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her einsetzen und dann den zwischen der Oberkante der Zarge und deruntern Flucht des Bogens verbleibenden freien Raum mit Mauerwerk, welchesauf dem Oberstück der Zarge aufgeführt wird, ausfüllen. Man könnte auchHolz dazu nehmen, jedoch ist die erst beschriebene Art die einfachere, weilman Ziegel und Mauerleute immer bei der Hand hat. Um nun auch nachinnen eine viereckige Oeffnung zu erzielen, kann man entweder das hierim Durchschnitt Fig. 2 gezeichnete Verfahren anwenden, wonach der Raumzwischen Futter, Bogen und Bekleidung leer bleibt, oder man könnte auchdurch die ganze Mauertiefe hin Holzstücke überlegen und auf diese aufmauern.
Fig. 4 zeigt die innere Ansicht eines solchen Fensters, und zwar dielinke Seite noch ohne Holzverkleidung, die rechte, nachdem Futterbekleidung,Brüstung, Fensterbrett u. s. w. angeschlagen ist.
In Fig. 3 zeigt die linke Seite den Grundriss des oberen, die rechteden des unteren Fensters. Beide unterscheiden sich sonst noch dadurch,dass bei dem oberen die profilirten Ziegel um das ganze Fenster herumlaufen, also in den Widerlagern zusammengehauen sind, bei dem unterenhingegen das Profil der Gewände unter dem Widerlager in's Viereck über-geht und der Bogen aus denselben abwechselnd neben einander gestelltenStücken, womit das Seitengewände gemauert ist, besteht. Hinsichtlich derTiefe der Zurückläge der Fenster von der äusseren Mauerflucht lässt sichnicht wohl etwas Bestimmtes sagen, sie richtet sich nach zu vielen Um-ständen, doch ist eine möglichst grosse Tiefe im Allgemeinen wünscliens-werth. Man ist beim Ziegelbau auf weit einfachere Formen angewiesen,daher, um grösseren Reichthum zu erzielen, nicht viel anderes übrig bleibt,als Brüstungen oder sonstige Theile zu verzieren, wozu theils hier, theilsin vorangegangenen Blättern mannigfache Beispiele gegeben sind.
Bei hohen Stockwerken kann man auch das in Fig. 5 angegebeneVerfahren, welches bei den Fenstern des Erdgeschosses am Lübecker Rath-hause vorkommt, anwenden, indem man nämlich in einiger Entfernung überdem Fensterbogen einen zweiten Bogen schlägt und den zwischen beidensich ergebenden Raum verziert. Es wäre hier auch eine passende Stellezur Anbringung von Malerei. Die im Durchschnitt Fig. 6 gegebene Con-struetion für diesen Fall würde nur statthaft sein entweder bei Giebelmauern,wo keine Balken auf der Mauer liegen, oder aber dann, wenn auf dasFenster wenigstens kein Balken käme. Am richtigsten freilich ist es, wennman dergleichen Fenster nur da anwendet, wo die Balken über dem oberenBogen zu liegen kommen, oder bei gewölbten Decken.
Fig. 7 zeigt ein Fenster mit Mittelpfosten, wobei die Zarge in dieMauerflucht vorgerückt, im Uebrigen ganz dieselbe Construction wie in denvorigen Fällen angewandt wurde. Auf das Oberstück der Zarge ist eineRollschicht gemauert, und über dieser befindet sich erst der Bogen. DieBrüstung ist mit Platten gebrannter Erde verziert.
Fig. 8 ist der Durchschnitt;
Fig. 9 die innere Ansicht. Der innere Bogen kann natürlich vielweiter heruntergehen, als der äussere, und ist derselbe hier nach innen zugezeigt ohne viereckige Verkleidung; die hölzerne Verkleidung reicht nurbis zur Höhe des Losholzes, und kann dann der Bogen, so wie die überdie hölzerne Verkleidung hinausgehenden Seitengewände nur geputzt werden.Ein Fenster dieser Art befindet sich an einem schönen alten Hause derHolstenstrasse in Lübeck.
Fig. 10. Ein Rundbogenfenster, bei welchem ziemlich alle eben an-geführten Nachtheile der Rundbogenfenster vorkommen. Doch ist der obereFlügel nicht zum Aufschlagen, sondern zum Herausnehmen eingerichtet. Esist das Fenster, wie aus der inneren Ansicht Fig. 12 hervorgeht, nach innenmit dem Stichbogen überdeckt, so dass die eigentliche Zarge und dieFensteröffnung nach innen viereckig sind.
Fig. 13 stellt einen eigentlich mit Fig. 5 und 6 zusammenfallendenFall dar, nur dass hier statt der dort übereinanderschlagenden zwei Stich-bogen ein Rundbogen über den Stichbogen geschlagen ist. Eben so guthätte auch ein Spitzbogen darüber geschlagen werden können.
Tafel 32.
