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2 (1842) E - H
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Fouquc.

Bei «lern Widerrufe des milden Edictes von Nantes lebten zweiBrüder La Motte Fouque. Der Aeltere, Heklur , als Lehnshaupt undBesitzer der Herrschaft, der Jüngere, Kurl, im Begriff, sich im begin-nenden Jünglingsalter durch sein angeerbles Kitterschwert eine Bahnder Ehre zu offnen. Beide waren dem evangelischen Glauben zuge-than. Jlcklor aber hielt sein Bekenntniss geheim, wohl auch mit dieGefährdung der Unterthanen seiner Baronie berücksichtigend, währendKurl es vorzog, in der freien Behauptung seines Verhältnisses zumEwigen den bittern Weg der Verbannung zu betreten, welcher freilichauch wiederum zugleich mit den erbittertsten Auflaurerposten umlagertblieb. Ueber die Schweizer Grenze und sodann den Khein hinab, ge-langte er nach Holland, wo die Generalstaaten für die französischenGlaubensflüchtlinge eine edelgrossmiitbige Aufnahme bereit hielten.Er schloss dort, im Vertrauen auf göttlichen Schutz, den Ehebund miteinem Fräulein v. Kobillard, die, nebst ihren Eltern, über Englandherunter unter wundersam überstandenen Gefahren aus dem allen Pro-testanten damals so feindlichen Frankreich entkommen war. Sie ge-bar ihm drei Söhne. Unerwartet starb Hektar de la Motte Fouqueunverehelicht, und die Treue der Diener berief alsbald den Elben derBaronie Thonnaiboutonne zurück. Man habe Alles dergestalt beseitigt,hiess es, dass die Abwesenheit des Barons nur eben für eine zufalligeReisefahrt in das Ausland gelte, und er durch einen zwei- bis dreima-ligen Besuch der Messe sich aller Nachforschungen über seinen ei-gentlichen Glauben enthoben achten dürfte. Kurl wusste aber nichtsvon solchen Gewissenscapitulationen; weil er nicht katholisch wer-den und eben so wenig katholisch scheinen wollte, so blieb er woer war, und ertrug das Drückende seiner Lage in frommer Kraft, wielockend ihn auch der väterliche Heerd anblicken mochte. Da derrechtmässige Erbe nicht erschien, iiel die erledigte Lehnbesitzung demnächstverwandten katholischen Lehnserben zu, dem Prinzen von Tal-mont, Ahnherren jenes ritterlichen Talmont, der am unglücklichen Aus-gange des Vendeekrieges auf seiner Stammburg Laval von den Repu-blikanern fiisilirt ward, nachdem er untersagt hatte, ihm die Augen beiAnnahen des Todesaugenblickes zu verbinden.

Die in der Normandie zurückgebliebene jüngere Linie sah sichvon der Nachfolge ausgeschlossen, obgleich fest in der katholischenKirche beharrend. Es mochte ein allzubelästigender Protestantenver-dacht auf sie gefallen sein.

Kurl de La Motte Fouque starb in Holland noch in der sonstgewöhnlichen Mitte des Mannesalters. Seine Wittwe genoss fortdauerndBeihülfe von Seiten der Generalstaaten, und fand nachher einen Zu-fluchtsort in Celle, von dem königl. grossbritannischen Hanse unter-stützt. Durch strenge, aber stets würdige Sparsamkeit sich behaup-tend , vermochte sie aus den Trümmern ehemaligen Reiclffhumes ihredrei Sühne gross zu ziehen, von denen der älteste, früher im säch-sisch-polnischen Dienste, nachher im preuss,, am Ziele einer ehren-vollen Lautbahn als preuss. Oberst starb. Der dritte trat in hanno-verschen Kriegsdienst, und verlebte sein Alter als pensionirter Oberst-lieutenant heiter in Celle. Der zweite rückte zum preuss. Generalder Infanterie vor. Von seinem Leben und Wirken meldet hinlänglichdie Jugend- und Regierungsgeschichte des grossen Friedrich, wirsetzen aber noch folgende Nachrichten aus seinem Leben hinzu:

Heinrich Auijunt, Freiherr v. La Motte Fouque, wurde den 4. Fe-bruar 1 ODS im Haag geboren. Schon in seinem 8. Jahre kam er alsPage zu dem Fürsten Leopohl von Anhalt-Dessau, der ihn in seinRegiment aufnahm. Hier stieg er nach und nach bis zum Hauptmannund erhielt den 3. November 1728 den Orden pour la gencrositc. Im