120 Eisenmeyer — Eiscnreicli.
Adelslexikon gehört diese Familie in zweifacher Hinsicht. Erstensdurch einen bedeutenden Grundbesitz in der preuss. Ober- und Nie-derlausitz, wo Georg, Graf v. K., königl. sächsisclier wirkl. Geheimer-Kath und Kannnerherr, die Standesherrschaft Seidenberg und Reibers-dorf, zum Reg.-Bez. Liegnitz gehörig, und Dettlcw, Graf v. E., ehema-liger sächsischer Cabinetsminister, die Herrschaft Mückenburg mit be-deutenden Eisenwerken im Reg.-Bez. Merseburg der Provinz Sachsenbesitzt. Auch ist Graf Karl v. E. königl. sächs. wirkl. Geheimer-Kathauf Wolkenburg, Domherr und Cantor zu Naumburg und Senior undCustos des Collegiatstiftes zu Zeitz. Heinrich, Graf v. E., besitzt dasGut Diehsa bei Rothenburg im Reg -Bez. Liegnitz. Zweitens habenmehrere Mitglieder dieser Familie im preuss. Civil- und Militairdienstegestanden. Namentlich Gottfried Emanucl, Gr. v. E., aus dem HauseVatterode, der am 14. Octbr. 1745 als preuss. Generallieutenant, Rit-ter des schwarzen Adlerordens und Chef der Leibgrenadiergarde starb.— Adolph, Graf v. F., aus dem Hause Wolkenburg, starb als preuss.Oberst am 20. Juli 1821 zu Lützen, und Ferdinand, Graf v. E., alskönigl. preuss. Berghauptmann und Domherr zu Havelberg, am 23.Juni 1833 zu Brieg in Schlesien. Beide waren Brüder der oben er-wähnten beiden Grafen Kurl und Dettlcw. Eine Schwester von ihnen,die Gräfin Johanna Auguste, ist mit dem Grafen August Ferdinand v.Häseler, k. pr. Kammerherrn und Standesherrn der Herrschaft Leuthen,vermählt. Das ursprüngliche v. Einsiedeische Wappen führt im goldenenFelde einen Mann in Einsiedlertracht, welcher in der rechten Handund auf der Schulter einen Stab mit einem Rechen, in der linken abereinen Hammer, von dem ein Rosenkranz herabhängt, trägt. DasselbeBild wiederholt sich auf dem Helme. Allgem, Handbuch, 1. S. 543 —545. Beckmanns Anhaltsche Historie , VII. S. 211. Gauhe, I, S, 304bis 369. Uechtritz, Geschichte, I. Till. 7. u. 29. Taf. 174. König I.No. 169. Siebmacher giebt das Wappen, I. S. 153. v. Meding be-schreibt es I. No. 207.
Eisenmeyer, die Herren von.
Diese Familie nennt Sinapius ein „Sago nebst Toga rühmlichstmeritirtes Geschlecht, das sich durch ritterliche Tapferkeit, auch inCameral- und Landesotliciis durch Treue und Geschicklichkeit her-liirgethan." Anton hjnaz v. E. war Erbherr auf Ulbersdorf und Lan-desältester des Fürstenthums Liegnitz. Wahrscheinlich ist es derselbe,der nach Hellbach, 1. S. 324, vom Kaiser Karl VI. am 8. Mai 1713in den böhmischen Ritterstand aufgenommen wurde. In der Gegen-wart ist von diesem Geschlechte keine Spur mehr vorhanden. — IhrWappen bestand in einem oben der Länge nach getheilten Schilde.Im vorderen weissen Felde stand ein blauer, zur linken Seite gelehnterLöwe, der in der rechten Pranke eine weisse Feder hielt. Der andereTheil zeigte auf lasurfarbenem Grunde drei silberne sechsspitzigeSterne; unten war dieses Schild goldfarben und darin ein die Spitzeneinwärtskehrender schwarzer Adlerfiügel dargestellt. Auf dem gekrön-ten Helme war der schwarze Adlerfiügel, in dessen Mitte ein blauesFeld mit drei Sternen, angebracht, M. s. Sinapius, I. S. 351.
Eiscnreicli, die Herren von.
Zu den vornehmsten und ältesten Patrizier-Geschlechtern der StadtBreslau, die zum schlesischen Adel gezählt wurden, gehörten die von