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Details für Stein- und Ziegel-Architectur im romanisch-gothischen Style : Sockelprofile, Gesimse, Bogenfriese, Fenster, Luken, Giebel, Erker, Balkons, Thürme, Schornsteine, Thüren, Thore, Treppen, Gewölbe und sonstige Einzelheiten in Stein und Ziegel ; ein Vorlagewerk für Architecten, Steinbildhauer und Schulen
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wmm.

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dann stattfinden, wenn auf jedem Kragsteine ein entsprechender Mauerdruckruht, wenn er also unter einem Pfeiler und nicht etwa unter einem Fenstersteht. Die Kragsteine sind sämmtlich verschieden. Der Durchschnitt Fig. 12,so wie die Fig. 13, 14 u. 15 zeigen die Seitenansichten zu denselben. DasGeländer ist gleichfalls verschieden. Es könnte dabei aber der Theil von a bis bganz gut nebeneinander bestehen, wenn die zwischen den Hauptformen ver-bleibenden Zwickel mit Rücksicht darauf ausgefüllt wären. Der Theil vonb bis c könnte folglich nebeneinander stehen und nur der letzte, von c bis d,ist zu abweichend gebildet, um sich mit den anderen zu vertragen. DasBrustgesims ist mit kleinen Zinnen, welche die Stärke des Werkstückes her-giebt (s. Fig. 12), geziert. Anstatt dass in den früheren Beispielen das Profildesselben stumpf an die Mauerflucht anlief, ist es hier, wie auch Fig. 16erweist, soweit das Werkstück reicht, herumgekröpft und könnte entwederals Brustsims an der Mauer fortlaufen oder auch, wie hier gezeigt, mit seinemAbschnitt schliessen. Es würde dadurch das Herunterlaufen des auf derBrüstung des Balcons auffallenden Regens an der Mauer einigermassen ver-mieden. Da die zwischen dem Masswerk des Geländers befindlichen breitenglatten Streifen nur dazu da sind, um die Fugen der einzelnen Platten be-quemer anbringen zu können, also auch nicht stärker sind als diese, so kannihre Stellung ganz unabhängig von den Kragsteinen angeordnet werden.Ein ganz abweichender Fall ist der in Fig. 17 vorgetragene. Es sind hierstatt der glatten Streifen förmliche Pfeiler angeordnet, mit welchen danndas Geländer und das Brustgesims durch eiserne Klammern verbunden seinkönnten. Da diese Pfeiler einen stärkeren Druck ausüben als das Geländer,so ist ihre Stellung auf den Kragsteinen wünsclienswerth.

Fig. 19 zeigt den ganzen Balcon im Grundriss, und ist darin auchdie Massbestimmung der Pfeiler enthalten, welche oben über dem Geländerin Steinkämpfer auslaufen, deren nähere Ausführung die Fig. 20 bis 25erweisen. Die punktirten Linien in Fig. 19 geben die in Fig. 17 mitgleichlautenden Buchstaben bezeichneten Fugen an.

Fig. 26. Ein sogenannter Blumenbalcon.

Anstatt die Sohlbank selbst über die Mauer herausragen zu lassen,ist die Anordnung der Art, dass unter die eigentliche Sohlbank die Plattedes Blumenbalcons fasst, so dass dieser auch niedriger zu liegen kommt, alsdie Sohlbank des Fensters, wodurch einestheils der Wasserabfluss erleichtertwird, anderntlieils aber nur die Blumen von innen durch die Fenster zusehen sind, mithin auch weniger dunkeln, als bei der gewöhnlichen Art.Statt jedes Geländers sind hier nur ein paar auf den Ecken, wie der GrundrissFig. 28 erweist, rund geschmiedete Stangen Eisen in die Mauer eingelassen.

Fig. 27 zeigt den Durchschnitt.

Es sind hier nur Balcons mit Sandsteingeländern gegeben, einmal weildie gewöhnliche Art, Geländer von Gusseisen zu machen, überhaupt nichtim Zweck dieser Blätter liegt, dann aber weil sie hinsichtlich des Ansehenssowohl, als der Annehmlichkeit der Benutzung weit hinter diesen zurück-stehen. Ein Steingeländer bleibt immer sauber und reinlich, lässt sich leichtabstauben, ist angenehm anzufassen, giebt ein grösseres Gefühl der Sicher-heit, namentlich wenn es höher ist, als man die Geländer gewöhnlich macht,während ein gusseisernes schon durch die Nothwendigkeit, es mit Oelfarbezu bestreichen, in welche sich dann, so lange sie noch feucht ist, der Staubsetzt, eine so widerliche Oberfläche darbietet, dass man in Versuchungkommt, die hässliche, gewöhnlich Bronze vorstellen sollende Decke abzu-kratzen, ohne dabei das leichte Ansehen eines schmiedeeisernen Geländerszu erreichen, bei welchem die Art der Arbeit auf Mancherlei führt, wasbei Gusseisen unmöglich ist, wie z. B. das Uebereinanderschlingen zweierStäbe, so wie dann letzteres auch die Oelfarbe entbehren kann und dochmit einiger Sorgfalt leicht rostfrei zu halten ist.