Fig. 1. Ein breiteres, durch feststehende hölzerne Pfosten in 3 Ab-theilungen geschiedenes Fenster. Es kommt dieser Fall ziemlich auf dasTaf. 30 Fig. 7 gezeigte Beispiel hinaus, nur mit den durch die Ziegel-construction bedingten Modificationen. Als Wölbungslinie wurde hier ein ge-drückter aus drei Mittelpunkten geschlagener Rundbogen angenommen. Ebenso geeignet wäre auch ein Stichbogen gewesen, nur dass dann, wenn mandie oberen Zargenstücke a in die Höhe des Widerlagers gebracht hätte, fürdas mittlere Feld nicht mehr ein vollständiges Quadrat übrig geblieben wäre.
Fig. 2 stellt den Grundriss dar. Wie daraus ersichtlich, ist hier dieZarge nur einen halben Stein gegen die äussere Mauerflucht zurückgesetzt,trotzdem dass hier eine Mauerstärke von 3 Steinen angenommen wurde.Es geschah dies nur, um im Innern eine bedeutende Tiefe für die Fenster-nische zu gewinnen, welche hier (siehe Durchschnitt Fig. 3, innere Ansichtund Längendurchschnitt Fig. 4, und Grundriss Fig. 2) zur Anbringung vonSitzbänken benutzt ist. Es ist deshalb auch, um mit diesen Bänken nichtweit in das Fenster hineinzureichen, die Fensternische unten bis oberhalbManneshöhe zwei Steine breiter angenommen worden, als die Spannung desBogens beträgt, welche Breitendifferenz durch die daselbst angebrachteUeberkragung vermittelt wird. Das Wangenstück der Bank bildet, wie ausden Zeichnungen ersichtlich sein wird, zugleich die Verkleidung der Ecken,im Uebrigen wird die ganze Construction aus den Figuren verständlich.Bei dem Tafel 31 Figur 7 gegebenen Beispiele wäre die Anlage solcherBänke aber wohl am Platze gewesen. Es ist freilich jetzt nicht mehr derBrauch, solche Bänke zu machen, aber es ist doch etwas sehr Angenehmesum einen solchen Fensterplatz, und es ist überhaupt gut, so zu bauen, dassman gleich auf die Benutzung dabei Rücksicht nimmt. Die Fensterflügelkönnen, um die auf der Bank Sitzenden beim Aufgehen nicht zu stören,an den Pfosten nach der Mitte herumschlagen. Indess auch ohne Anbringungsolcher Sitze hat eine tiefe Fensternische ihre Annehmlichkeiten. Ist keineBank da, so stellt man einen Stuhl hinein und hat einen heiteren angenehmenSitz. Leider aber ist man jetzt oft verhindert, die Mauern so stark zumachen, als man wohl gerne möchte, und wird es natürlich bei schwachenMauern auch sehr schwer, genügende Tiefe für solche Nischen zu finden.Will man nun nicht gleich einen richtigen Erker anlegen, was freilich in
allen Fällen das Schönste und Beste ist, so kann man sich auf die in Fig. 5,im Durchschnitt Fig. 7 und Grundriss Fig. 6 dargestellte Weise helfen,wonach die ganze Fensterpartie, einschliesslich der Brüstung, um einen Steingegen die Mauerflucht überkragt ist, welcher Vorsprung dann oben, wieauch angedeutet ist, durch gewöhnliche Dachziegel abgedeckt wird. DasFenster ist durch einen hölzernen Pfosten in der Mitte getheilt und miteinem flachen Spitzbogen überdeckt.
Fig. 8 stellt zwei verbundene einflügelige Fenster vor. In der Mittedarüber ist ein Kreis eingewölbt, der wieder durch die kleinen Bogen vongebranntem Thon verziert ist; der Grund kann weiss geputzt sein. AuchHessen sich hier sehr wohl Wappen, Köpfe, Spruchbänder, entweder blosgemalt oder aus gebrannter Erde bestehend, darin anbringen.
Fig. 9 ist der Grundriss;
Fig. 10 der Durchschnitt durch den Kreis. Will man nun, wie hiergezeigt, die ganze Fensterpartie durch ein ausserhalb herumlaufendes Ueber-schlagsgesims begrenzen, so thut man doch besser, die Eckstücke besondersformen und brennen zu lassen, als die Steine auf Gehrung zusammenzuhauen,was wenigstens bei dem hier gezeichneten Profil seine grossen Schwierig-keiten haben würde.
Fig. 11. Zwei einfachere durch einen Schutzbogen verbundene Fenster;
Fig. 12 der Grundriss hierzu;
Fig. 13 der Durchschnitt nach ab. Es ist hier das Profil, wonach dieGewände und der Mittelpfeiler gemauert sind, nicht mit im Bogen herum-geführt, sondern erst durch das in Fig. 14 perspectivisch gezeichnete, be-sonders zu formende Stück der Uebergang in die rechtwinkelige Ecke gebildetund dann der Bogen mit gefaseten Steinen gemauert. Dieselben Fig. 14gezeichneten Stücke vermitteln nach unten den Uebergang in's Viereck. Würdendiese Fenster im obersten Stock angewandt, so wäre der Schutzbogen unnötliig.
