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Details für Stein- und Ziegel-Architectur im romanisch-gothischen Style : Sockelprofile, Gesimse, Bogenfriese, Fenster, Luken, Giebel, Erker, Balkons, Thürme, Schornsteine, Thüren, Thore, Treppen, Gewölbe und sonstige Einzelheiten in Stein und Ziegel ; ein Vorlagewerk für Architecten, Steinbildhauer und Schulen
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eckig gebildet, dergl. wir auf Blatt 31 Fig. 10, 11 und 12 ein Beispielaufführen.

Fig. 1 stellt nun ein ganz einfaches Fenster mit geradem Sturz undSandsteingewände dar. Die ganze Profilirung der Gewände besteht in einerHohlkehle. Die Sohlbank ist nach einer Neigung von 45° gebildet. Diezwei Flügel schlagen ohne feststehende hölzerne Rahmen in die Sandstein-gewände. Es ist hierbei angenommen, dass die Sandsteingewände durchdie ganze Mauerstärke fassen und nach innen ohne Holzbekleidung gelassenwerden.

Fig. 2. Grundriss; Fig. 3 der Durchschnitt hierzu.

Fig. 4. Ein viereckiges Fenster mit derselben Profilirung, wobei nurausserhalb eine zweite Hohlkehle herumläuft, deren Stäbe sich in den Eckenkreuzen. Sie ist auf den beiden Seiten der Figur nach verschiedenen Pro-filen gebildet, wie der Grundriss Fig. 5 ergiebt.

Fig. 6. Der Durchschnitt.

Fig. 7 ist der Durchschnitt nach a b;

Fig. 8 nach cd. Es ist hierbei ein feststehender hölzerner Rahmenangenommen.

Fig. 9 ein reicheres Beispiel. Der Durchschnitt ist in die Figur ge-zeichnet.

Fig. 10. Der Grundriss. Die Neigung der Sohlbank ist wieder nacheinem Winkel von 45° normirt, dabei fasst sie nach aussen über die Mauer-flucht hinaus und profilirt sich nach unten mit einer Hohlkehle, s. d. Durch-schnitt.

Fig. 11. Eine reichere Fensterbildung. Der Sturz ist mit einemUeberschlaggesims versehen. Das Gewände ist, wie der Grundriss Fig. 12zeigt, aus zwei Überort gestellten Quadraten gebildet; die Rundstäbe habenihren eigenen in Fig. 14 in grösserem Massstabe gebildeten Sockel undlaufen dann mit den übrigen Gliedern auf den im Durchschnitt Fig. 13mit w bezeichneten Wasserschlag. In der Mitte des Gewändes sind dieGlieder desselben durch eine in Fig. 13 mit e bezeichnete Hohlkehle unter-brochen, durch welche sie scheinbar hindurchlaufen. Es wird hierdurch dieStelle bezeichnet, wo das Losholz anzubringen ist. Man könnte auch dieseHohlkehle durch die ganze Fensterbreite durchlaufen lassen und würde danneinen festeren Anschlag für die Flügel gewinnen. Die Sohlbank ist wiedernach einer Neigung von 45° gebildet und fasst über die Mauerflucht, wo-durch das Herablaufen des Wassers an der Mauer und die sich dadurchbildenden schwarzen Streifen einigermassen verhütet werden. Da es nunoft wünsclienswerth ist, vor den Fenstern einen Raum zu gewinnen, umBlumentöpfe stellen zu können, so sind hier in der Sohlbank zwei Bohlenstehen gebliehen, welche dann die in Fig. 15 und 16 angegebene kragstein-artige Gestalt erhalten. Man kann übrigens auch ohne solche Bildungenmit leichter Mühe Raum zur Aufstellung von Blumen erhalten, wenn manin die Seitengewände eiserne Halter einschlägt und nur ein Brett überlegt.Im Winter lässt man doch keine Blumentöpfe aussen stehen und kann dannleicht die Bretter wegnehmen. Näheres hierüber bei Darstellung der Balcons.

