Abstammung sein. Die ältere grälliche Linie aber dervon Friese ist mit August Heinrich, königl. französischem Marechal deCamp, am 29. März 1755 erloschen, die neuere Linie der Grafen v.Friess wurde erst 1756 in den Freiherrn- und 1783 in den Grafenstanderhoben. Die Freiherren v. Friese oder Friesen in Sachsen sind die Ab-kommen von Christian August v. Friese, geb. 1646, kaiserl. Reichshof-rathe und kursächsischenKammerherrn, Dompropst zu Meissen und Dom-herr zu Magdeburg. Sein mit Christine v. Offenberg, aus dem HauseLestau erzeugter Sohn war Christian August, Freiherr v. F., kursäch-sischer Generallieutenant und Kammerherr. Er starb am 24. Septbr.1737 vor Belgrad in Ungarn. Er vermählte sich mit der Stieftochterdes Canzlers Otto Heinrich, Feiherrn v. F. — Sein Enkel, JohannFriedrich Ernst, Freiherr v. F., war freier Standesherr zu Königsbrückin der Oberlausitz, und Krbherr auf Rötha bei Leipzig, eine Besitzung,die noch heute in den Händen der Familie ist. Der Vater des gegen-wärtigen Freiherrn v. F. auf Rötha war Ober-Kammerherr des Kö-nigs Friedrich August von Sachsen, und eine Tochter aus diesemHause ist Aebtissin dos adeligen Fräuleinstiftes zu Altenburg. Hier-her gehört diese Familie, weil sie zu dem ansässigen Adel in Schle-sien, und namentlich des Theiles, der mit der Oberlausitz zu jenerProvinz geschlagen worden ist, gezählt wird. — Friedrich , Frei-herr v. F., Domherr, starb am 10. Januar 1831 zu Guben.
Fritscli, die Freiherren unil Herren von.
Diese adelige Familie gehört Schlesien und der Ober-Pfalz an.Iii Schlesien besass sie einst Güter im Fiirstenthnme Brieg, nament-lich Dobergast und Nicklasdorf bei Strehlen. Diese Besitzungen ka-men durch die beiden Töchter des letzten Eigentümers an die Wenz-ki's und Engelhards. Dobergast an Sylvins von Engelhard und Ni-cklasdorf an Friedrich von Wenzki. Eine Linie gelangte in Oestreichzur reichsfreiherrlichen Würde. In diesen Stand ward im Jahre 1742der Reichshofrath Thomas v. Fritscli von der Kaiserin Maria There-sia erhoben. In weimarscheu Diensten sind mehrere Freiherren v. F.,namentlich der Minister Freih. v. F. u. s. w., ohne dass wir zu ent-scheiden vermögen, ob sie Abkommen des erwähnten Reichshofrathssind. Im Jahre 1806 stand ein Capitain v. Fritscli im 3- Musquetier-Balaillon des Regimentes vac. v. Grevenitz, er stand 1815 im lOtenscliles. Landwehrregiment als Major, und wurde später Postmeister inFriedeberg. Er erhielt das eiserne Kreuz nach der Schlacht bei Leip-