Tafel 34.

Balcons in Ziegelconstruction.

Es eignet sich der Ziegelbau weit weniger zur Anlage von Balcons,als der Quaderbau, daher diese Beispiele, wobei die Anwendung von Werk-stücken vermieden ist, nur gegeben sind, um die Schwierigkeiten zu zeigen,denen derartige Anordnungen unterliegen. Zuerst ist die Auskragung selbstnur mit vollkommen gut gebrannten Ziegeln möglich, und ist es daher wohlimmer rathsam, dieselbe durch Kragsteine von Werkstücken zu bewirken.Auch ist mir an keinem Bau aus einer guten Zeit eine derartige Anordnungbekannt. Dann aber ist die Eindeckung der Brüstung mit Ziegeln sehrschwierig und auch hier einer Deckplatte von Stein der Vorzug zu geben.

Fig. 1. Ein kleiner bedeckter Balcon;

Fig. 2 der Grundriss desselben über der Brüstungshöhe;

Fig. 3 der Durchschnitt, welcher die Construction zeigt. Es ist dieBedeckung nicht nöthig, und wäre er mit geringer Veränderung in einenunbedeckten umzugestalten. Es würden dann die Pfeiler wegbleiben unddie Brüstung ringsherum laufen. Wollte man nun diese, wie hier geschehen,durch eine Rollschicht abdecken, so müssten die Ziegel, wie Fig. 4 erweist,in den Ecken auf Gehrung zugehauen werden, was nur bei sehr schwacherAusladung möglich, immer aber eine schlechte Sache ist. Wollte man, wiein früheren Beispielen in entsprechenden Fällen gezeigt, um diesen Nach-theil zu vermeiden, die Brüstung auf der einen Seite höher machen, als aufder anderen, wie Fig. 5 erweist, so würde die Rollschicht des höher reichen-den Theiles eine ziemlich unsichere Lage bekommen und ist deshalb immernoch die in l<ig. 6 gezeigte Anordnung, wonach Eckpfeiler bis etwas überBrüstungshöhe gemauert und mit einer Steinplatte abgedeckt sind, zwischenwelchen dann die das Geländer deckende Rollschicht liegt, die bessere. DieDurchbrechungen der Brüstung sind durch ein Nebeneinanderstellen derZiegel, mit denen die Auskragung gemauert ist, bewirkt.

Fig. 7. Ein überwölbter Balcon;

Fig. 8 der Grundriss, so dass ab die Mauerflucht angiebt;

Fig. 9 der Durchschnitt nach ab cd. Die vordere Oeffnung ist durcheinen Spitzbogen geschlossen, nach welcher Form auch das den Balcondeckende Tonnengewölbe, so wie die in der Mauerflucht liegende Thür-öffnung gebildet ist. Das Dach fällt nach beiden Seiten. Würde das inder Mauerflucht liegende Fenster in die Vorderflucht des Balcons gebracht,so wäre aus dem Balcon ein Erker geworden.

Fig. 10 zeigt, wie der die Seitenöffnung bildende Bogen aus derMauer herausgewölbt ist, welcher sich dann in das Tonnengewölbe ein-schneidet nach den Linien c de in Fig. 8. Die Abdeckung der Brüstungist auch hier durch eine Rollschicht bewirkt, welche schräg gelegt ist. Esist dies aber wohl nicht zu empfehlen.

Fig. 11 zeigt einen grösseren überwölbten Balcon;

Fig. 12 den Grundriss, in welchem das den Balcon deckende Kreuz-gewölbe zu ersehen ist.

Fig. 13 zeigt den Durchschnitt durch das Gewölbe nach ab. DieRippen kommen ohne Kragsteine aus der Mauer und müssen an ihren An-fängen zusammengehauen werden.

Fig. 14 zeigt den Grundriss des unteren auf den Kragsteinen ruhendenGewölbes;

Fig. 15 den Durchschnitt nach c d in Fig. 12 und 14.

Alles Uebrige wird aus der Figur ersichtlich sein.

Tafel 35.

Erker.

Es giebt wohl nichts, was mehr zum behaglichen Gebrauch einesZimmers beiträgt und von aussen eine wirksamere Zier des ganzen Hausesabgiebt, als ein Erker. Es bedurfte wirklich all des seit Durand, Wein-brenner und anderen Bauleuten überkommenhabenden puristischen Strebens,um diese der reichsten Ausbildung fähigen, aber auch in der einfachstenGestaltung eben so nutzbaren als schönen Gebäudetheile ausser Gebrauchzu bringen. Leider stehen auch jetzt noch in vielen Städten der sonderbareantikisirt sein wollende Geschmack des Publikums, noch mehr aber beklagens-werthe Bauverordnungen der Anbringung solcher Erker in Strassen entgegen,wo sie gerade recht am Platze sind, weil es bei einem zwischen andereneingeengten Hause um so eher wünschenswerth ist, einen Platz zu haben,aus welchem man sich nach allen Seiten umsehen kann. Gleich wichtigaber ist die Abwechselung, die sie ganzen Strassen geben. Man sprichtimmer von Verschönerung der Städte und verbietet gerade das wirksamsteMittel dazu.