Um grösseren Reichthum zu erzielen, ist eine sich eignende Art diein Fig. 17 dargestellte, wobei die in zwei Stockwerken über einanderstehenden Fenster mittelst Verzierung der dazwischen befindlichen Mauerzusammengezogen sind.

Fig. 19 zeigt die Construction des Gewändes beider Fenster. DieProfilirung ab f ede zeigt das eigentliche Fensterprofil. Hiervon läuft derTheil von a bis c durch die Zwischenmauer, wobei nur behufs der Mass-werkbildung in die Hohlkehle f der Stab und Kehle g eingesetzt sind,welches Profil sich dann beim oberen mit Masswerk verzierten Sturzewiederholt. Durch Weiterführung der das Gewände beginnenden Hohlkehle anach h ergiebt sich das Ueberschlaggesims des oberen Sturzes, so wie desunter der Sohlbank vortretenden Gesimses x, die Fig. 19 wird die ganzeConstruction hinreichend erläutern. Das untere Fenster ist nach einer ge-schweiften Form überdeckt, die jedoch so wenig von der geraden Linieabweicht, dass der Falz und die Flügel noch geradlinig sind. Das hiergezeichnete Fenster ist zu hoch, um die Flügel durch die ganze Höhereichen zu lassen, und würde sich daher durch die Umstände die Anbringungeines hölzernen Rahmens mit Losholz bedingen.

Fig. 18 zeigt den Durchschnitt; Fig. 20 und 21 die das hängendeMasswerk des oberen Sturzes beschliessenden Blätter in grösserem Massstabe.Es soll das hier gegebene Beispiel nur zeigen, welcher reichen Ausbildungdiese im Ganzen so einfache geradlinige Ueberdeckung fähig ist.

Fig. 22 zeigt ein reicheres Fenster, wobei der Sturz aus fünf gegeneinander laufenden Kreissegmenten gebildet ist, nach innen jedoch, wie dieUntersicht des Sturzes Fig. 25 zeigt, wieder geradlinig wird. Es kommtauch vor, dass die untere Linie des Sturzes gleichfalls nach den einge-nommenen Bogenstücken endigt und kann deshalb Falz und Rahmen immerviereckig bleiben.

Fig. 23 zeigt die Construction des Gewändes in vergrössertem Massstabe;

Fig. 24 den Durchschnitt. Es ist hier eine von der vorigen abweichendeBildung der Sohlbank gezeichnet, indem die Neigung ganz flach ist und nurunmittelbar unter dem Holzrahmen sich durch eine kleine Hohlkehle erhöht,so dass dieser ausser aller Berührung mit dem langsam abfliessenden Wasser ist.

Tafel 30.

Mehrere Arten theils gekuppelter theils Pfostenfenster.

Fig. 1. Zwei verbundene Rundbogenfenster. Es sind dieselben nurbis an den durchlaufenden geraden Sturz zum Aufschlagen eingerichtet, derobere Theil der Bogen ist mit Masswerk ausgefüllt, an der Sohlbank sitzenwieder kleine Kragsteine behufs Aufnahme von Blumentöpfen. Es ist dieAusfüllung durch Masswerk nicht notwendig, man kann auch eiserne Stäbein die Sandsteine einlassen und an diese stellenweise die Bleiverglasung be-festigen, dergleichen Beispiele bei den Hausthüren häufiger vorkommen, aufwelche wir hier verweisen müssen. Die Construction des Mittelpfeilers istin Fig. 6 ersichtlich, wo sich auch die Profilirung im Bogen befindet. Esist daselbst auf der linken Seite der Anschlag für die Fensterflügel bei adargestellt, auf der rechten dagegen das Profil des Masswerks im Bogen,wobei die Glasscheiben gegen den Falz b zu liegen kommen. Wir bemerkenhier nur, dass das Gegeneinanderlaufen verschiedener Profile, wie hier des

