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Tafel 18.
Verschiedene Thürgewände in Steinhauerarbeit.
Fig. 1. Zweiflügelige Thüre, nach dem Sticlibogen überdeckt, welcherhier nur aus zwei Stücken besteht, das Oberlicht durch durchbrochenesMasswerk gebildet.
Fig. 2. Der Durchschnitt hierzu.
Fig. 3. Der Grundriss des Thürgewändes. Es ist daraus ersichtlich,wie der Rundstab mit der Hälfte seines Körpers gegen die Mauerflucht vor-liegt und sich oben mit dem unter dem Traufsims befindlichen kreuzt.
Fig. 6 zeigt dies deutlicher in dem Durchschnitt nach a b des Aufrisses,
Fig. 7 in dem Durchschnitt nach c d.
Fig. 4 zeigt die verschiedenen Grundrisse des Stabes und seines Sockelsüber einander.
Es ist bei Entwurf sämmtlicher Blätter festgehalten worden, jede inden Gliederungen vorkommende Höhe immer durchlaufen zu lassen, bis sieentweder an einem ihr gleichen oder grösseren Vorsprung, der dann dasGanze schliesst, ausläuft, oder an dem äusseren Umriss mit ihrem senk-rechten Durchschnitt aufhört. So läuft hier der Rundstab durch bis an dieHohlkehle des Sockels, siehe Fig. 6, so läuft die Kante des überort ge-stellten Achtorts des Sockels dieses Rundstabes in die Hohlkehle des Ge-bäudesockels, wie bei a Fig. 2 ersichtlich.
Dann läuft oben der Rundstab des Traufsimses, nachdem er sich mitdem aufsteigenden gekreuzt, bis an das äussere Viereck des Thürgewändes,welches durch die Kante a Fig 4 bezeichnet ist und hört hier mit seinemgeraden Abschnitt auf, siehe Figur 7, wobei also das Profil abcdef vorder Mauerflucht vorliegt. Das Gleiche gilt von der Durchkreuzung der inFig. 3 mit IIb bezeichneten Hohlkehle bei x Fig. 1.
Fig. 5 zeigt das Profil des Querstückes q in Fig. 1 in vergrössertemMassstabe. Es läuft dieses in die in Fig. 4 mit IIb bezeichnete Hohlkehle,daher auch die Tiefe o Fig. 5 gleich l b sein muss. Die Beischläge derFreitreppen sind verschieden gezeichnet, bei beiden ist eine Vertiefung zurAufnahme des Fusskratzers angebracht.
Fig. 8. Eine Thüre mit Rundbogen darüber. Die Construction istaus der Zeichnung ersichtlich. Auch hier besteht das Thürgewände aus zweiTheilen, wie aus dem Grundriss Fig. 9 hervorgeht. Der innere den eigent-lichen Anschlag der Thüre bildende Theil ist, soweit er aufwärts läuft,anders gestaltet als ein Bogen, weil, hätte man den aufwärts laufendenRundstab im Bogen und Masswerk herumführen wollen, dieses in der An-sicht zu breit erschienen sein würde.
Fig. 13 zeigt diesen Theil des Gewändes in grösserem Massstabe.
Fig. 14. Die Ansicht des im Aufriss Fig. 8 mit a bezeichnetenTheiles, wo der Rundstab in die Kehle ausläuft, von vorn;
Fig. 15 von der Seite.
Fig. 11 ist der Durchschnitt durch die Thüre.
Fig. 10 zeigt den Grundriss der Treppe. Hierbei wäre zu bemerken,dass, falls man nicht an beiden Seiten der Treppe Beischläge anbringt, eineAbstumpfung der Stufenecken, welche hier nach einem halben regulärenAchtort gebildet ist, oder Abrundung derselben gegen eine Bildung mitrechtwinkeligen Ecken den Vorzug verdient, einestheils weil sie wenigerBeschädigungen ausgesetzt ist, anderntheils weil sie überhaupt zugänglicherund bequemer erscheint.
Fig. 12 giebt den Sockel der Rundstäbe des Gewändes.
Fig. 16 zeigt das Laubwerk an dem Querstück, in welches die Thüreschlägt, in grösserem Massstabe. In Beziehung auf die Darstellung dieser,so wie aller vorkommenden Figuren ist zu bemerken, wie die Schraffirungnur um eine grössere Deutlichkeit zu erzielen angewandt wurde, daher aufeine genaue Schattenconstruction Rücksicht nicht genommen werden konnte,weil dadurch manches undeutlicher geworden sein dürfte.
Tafel 19.
Einflügelige Thüren in Ziegelbau.
