Foitquc.
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dene Stammbaum, auf ältere bei der Auswanderung abbanden gekom-mene Urkunden hinweisend, beginnt mit Wilhelm de La Motte Fou-que, der sicli in den Sechziger-Jahren des 13. Jahrb. mit Johanna leMarechal vermählte, wo wir ihn bereits als vollkommen basirten Rit-tersinann und Burgherren antrelfen. Die Besitzungen wachsen unterseinen Nachkommen. Bin späterer, Wilhelm de La Motte Fouque, derim Kampfe gegen die Engländer (höchstwahrscheinlich in der demfranzösischen Adel so blutigen Schlacht von Azincourt) den Ehrentodfand, wird als Besitzer der Lehngiiter von Montfaucon, Assi und Bal-lon aufgeführt. — In einem französischen Werke über das Leben Ber-trand's du Guesclin (aus dem 17. oder Anfange des 18. Jahrb., aufder königl. Bibliothek zu Berlin befindlich) kommt unter den Beilagenein Messire Foulrpies de La Motte als Anführer der Gensdarmencom-pagnie jenes Feldherrn, an der Spitze einer förmlichen Rangirrolle— wie wir es heut zu Tage nennen würden — vor, wo auch sogar dieFarbe der Pferde aufgeführt steht; das seinige war ein apfelgrauer Schim-mel. Wohl ohne Zweifel gehört Foubpies de La Motte dem hier be-trachteten Stamme an, schon der stets nahen Verbindung des Norman-dieadels mit dem der Bretagne wegen, zu welchem letzteren bekannt-lich die Familie du Guesclin gehörte. Das s am Schlüsse soll gewissdie Länge der zweiten Sylbe andeuten, — der Name bildet, richtig ge-sprochen, einen Spondeus — wie das jetzt über dem Schlnss-e üblicheAccentzeichen. Das in der Mitte befindliche L bestätigt die schonlängst von Mehreren gehegte Muthmassung, der Name „ Fouque " stammevon dem nordischen „ Volker, Folho" oder auch „Falko" ab. „ LaMotte " dagegen bedeutet auf altfranzösisch eine Erdumwallung, vor-züglich zu kriegerischer Befestigung aufgeworfen. etwa unserm altvä-terlichen „ Burghalde" — w ie es auch Johannes Müller gebraucht hat —vergleichbar. Der Name „La Motte Fouque" wäre also auf Deutschetwa durch „Folkohurg" oder „ Volkersbunj oder auf sonst ähnlicheWeise, nicht sowohl wiederzugeben als zu erläutern.
Im Vorschritte der Zeiten ward das Blühen des Stammes einiger-massen gehemmt durch den Unfall der Kriegsgefangenschaft, in welcheein La Motte Fouque, gegen die Engländer kämpfend, gerieth, unddas schwere Lösegeld , welches er nach damaliger Sitte für seine Be-freiung zu zahlen hatte. Doch scheint sich der Stamm bald wiedererholt zu haben; es wurden achtbare Heirathen geschlossen, selbst ein-mal mit dem Fürstenhause Savoyen, und vorzüglich ehrenwerthe mitden Häusern La Roche Jaquelin und Lescure, Heldennamen, die nochin unsterblicher Frische aus den Wettergewölken des Vendeekriegeshervorleuchten.
Was aus den Stammbaum-Urkunden deutlich hervorgeht, ist, dassdie La Motte Fouques nie ihr Schild durch Annahme einer Lehnsun-terwürligkeit gegen Andere, als den König von Frankreich unmittel-bar, erniedrigt haben, wie aus den an sie ergangenen Aufgebotendeutlich bleibt. So ward vermöge eines solchen Wilhelm de La MotteFouque (der oben als bei Azincourt erschlagen bezeichnet wurde), zumGeleite des Königs Rene von Jerusalem und Sicilien berufen, und zwarauf eine Weise, die seine Verwandtschaft mit dein uralten GrafenhauseAnjou, woher bekanntlich auch Rene, der Sängerkönig, stammte, zubestätigen scheint.
Die Heirath mit einer Erbtochter der Familie Lalassagne brachteden Hauptzweig der La Motte Fouque in den Besitz der Baronie Thon-naiboutonne mit den dazu gehörigen Rittersitzen St. Surin und LaGreve, an den Ufern der Garonne unweit Bordeaux gelegen. Die BurgSt. Surin, auf weintragendem Geklipp altväterlich mit schön erhaltenerRitterhalle erhöht, bildet noch jetzt eine Zierde der Gegend.