Tingewitter, Stein- und Ziegel-Architeetur.

im Grundriss Fig. 2 mit c bezeichneten Querstückes gegen einen Viertel-kreis des halben Vierpasses, wonach der Mittelpfeiler an dieser Stelle ge-bildet ist, ferner der Bogenglieder d Fig. 2 gegen den halben Vierpass, oftvon sehr guter Wirkung ist. Es hätte auch der Mittelpfeiler durch seineganze Höhe nach dem halben Vierpass gebildet werden mögen, so wie auchdie Wiederholung der Seitengewände nach der anderen Seite, so dass nureine Schneide in der Mitte stehen geblieben wäre, was eine passende Ge-staltung abgegeben hätte, und muss hierbei bemerkt werden, wie aus denhier gegebenen grossentheils reicheren Gestaltungen sich einfachere leichtwürden bilden lassen.

Fig. 3 zeigt den Durchschnitt durch das Fenster;

Fig. 4 das Profil f am Mittelpfeiler; Fig. 5 den Sockel s im grösserenMassstabe, e in Fig. 2 die Profilirung des Masswerks.

Fig. 7 zeigt ein Fenster mit feststehenden Steinpfosten. Obgleich manin neueren Zeiten von dieser älteren Weise mehr abgekommen ist, empfiehltsie sich doch gerade den neueren Einrichtungen gegenüber durch ihre Dauer,heutzutage macht man freilich die Fenster immer so, dass, wenn sie auf-gehen, in der Mitte nichts stehen bleibt, damit, wenn Mann und Frau sichneben einander in's Fenster legen, die Berührung beider nicht durch einenfeststehenden Pfosten gehindert ist. Man sollte aber doch denken, dass aufdiese Berührung die Betheiligten wohl verzichten könnten, wenn sie dafürdauerhaftere und besser schliessende Fenster erhalten, und die sind gewiss.Es ist hier nicht am Platze, weiter hierauf einzugehen, um so mehr, alssich die Vortheile einer solchen Anordnung von selbst darstellen. Das Mittel-fenster ist. hier um ein Quadrat höher als die Seitenfenster, und ist diesesQuadrat mit durchbrochenem Masswerk ausgefüllt. Es ist dies eine sehrgünstige Anordnung, welche des grössten Reichthums fähig, auch in einerganz einfachen Gestalt von guter Wirkung ist. So wie hier drei, kannman auch fünf Fenster auf dieselbe Weise zusammenstellen und das viertewieder so hoch machen als das zweite. Sehr geeignet ist diese Anordnungauch zur Ausfüllung grosser Bogenfenster, wie wir bei den Ziegelconstructionendurch ein dort mit hölzernen Pfosten gezeichnetes Fenster darstellen werden.

Fig. 8 zeigt den Grundriss und darin eine Bestimmung der Pfosten-stärke durch die Fensterbreite;

Fig. 9 die Profilirung der Pfosten, wobei die zweite Hohlkehle zugleichdie Hohlkehle des Masswerks abgiebt.

Fig. 10. Zwei verbundene viereckige Fenster. Wie der GrundrissFig. 11 zeigt, würde die Gliederung aus zwei Seiten des Überort gestelltenAchtecks ermittelt. Der Mittelpfeiler hat nicht die Stärke der Seitengewände.Eine ganz ähnliche Profilirung findet sich an einem sehr schönen alten Hausein Leipzig. Sie ist in Fig. 12 dargestellt. Da daran nur einflügelige Fensterangebracht sind, während das hier gegebene Beispiel auf zweiflügelige, alsobreitere berechnet war, so konnte der Mittelpfeiler auch schwächer gehaltensein, indem die Schneiden a und b ohne trennende Hohlkehle unmittelbargegen einander stehen.

