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Finkenstein.
und der erste Chef des Cadettencorps. — Die alte vornehme west-phälische Familie v. Finken schreibt sich in der Gegenwart Vinckeund kommt an seiner Stelle besonders vor. Nicht hierher gehört dieschwedische Familie v. F., von welcher Kroline, I. S. 395, berichtet;auch nicht die Familie von Finkenberg, von welcher derselbe Schrift-steller I. S. 292 Auskunft giebt. Endlich sind in Baiern und in Oest-reicli mehrere, grüsstentheils in neuerer Zeit geadelte Familien, dietheils v. Fink und Finck, eine auch v. Finckli, geschrieben werden.Die Letztere hat den Andreas Finckh zum Stammvater, der sich durchseine Tapferkeit gegen die Türken bekannt gemacht hat, und denAdel dafür vom Kaiser Ferdinand I. im Jahre 1543 erhielt. Seine Nach-kommen aber wurden vom Kaiser Joseph II. am 10. Octbr. 1777 inden Reichsadelstand erhoben, v. Rieding beschreibt ihr Wappen II.S. 318. Hin und wieder wird auch das alte, berühmte Geschlecht derFreiherren v. Vincke in Westphalen mit dem v. Fink verwechselt, in.s. dies. Art. — In den Wappenbüchern iindet man zwei verschiedeneWappen Derer v. Fink oder Finken. Das eine zeigt im rothen Schildedrei goldene Finken und auf dem Helme den goldenen Hals eines Fin-ken aus einer Wulst wachsend. Das andere ist durch einen Spitzen-schnitt dreimal getheilt. In dem rechten Dreieck stehen im goldenenFelde zwei grüne Querbalken, in dem linken rothen Dreieck zwei sil-berne Querbalken, in dem diitten oder untern Dreieck aber ist imrothen Felde der auf grünem Hügel stehende Fink dargestellt. Ausdem gekrönten Helme wächst ein goldenes, gekröntes, in der Rechteneinen Scepter haltendes, Mannsbild. Siebmacher, II. S. 83 und III.S. 193.
Finkenstciii, die Grafen und Herren (Fink) von.
Die Familie Fink von Finkenstein gehört ursprünglich den östrei-chischen Provinzen Kärnthen und Tyrol an. Von da ist sie mit demJohanniterorden nach Preussen gekommen. Schon im Jahre 996 er-schien Friedrich v. F. auf dem Turniere zu Braunschweig. — Conradv. F. zog mit 30 geworbenen Reisigen und Knechten, und 100 Rei-tern dem Orden in Preussen zu Hülfe. Von ihm stammen die heuti-gen Grafen Fink von Finkenstein in Preussen und Brandenburg ab. —Im Jahre 1442 war Ileydenrcieh v. F. Heermeister des Ordens in Lief-land. In Preussen erwarben die v. F. zuerst die Hasenbergschen Gü-ter. — Michael Fink v. F. auf Hasenberg starb 110 Jahre alt. —Von seinen Nachkommen erwarb Matthias die Seewalder, und seinBruder die Roggenhauser Güter. Dadurch wurde der Erstere Stifterder lutherischen, und der Andere Stifter der reforinirten Linie. Vonder letztern wurde Albrccht v. F. Stammvater der Gildenburgsclien undSchönbergschen Linie. — Geory Christoph v. Fink zu F., ireboren1632, starb am 9. Juni 1697 als knrbrandenburgiscker Generallieute-nant, wirklicher Geheimer Rath, Oberburggraf des Herzogthums Preus-sen und Landvoigt zu Schaken. — Albrccht Conrad Reinhold Finkv. F., geboren im Octbr. 1660 zu Saberau bei Soldau, ward am 21.März 1705 königl. preuss. Generallieutenant, 1717 Gouverneur vonMe-mel, 1718 Oberhofmeister des Kronprinzen Friedrich, nachmaligenKönigs Friedrich des Grossen, 1728 Ritter des schwarzen Adlerordensund Gouverneur von Pillan, 1731 residirender Comthur zu Lützen unddes St. Johanniterordens Senior, und 1733 General-Feldmarschall. InFolge seiner besondern Auszeichnung und seiner geleisteten Dienstebei der Eroberung von Dornik und in der Schlacht von Malplaijuet,hatte ihn der Kaiser Leopold I. am 4. Febr. 1710 in den Reichsgralen-