Fig. 1. Da in den meisten Fällen die Räume, in welche man durchdie Hausthüre zunächst gelangt, keine weiteren Fenster haben, so ist es,wenn man nicht in der Thüre selbst Fenster anbringen will, sehr zweck-mässig, wie liier geschehen, über derselben ein solches anzubringen. Höheist namentlich bei Anwendung einflügeliger Thüren gewöhnlich hinreichendvorhanden, wenn man nicht darauf besteht, übertrieben hohe Thüren zumachen. Aber auch in diesem Falle geht doch die Thüre selbst immernur bis zum Losholze auf, daher der Gewinn an Höhe nur scheinbar ist.
Es ist hier der Bogen der Thüre in die Flucht des vortretendenSockels gelegt, so dass also dieser Vorsprung um dieselbe herumläuft. DerGrundriss des Gewändes ist in den Fig. 2 u. 3 verschieden gezeichnet, inFig. 3 ist ein Sockelvorsprung von */ 2 Stein, in Fig. 2 von 1 / i Stein an-genommen. Es versteht sich von selbst, dass, wenn kein Sockelvorsprungvorhanden ist, die gezeigte Anordnung doch beibehalten werden kann undnur das Vortreten der Gewände wegfallt. Diese, so wie sämmtliche aufdiesem Blatte dargestellten Thüren sind ohne hölzerne Zargen angenommen,so dass die Angeln mit eingemauert und die Thüren dann angehängt werdenkönnen. Die Thüren schlagen deshalb erst an der inneren Mauerfluchtan, fassen, um dicht zu schliessen, nach beiden Seiten noch einige Zoll überdie Ecken und können unabhängig von der Gestalt des Thürbogens eineviereckige Gestalt erhalten.
I ig. 4. Einflügelige spitzbogige Thüre. Das Gewände tritt wie inFig. 1 mit dem Sockel vor und schliesst oben mit drei Zinnen.
Fig. 5. Der Grundriss des Gewändes.
1* ig. 6. Durchschnitt durch den Sockel. ' Die Formziegel werden inden A\ inkeln, die das aufsteigende Gewände mit dem Sockel bildet, aufGehrung zugehauen, wie Fig. 4 erweist.
Fig. 1. Profil der Zinnen. In sämmtlichen hier gegebenen Fällen istvon Anlage von Freitreppen Umgang genommen, deshalb aber mussten dochSteinschwellen angebracht sein, die aber in der Darstellung weggelassen sind.
Fig. 8. Einflügelige Thüre mit gekuppeltem Fenster darüber.
Fig. 9. Grundriss dazu. Es hat diese Anordnung den Vorzug vorder in der Fig. 1 gezeigten, dass der Thürbögen besonders in der Mittebelastet ist.
Ungewitter, Stein- und Ziegel Architectur
Fig. 10. Ein reicheres Beispiel. Die Thüre liegt 1 / 2 Stein gegendie Mauerflucht zurück in einer viereckigen Vertiefung, welche an den Seitendurch die gefaseten Steine, oben aber durch die kleinen Bogen, deren Con-struction, wie Fig. 12 im Durchschnitt gezeigt, gebildet wird. Wie hier er-sichtlich, sind die Kragsteine, worauf sie ruhen, dieselben auf hohe Kantengestellten Formziegel, womit das Gewände gemauert ist. Siehe den Grund-riss Fig. 11. Der Grund hinter dem Bogen ist weiss geputzt. Die schrägliegende, um die Thür laufende Platte a Fig. 11 ist gleichfalls geputztund das Ornament gemalt. Man könnte auf diese Weise selbst ohne An-wendung von Formziegeln, durch Hülfe der Malerei einen ganz reichenEffect erzielen, wenn man z. B. in dem Fig. 11 gezeichneten Gewände dieFormziegel b durch zugehauene gefasete ersetzte, e, ingleichen die Krag-steine c in Fig. 12, und statt der kleinen Bogen auf diesen Kragsteinengewöhnliche Mauerziegel schräg gegen einander stellte nach Art der Ver-tiefung a Fig. 13. Der Sockel des Gewändes ist hier von Hausteinen an-genommen.
