Druckschrift 
2 (1842) E - H
Entstehung
Seite
169
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Finkenstein-.

16!)

stand erhoben. Er starb am 16. December 1735 zu Berlin im 75stenJalne seines Alters. (Man sehe die Geschichte desselben in Paulis Le-ben grosser Helden, 8. Th. S. 255 bis 282.) Er wurde der Stifter derheute nocli blühenden brandenburgischen Linie der Reichsgrafen 1' inkv. F. Mit Susanna Magdalena v. Hof, Tochter eines hessischen Ober-hofinarschalls, hatte er neun Kinder, von denen ihn vier Söhne undzwei Töchter überlebten. Friedrich Ludwig , des heiligen römi-schen Reichs Graf Fink v. F., geboren 1709, einer der vier Sölinedes Feldmarschalls, wurde am 21. März 1760 königl. preuss. General-lieutenant und Chef eines Regiments Dragoner. Nachdem er schon diemeisten früheren Treffen des siebenjährigen Krieges ehrenvoll mit-gemacht hatte, wurde er in der Schlacht bei Torgau, nachdemihm das Pferd unter dem Leibe erschossen worden war, gefangen,bald aber wieder ausgewechselt. Er war auch Ritter des Johanniter-ordens und starb im Monat März des Jahres 1785 nach 58jährigentreuen Diensten. (M. s. sein Leben und Bildniss in dem Berliner ge-neal.-historisch- militairischen Taschenkalender Jahrgang 1784.) Erhinterliess von Albertine Marie, Grälin Fink v. F., aus dem HauseGilgenburg, nur eine Tochter. Karl 7Tiihelm , Graf Fink v. F.,geb. den ff. Febr. 1714, ein jüngerer Bruder des Vorigen, war zuerstGesandter am Hofe zu Stockholm, dann an denen zu Copenhagen undLondon, und leistete wichtige diplomatische Dienste. Mit der Schwe-ster Friedrichs des Grossen, Louise Ulrike, die sich mit dem schwe-dischen Kronprinzen vermählte, kam er 1742 zum zweitenmale als aus-serordentlicher Gesandter und bevollmächtigter Minister nach Stock-holm, und 1747 wurde er wieder als ministre plenipotentiaire an denSt. Petersburger Hof geschickt. Zugleich ernannte ihn Friedrich derGrosse zum wirklichen Geheimen Staatsminister, und in Beziehung aufsein blühendes Alter schrieb der unvergessliche Monarch damals anseinen ersten Cabinetsminister v. Podewils eigenhändig folgende merk-würdige Zeilen:Finc a du merite et ses talens prämatures m'en-pechent de lui refuser un caractere prämature pour son age. Ditezlui qu'il soit ministre puis qu'il en est digne et qu'il continue ä Meservir, conune il a fait jusqu'ici ä präsent. Frederic." Nach der Rück-kehr des Grafen v. F. von Petersburg wurde derselbe am 2. Juni1749 wirklicher Geheimer Cabinetsminister. In dieser neuen hochwich-tigen Stellung erwarb er sich nicht allein das vollkommene Vertrauenseines Königs, sondern es knüpfte sich in derselben das Band immerfester, welches von der frühesten Jugend an Friedrich II. und denGrafen umschlossen hatte. Selbst in dein Getümmel der Waffen dessiebenjährigen Krieges gehörte es zur Tagesordnung des Königs, seinvolles Herz in einem Briefe an seinen treuen Finkenstein auszugies-sen, und dieser folgte unter allen Umständen mit gleicher Treue denEntwürfen der Heldenkraft und des Heldengeistes seines Monarchen.Er war von diesem mit den geheimen Instructionen versehen, wie esgehalten werden sollte, wenn ihm das Schicksal den Tod auf demSchlachtfelde bestimmt hätte. Mit inniger Rührung liest man alle dar-auf sich beziehende Nachrichten. Auch hielt Friedrich 11. selbst nachden Schlachten sein Tagewerk erst für beendet, wenn er dem Gra-fen v. F. sein Schicksal und die nüthigen Verhaltungs-Massregeln mitgetheilt hatte. In allen Angelegenheiten nahm er dafür wieder denRath seines Ministers entgegen, und liess keine Gelegenheit unbe-nutzt, diesen ihm so sehr ergebenen Staatsmanne seine Erkenntlichkeitan den Tag zu legen. Die Verleihung des schwarzen Adlerordens imJahre 1762, bedeutende Entschädigungen für den Verlust, welchen derGraf durch die Feinde auf seinen Gütern erlitten hatte, eine Präbendedes Hoch- und Domstifts zu Halberstadt u. s. w., wa.ren nebst dem