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Estcruo — l'Estocq.
Esterno, Graf d'.
Ein vornehmer Flüchtling aus Frankreich, Graf d'Esterno, wurdevon des jetzt regierenden Königs Majestät im Jahre 1798 zum Kam-merherrn ernannt.
l'Estocq, die Herren von.
Die gegenwärtig in den preussischen Staaten lebenden v. l'Estocqgehören der protestantischen Linie dieser französischen, aus der Picar-die und Champagne stammenden Familie an , die sicli nach dem Wi-derrufe des Edictes von Nantes nach England, Schottland, später nachDeutschland und namentlich nach Hannover wendete. Die katholischeLinie besitzt noch heute das Stammgut l'Estocq bei Amiens. Von ih-ren Vorfahren haben mehrere in hohen Staatswiirden gestanden. Einerwar englischer Admiral und führte 1744 eine englische Flotte gegendie verbündete französisch-spanische Seemacht. — Johann Hermannv. l'E., der sich der Arzneikunde gewidmet hatte, wurde russischerGeheimerrath, Leibarzt der Kaiserin Elisabeth, Präsident des Verwal-tungsraths, auch hatte ihn der König von Polen in den Grafenstanderhoben. Nicht minder durch seine Fähigkeit wie durch seine Schick-sale, sein Glück und sein Unglück, durch die Schmerzen der Folter,die ihm das Gestiindniss niemals begangener Verbrechen erpressten,durch seine Befreiung und seinen abermaligen Fall ist dieser Mannbekannt geworden. Er starb kinderlos am 8. Septbr. 1707. — Dempreuss. Staate gehört aus dieser Familie an: Anton Wilhelm v. l'E.,geboren am 16. August 1738 zu Celle in Hannover. Seine Geburt ko-stete der Mutter (einer geb. v. Grabow aus dem Hause Sukritz imMecklenburgschen) das Leben. Der Vater trat in demselben Jahre alsOberstlieutenant in preuss. Dienste, starb aber bald darauf. Ein Oheimwar Kriegsrath und Canzler der Universität zu Königsberg; von die-sem wurde der junge l'E. erzogen. Er trat 1758 in die Armee ein,erlernte in der Schule des berühmten Zielen und unter den AugenFriedrichs II. das Kriegshandwerk und den Dienst der leichten Keife-rei, und wurde, nachdem er in vielen Schlachten und Treffen an sei-ner Seite gefochten, 1762 Adjutant seines Lehrmeisters. Im bairischenErbfolgekriege war er Escadrons-Chef, in der Rhein-Campagne Oberst-Lieutenant und dann Oberst. Die Tage von Kaiserslautern, Kirch-heim, Boland, Trippstadt u. s. w. sind glänzende Punkte auf seinerKriegerbahn. Im Jahre 1797 wurde er Chel" des grünen Husarenre-giments, 1798 Generalmajor, 1803 commandirender General der längsder Grenze zwischen. Preussen und Polen aufgestellten Truppen undChef derTowarzys (Bosniaken). In dem verhängnissvollen Jahre 1806erhielt er am 22. Novbr. den Oberbefehl über sämmtliche Truppen inPreussen mit der Ordre, sich an die russischen anzuschliessen. Wieder General l'E. mit diesem Rest der Armee den alten Ruhm wiederbegründete und den Ausschlag bei Eylau gab, steht mit unvergessli-chen Zügen in den Tafeln der preussischen Geschichte eingeschrieben.Er erhielt im Jahre 1807 den schwarzen Adlerorden und das Gouver-nement von Berlin, gab dasselbe suf Verlangen Napoleons, der überSchills Auszug- aufgebracht war, im Jahre 1809 wieder ab, wurde 1812General der CavaUerie und 1813 Gouverneur des Landes zwischender Oder und der Elbe. Im Jahre 1814 ernannte ihn Se. Majestätzum Gouverneur von Breslau , er nahm aber noch in demselben Jahreseinen Abschied, um den Rest seiner Tage in Berlin zu verleben.Doch er gehörte zu den kräftigen Naturen, denen das Ziel des liebge-