Fig. 1. Ein bedeckter Balcon, der durch Anbringung von Fensternin einen Erker umgewandelt werden könnte.

Fig. 2. Der Grundriss dazu. Die Schafte auf beiden Seiten, welcheden oberen Balcon tragen, sind verschieden dargestellt und könnten nichtan einem und demselben Balcon in dieser Weise vorkommen. An beidenaber ist der Anschlag behufs Anbringung von Fenstern stehen gelassen.In diesem Falle würde natürlich das in der Mauerflucht liegende Fenster,dessen eine Hälfte den Ausgang auf den Balcon bildet, wegbleiben. Uebrigenseignet sich dieses Beispiel schlecht zur Anbringung von Fenstern, theilswegen der zu grossen Weite der Schaftstellung, theils wegen der aus Fig. 9ersichtlichen complicirten Anordnung der Falze, und ist hier auf Anbringungvon Fenstern nur deshalb Rücksicht genommen, um einen Uebergang zuwirklichen Erkern zu bilden.

Fig. 3 zeigt die Seitenansicht;

Fig. 4 die Grundrissconstruction des rechts stehenden Schafts;

Fig. 5 das Profil der Brüstungsgesimse;

Fig. 6 die Unteransicht der Kragsteine;

Fig. 7 das Profil a des Kragsteins im grösseren Massstabe;

Fig. 8 das Profil b des Kragsteins im grösseren Massstabe;

Fig. 9 den Durchschnitt durch die obere Platte bei c.

Fig. 10. Ein Erker mit Steindach.

Wie der Durchschnitt Fig. 11 erweist, besteht das Dach aus zurück-gekragten Werkstücken, in der Weise, dass die nach der Tiefe laufendenweit genug in die Mauer fassen, um die nach der Länge laufenden derfolgenden Lage zu tragen, so dass das Stück ab c d auf dem aus der Mauerhervorkommenden efgli aufliegt. Hierdurch ist es möglich, die Fugennach der im Durchschnitt gezeigten Weise, wodurch jedes Eindringen vonFeuchtigkeit verhindert wird, zu bilden.

Fig. 11. Grundriss des Erkers.

In diesem, wie in den meisten der dargestellten Fälle, schlagen dieFensterflügel unmittelbar an die Steinpfeiler. Sehr leicht würden indesssämmtliche Fälle auf Anbringung hölzerner Zargen umzubilden sein.

Fig. 13. Ein nach dem halben Sechseck gebildeter Erker.

Fig. 14. Die Construction des Grundrisses.

Fig. 15. Der Durchschnitt.

Fig. 16. Das Masswerk des Theiles ab der Auskragung.

Der obere Theil des Fensters, in welches die Nasen des Spitzbogensfassen, ist mit Bleiverglasung gezeichnet. Gewinnen würde das Ganzedurch eine ähnliche Verglasung der aufgehenden Fenster, indess ist dasVorurtheil gegen diese Art so allgemein verbreitet, dass man einen sehrvernünftigen Bauherrn haben muss, um so etwas machen zu dürfen. Ichhatte nur einen, und den deckt die Erde, möge sie ihm leicht sein!

Tafel 36.

Grössere Erker.

Fig. 1. Ein Erker mit Pultdach und halben Giebeln zu beiden Seiten.

Der Dachbord ist durch die Zinnen begrenzt und das abfliessendeWasser wird durch die auf den Ecken hervorragenden, in der Darstellungetwas missrathenen Bestien ausgespieen.

Die Masswerkverzierung des oberen Theiles der Fenster ist verschiedenergezeichnet, als sie in einem Beispiel vorkommen dürfte, könnte inzwischenauch wegbleiben und der Pfosten unter den Bogen stossen, oder, wie indem links befindlichen Fenster gezeigt ist, sich durch kleinere Bögen mitdem grossen vereinigen; wie überhaupt die meisten der dargestellten Beispieleder grössten Vereinfachung fähig sind. Besser würde es sein, die Mittel-pfosten der Fenster etwas stärker zu machen, was auch sehr wohl angehenwurde, indem die mittlere Platte desselben die dreifache Breite haben könnte,ohne dass das Masswerk deshalb stärker werden müsste.

Ingleichen würde sich dieser Erker seiner ganzen Gestalt nach sehrwohl zur Fortsetzung durch ein zweites Stockwerk eignen.

Fig. 2 zeigt den Grundriss;

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