186
Franchcville.
Jahre als Resident des Kaisers in Polen beglaubigt gewesen war, wurdeer als Botschafter an den Czar in Moskau gesandt. Er entledigte sieltdaselbst seiner Aufträge zur grüssten Zufriedenheit seines Monarchen,wurde dafür in den Freiherrnstand erhoben, und 1672 mit der Würdeeines Oberamts - Canzlers von Schlesien bekleidet. Er nahm in dieserEigenschaft die Huldigung des dem Kaiser zugefallenen FiirstenthumsLiegnitz im Jahre 1676 an, und starb 1682. — Jolinnn Anton , Frei-herr v. F., Herr auf Herzogswaldau im Grottkan-Neisseschen, Mit-tel- übendorf im Strelitz-Briegschen, poln. Gandau und Jeschkittel imISreslauischen, war kaiserlicher Kämmerer und Oberamtsrath im Her-zogthume Schlesien. — Karl Maximilian v. F. und Nimbschdorf warPrälat des hohen Domstiftes St. Johannis zu Breslau. — Im Oppeln-selten war eine Linie, die sich v. Fragstein und Kronowitz schrieb.—Maximilian v. F. auf Jassen, eigentlich Jasionna, war 1806 Kreisde-jnitirter im Kreise Tost-Gleiwitz. — Sein Enkel, Eduard v. F., istgegenwärtig Besitzer von Jasionna oder Jassen. — Ein Major v. F.stand in dem Regiment v. Ostin zu Stettin, und ist im Jahre 1817 imPensionsstande gestorben. Er gehölte ebenfalls der schlesischen Liniean. — Ein anderer v. F., der int Regiment v. Grawert in Glaz stand,wurde 1809 verabschiedet und trat darauf als Major in das Corps desHerzogs von Bratinscltweig-Oels ein. — Ein Premier-Lieutenant v. F.,früher im Regiment v. Pclchcrzim, war bis zum Jahre 1820 Major undCommandern- eines Landwehrbataillons, und ist 1825 im Pensionsstandegestorben.
Francheville, die Herren von.
Die Herren von Francheville stammen ursprünglich aus dem Ilen-negau, und hesassen früher die Herrschaft Fresne an der Scheide.Erst später kamen sie in die Picardie und von da mit andern Flücht-lingen, welche die Religionsbedrückungen aus ihrer Heimath vertrie-ben, nach Berlin, und fanden bei uns ein zweites Vaterland. — Jo-seph du Fresne v. F. war königl. preuss. Hofrath und Mitglied derAkademie der Wissenschaften. Von ihm sind mehrere historische Werke,Gedichte und Oden erschienen. Zu den erstem gehören: Ilistoire ge-nerale et particuliere des Finances, contenant le Tarif de 1664. 2 Vo-lnmes. 1738. De la compagnie des Indes, 1738, Relation enrieuse deplusieurs pays nouvellement decouverls. 1741 ; zu den letzteren LaYictoire du Roi de Prusse ä Friedberg, Poeme, 1745, La Victoire duRoi de Prusse ä Sorr, Ode. 1745. Einen Roman, unter dem Titel:„Die ersten Tliaten Karls des Grossen", eignete er Friedrich II. zu.Auch war er Redacteur der Gazette literaire, und sehr bekannt ist seinsatyrisches Gedicht: Le Bombyx (der Seidenwurm). Er starb am 9.Mai 1781. Se. Maj. der König hatte durch ein besonderes Cabinets-schreiben vom 17. Septbr. 1774, dem alten Adel der Familie v. F. eineneue Anerkennung gegeben. Er hinterliess sechs Kinder. — SeinSohn, C. von Francheville, war Vorleser und Bibliothekar des Prin-zen Heinrich von Preussen, auch Canonicus zu Oppeln und Breslauu. s. w. Er ist der Verfasser des Werkes l'histoire des derniers Cam-pagnes et Negociations de Gustave Adolphe en Allemagne. Ouvragetraduit de Fitalien. Avec des notes historiques et geographiques et uneDissertation. Augmente de quelques autres pieces, ä Berlin 1772. —Ein Bruder von ihm, Stephan du Fresne v. F., war im Jahre 1805Postmeister zu Münsterberg, und von diesem war ein Sohn im Jahre1828 Capilain und Chef der 31. Infanterie - Regiments-Garnison - Com-pagnie zu Erfurt. — In der Gegenwart linden wir diesen Namen nichtweiter aufgeführt.