Fig. 15 zeigt eine entsprechende Anordnung von rundbogigen Fenstern.Wegen Mangel an Raum mussten die Fenster niedriger gezeichnet werden,als es ursprüngliche Absicht war, wodurch das Ganze an Aussehen verlorenhat. Auf der linken Seite dieser Figur ist eine Ausfüllung der Zwickelmit Platten von gebrannter Erde angenommen, so wie auch der in der Mittebefindliche Vierpass mit solchen Platten ausgefüllt ist. Es könnten dieseVerzierungen auch in Kalk mit einigem Gypszusatz gegossen und gemaltsein. Auf der rechten Seite sind die Zwickel mit schlichtem Mauerwerkausgefüllt, und würde in diesem Falle der Vierpass in der Mitte am bestengleichfalls nur weiss geputzt sein.
Fig. 16 ist der Grundriss;
Fig. 17 der Durchschnitt hierzu. Für gewöhnliche Privathäuser würdensich indess solche Fenster weniger eignen und sind hier nur aufgeführt, umdie Anwendung dieser im Rundbogenstyl so häufig vorkommenden Anordnungauf Ziegelconstruction zu zeigen.
Tafel 33.
Verschiedene Balcons von Stein.
Fig. 1. Ein einfacher Balcon mit dichtem Steingeländer.
Fig. 2. Der Durchschnitt dazu. Da man den zum Ablauf des Wassersnotliwendigen Fall nicht durch eine schräge Lage der Platte bezweckenkann, so muss er aus der Stärke der Platte heraus gearbeitet werden, undist es also. Man wird dadurch schon von selbst darauf geführt, ringsumeinen erhöhten Rand in der Stärke des darauf zu setzenden Geländers stehenzu lassen ( abc in Fig. 2), einestheils, um für die Platten des Geländerswieder horizontale Lagerfugen zu gewinnen, dann aber, um die sonst indem Winkel zwischen Platte und Geländer, wo sich alles Wasser zusammen-drängt, unvermeidliche Fuge zu vermeiden und so durch ihre höhere Lagevon dem Wasserlauf zu entfernen.
Der gleiche Fall tritt bei dem Anschlag der Thüre an der Platte ein,denn wenn schon hier das Wasser vermöge, des Falles der Platte abfliesst,so ist es doch, um die Fuge zwischen Thüre und Platte zu sichern, wünschens-werth, dass auch hier ein erhöhter Rand, efgh Fig. 2, stehen bleibe, überwelchen dann ein etwa an der Thüre befindlicher Wasserschenkel wegfasst.
Wird der Balcon nicht gleich mit der Aufführung der Mauer, auswelcher er ausgekragt ist, versetzt, in welchem Falle man die Geländer-platten, so wie das Brustgesims in die Mauer fassen lassen kann, so ist eszweckmässig, an dem hinter dem Balcon befindlichen Thürgewände odersonstigen Werkstücke, auf welches das Geländer trifft, die Ansätze für Ge-sims und Geländer stehen zu lassen (iklm und mnop in Fig. 2), welcheAnordnung auch in ersterem Falle die bessere ist. Es hat auch diese An-ordnung den Zweck, die Fuge von der Einwirkung des an der Mauer herunter-fliessenden Wassers zu entfernen. Die Kragsteine sind sehr einfach gehalten.Nur der rechts befindliche, welcher sonst nach demselben Profil gearbeitetist, hat, wie der Durchschnitt Fig. 3 erweist, an seiner Vorderseite einigeVerzierung.
Fig. 5. Ein grösserer Balcon mit gleichfalls dichtem Geländer, anwelchem sich jedoch die beiden rechts befindlichen Quadrate auch zu durch-brochener Arbeit eignen würden. Die Kragsteine sind verschieden gehalten.In dem Durchschnitt Fig. 4 ist das Profil des auf der linken Seite befind-lichen enthalten, während die Fig. 7 und 6 den Durchschnitt und die Seiten-ansicht des auf der rechten Seite befindlichen geben. Das Masswerk ist,wie Fig. 30 erweist, theilweise durchbrochen. Eine so abweichende Gestaltung,wie die hier gegebene, würde an einem und demselben Balcon nicht statthaftsein, ebensowenig aber ist vollkommene Uniformität nöthig. Wenn nur dieHauptgestaltung nicht gar zu abweichend ist, so kann die weitere Ausführungschon ziemlich verschieden sein.
Fig. 9. Ein reicherer Balcon. Während in den bisher gezeigten Bei-spielen die Platte auf aus der Mauer ausgekragten Steinen ihr Auflager hatte,ist hier eine Platte über die andere gekragt und so die gewünschte Ausladungerlangt.
Der Durchschnitt Fig. 10 zeigt eine reichere Ausführung dieser Aus-kragung. Das Geländer ist durchbrochen, und der Abfluss des Wassers ge-schieht nicht wie in den früheren Fällen durch in der Platte befindlicheLöcher, sondern durch an der Vorderseite angebrachte Oeffnungen o in Fig. 9.
Fig. 11 giebt einen grösseren Balcon. Die hier gezeigte Anordnung,wonach die Platte auf den Kragsteinen gestossen ist, kann natürlich nur