Fig. 13. Zwei verbundene, nach dem Stichbogen überdeckte Fenster.Aus dem Grundriss Fig. 14, worin sämmtliche Profile enthalten, sowie demDurchschnitt Fig. 15, wird Alles deutlich werden, und wäre nur zu bemerken,wie auch in diesem Falle es vorzuziehen ist, den Fensterrahmen, wie hierdurch die punktirten Linien angedeutet, viereckig zu machen, statt das Holz,der Form des Stichbogens folgend, zu verschneiden. Bei den Ziegelconstruc-tionen wird diese Ueberdeckung öfter vorkommen, da sie da, durch alleUmstände bedingt, für gewöhnliche Fenster als die zweckmässigste erscheint.

Fig. 16. Ein durch einen Kreuzpfosten getheiltes Fenster. Die linkeHälfte ist reicher behandelt, als die rechte, indem hier das obere Quadratmit 8 Näsen verziert ist.

Fig. 17 zeigt den Grundriss der Seitengewände und des Pfostens. DieForm der Sohlbank wie Fig. 22 Taf. 29.

Fig. 18. Ein reicheres Beispiel derselben Art.

Fig. 19 zeigt die Construction des Grundrisses;

Fig. 20 den Durchschnitt nach a b. Trotz der geschweiften Form deruntern Felder, deren Flügel zum Aufgehen bestimmt, sind diese letzterendoch viereckig, indem die Nasen der Schweifung, wie bei c Fig. 20, so wieaus der inneren Ansicht Fig. 21 ersichtlich, sich nach innen ebenso profilirenals nach aussen und somit frei vor dem Fensterflügel schweben. Die punk-tirte Linie l giebt die Unterkante des Oberstückes des Flügels. Es musshierbei noch bemerkt werden, dass sämmtliche hier gegebene Beispiele aufeinwärts schlagende Fenster berechnet sind. Bei auswärts schlagendenFenstern fallen natürlich solche Gewändprofile weg und tritt an deren Stattnur ein Falz. Eine sehr passende Art, auswärts schlagende Fenster anzu-bringen, bieten die Fig. 16 und 18, indem man hier die Gewändprofilirungso lassen kann, wie sie ist, und nur die Saiten- und Mittelpfosten umzu-kehren nöthig hat. An Fig. 16 würden sich auch sehr leicht Doppelfensteranbringen lassen, indem man die Haken in die Hohlkehlen h schlüge. Beiden übrigen Beispielen müsste man zu den gezeichneten Profilen noch einenausserhalb herumlaufenden Falz zufügen, wenn man Doppelfenster anbringenwollte. Sonst ist die Anbringung von Doppelfenstern im Innern immervorzuziehen, wo man dann beide, die stehen bleibenden so wie die wegzu-nehmenden Flügel, nach innen schlagen lassen mag.

Tafel 31.

Verschiedene Arten Fenster in Ziegelconstruction.

Fig. 1. Zwei übereinander stehende Fenster verschiedener Stock-werke, wobei die zwischen beiden befindliche Mauer durch einen eingewölbtenKreis verziert ist. Das Nähere über die hier angewandte Art der Aus-füllung dieses Kreises ist schon in mehrfachen Beispielen erläutert worden.Wie schon bei den Fenstern mit Steingewänden erklärt wurde, so ist auchhier die viereckige Form die geeignetste. Durch die blosse Anwendungvon Ziegelmauerwerk kann man aber diese Form nicht erzielen, daher essich herausstellt, dass man bei Ziegelmauerwerk der Holzconstruction alsintegrirenden Bestandteiles bedarf. Man wählt daher im Allgemeinen diedem Viereck am nächsten kommende Form unter den im Ziegelmauerwerkausführbaren, und dies ist der Stichbogen, den man nach Belieben mehroder weniger flach machen kann, und überwölbt danach die Oeffnung. Nunkann man entweder die viereckige hölzerne Zarge mit einmauern oder nach-

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