Frankcnbcrg.
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kannt, sind beide Herrschaften längst in andern Händen, aber War-(haii und Gross-Hartinannsdorf bei ISnnzlan noch gegenwärtig das lle-sitzthuin des Grafen Friedrich v. F., Freiherrn v. .Schellendorf, kö-nigl. prenss. Kammerherrn, Landrath des Löwenberger Kreises undRitter des eisernen Kreuzes, vermählt mit Antonie, Grätin v. Tenczin-Paczinsky. Von den Brüdern desselben besitzt Joseph, Graf v. F., dieHerrschaft Tillowitz im Regierungsbezirke Oppeln. Diese grätl. Linieist katholischer Religion. Die Herren v. Frankenberg - Ludwigsdorfbesassen nach und nach ebenfalls sehr viele Güter, zuerst in Ober-schlesien, später auch im Militschschen, Schweidnitzschcn und Glogaui-schen. Auch die Linie zu Proschwitz war stark begütert, jedoch fastausschliesslich in Oberschlesien, wo ihnen auch die Stadt Landsberggehörte. Die evangelische Linie stiftete auch das Fideicommiss Bielwieseim Kreise Steinau. Iis ging in neuerer Zeit an einen, nun auch schonwieder verstorbenen Major v. Liiltwitz über, der dieseihalb den Na-men von Frankenberg-Liittwitz annahm. Dem Hause Ludwigsdorfgehört auch Leopohl v. F. an, der gegenwärtig Chef-Präsident desOber-Appellationsgerichtes zu Posen und des Oherlandesgerichles da-selbst ist. Er besitzt das Gut Niederschiittlau bei Guhrau. Derselbeist Ritter des rothen Adlerordens 3ter Classe mit der Schleife, deseisernen Kreuzes (erworben in der Schlacht bei Gross-Görschenj, desrussischen St. Georgsordens u. s. w. Dem Hause Proschlitz gehörtder gegenwärtige Ober-Landesgerichts-Assessor und Land- und Stadt-gerichtsrath bei dem Land- und Stadtgerichte zu Pieschen, an. BeiMilitsch gehört Bogislawitz dem Landesältesten v. F. Auch Schrei-bersdorf iin Kreise polnisch Wartenberg und Nieder-Woidnikowe beiMilitsch sind v. Frankenbergsche Güter. Bei Lublinitz besitzt lidunnlv. F. Ludwigsdorf, das Gut Cziasnau u. s. w. Auch in Preussen sindMitglieder dieser Familie begütert, namentlich in der Gegend von Or-telsburg, wo Malschöven ein v. Frankenbergsches Gut ist. In der Ar-mee sind mehrere v. F. zu höhern militärischen Würden gelangt, na-mentlich Karl Ludwig v. F., der Commandeur des v. Bevilleschen Re-giments war und später Generalmajor wurde. Ein anderer Generalv. F. starb im Jahre 18(9 zu Damm bei Stettin. Auch der Vater desoben erwähnten Präsidenten war Generalmajor. Seine Wittwe, dieBesitzerin von Ober-Scliiittlau, ist erst im Jahre 18fö verstorben. Dasv. Frankenbergsche Wappen stellt im gelben Schilde drei rotheZiegelndar, deren zwei gegen die oberen Winkel desselben, der dritte abergegen die unterste Ecke desselben gestellt sind. Auf dem Helme stehtein Fuchs von natürlicher Farbe, welcher drei schwarze und drei weisseHahnenfedern zwischen den Zähnen hält. Dieses Wappen bezieht sichauf eine Sage, nach welcher der Stammherr des Geschlechtes, der indie Gefangenschaft gerathen und in eine gemauerte Grube geworfenworden war, durch einen Fuchs gerettet worden ist, der unter der Mauerdurch ein enges Loch eindrang. Diese Oelfnung machte es demGefangenen möglich, drei Ziegeln auszunehmen und dadurch der Ge-fangenschaft und dem Tode zu entrinnen. Der gelehrte Dr. Thebe-sius, der überhaupt vielfache Nachrichten über diese Familie gegebenhat, erwähnt ebenfalls jener Schildsage. Was das gräfi. Wappen be-trilft, so erhielt Graf Johann Wolf im Jahre 1714 mit der kaiserl.Erlaubniss, sich Graf v. F., Freiherr v. Schellendorf schreiben zudürfen, zugleich auch die Bewilligung, das freiherrlich von Schellen-dorfsche Wappen mit dem seinigen zu verbinden. Dieses letztere v.Schellendorfsche Wappen ist ein blau und silbern quarrirtes Schild, ge-theilt durch einen rothen Querbalken, mit dem auch die blau und sil-bernen Biilfelhörner auf dem Helme belegt sind. Ausser dem Thebe-sius geben Sinap., I. S. 29 u. s. f., und 364 u. s. f., 11. S. 79 u. s. f.