Fig. 13. Oft hat man neben einer Thüre noch hinlänglichen Raum,den man dann zur Anbringung von kleinen Fenstern benutzen kann, wiein diesem Falle angenommen. Es ist durchaus nicht nöthig, dass solcheFenster sich zu beiden Seiten der Thüre befinden. Hat man den Raum zueiner solchen symmetrischen Anlage, so ist es gut, weil man dann mehrLicht gewinnt. Hat man ihn aber nicht, so wäre es übertriebene Conse-(juenz, diese Fenster auf der andern Seite auch wegzulassen. Von sehrguter Wirkung sind Schriftplatten über solchen Thüren. Man soll sie abernicht deshalb machen, sondern wegen der Nothwendigkeit, Jahreszahlen,Sprüche und dergleichen anzubringen. Wenn man wirklich gut baut, sorechnet man doch, dass das Haus Generationen überdauert, und auch dannnoch bei den Beschauern Interesse, also auch den Wunsch erregt, die Zeitder Entstehung zu wissen. Wer einmal an einem alten Bau nach langemSuchen eine Jahreszahl gefunden hat, ist gewiss dankbar gewesen gegenden umsichtigen Meister, der sie da angebracht hat, späterer Zeit zumFrommen. Nur dann möchte daher deren Weglassung zu rechtfertigensein, wenn man Grund hat, überzeugt zu sein, dass bei dem, was manbaut, Niemandem dieses Interesse beikommen wird. Ingleichen sind Sprüchevon sehr guter Wirkung. Ich kam früher, wenn ich zu Tische ging, beieinem alten Hause vorbei, an welchem der Spruch aus dem Pred. Salomonis:„So gehe hin und iss dein Brod mit Freuden, und trinke deinen Wein mitfröhlichem Muthe, denn dein Werk gefallt Gott" zu lesen war. So oftich den Spruch las, hatte er in der That die Wirkung auf mich, welcheder Sinn ausdrückt, so dass ich später absichtlich vorbeiging, um denSpruch zu lesen. Die in dem rechten Zwickel über dem Bogen gezeichneteVerzierung ist nur durch die auf die hohe Kante gestellten Ziegel desGewändes b Fig. 14 gebildet. Der Sockel des Gewändes ist von Steinund in Fig. 15 Überecks gezeichnet, desgleichen die Bank, deren ProfilFig. 16 zeigt.
Tafel 20.
Zweiflügelige Thüren in Ziegelbau.
In Fig. 1 tritt das gemauerte Gewände um die Stärke des Sockel-vorsprungs gegen die Mauerflucht vor und schliesst oben viereckig, nach-dem durch die aus Fig. 4 ersichtliche Ueberkragung gewissermassen einGesims gebildet ist. Das Laubwerk in der Hohlkehle ist in Thon geformtund gebrannt, und in der Weise angebracht, dass die einzelnen Stücke,deren Grösse in Fig. 1 in verschiedener Weise angegeben, so wie die Dickeaus Fig. 4 hervorgeht, erst später eingesetzt werden mögen. In diesemMauervorsprung ist nun durch den grossen Spitzbogen eine Blende gebildet,und in dieser befindet sich erst die eigentliche Thüre, die mit einem Stich-bogen überdeckt ist. Es unterscheiden sich alle auf diesem Blatt gegebenenThüren von denen auf Taf. 19 dadurch, dass, während dort die Angelnunmittelbar in das Mauerwerk geschlagen sind, hier mittelst Anwendunghölzerner Zargen, siehe den Grundriss Fig. 2, eine viereckige Thüröffnungerzielt wird. Das Mauerwerk zwischen dem Stichbogen, der Thüre und derOberkante der Zarge, welches keine constructive Bedeutung hat, sondernnur als Ausfüllung dieses Raumes zu betrachten ist, ist 1 /„ Stein stark aufdas obere Querstück der Zarge gemauert. Es ist dies die einfachste undleichteste Art der Ausführung, und weit vorzuziehen gegen die in neuerenZeiten gewöhnliche, wonach man das obere Stück der Zarge nach der Liniedes Thürbogens ausschneidet, oder bei stärker gekrümmten Bogenlinien ausmehreren Stücken zusammen setzt. Das Feld zwischen dem Stichbogen derThüre und dem Spitzbogen ist durch einen eingemauerten Dreipass ausge-füllt. Es ist hierbei angenommen, dass die Stücken, wo die Bogen desDreipasses sich schneiden, entweder besonders in Thon geformt, oder inStein gehauen seien. Ist Letzteres der Fall, so könnte man auch, wie aufder linken Seite des Thürbogens, welche durch eine punktirte Linie vonder rechten getrennt ist, gezeigt wird, gerade hier dieses Stück an demSchlussstein des Bogens, der dann ebensowohl in Stein gehauen wird, an-setzen lassen, was dann durch Ansetzung der kleinen Bogen a, die mitdenen des Dreipasses concentriscli, zu einer geschweiften Form der äusserenBogenlinie Veranlassung gäbe. Es braucht nicht bemerkt zu werden, dassman den Dreipass auch ohne Anwendung dieser besonders geformten Stückemauern könnte, indem man die Ziegel in den Ecken auf Gehrung zuhauenkönnte. Der Grund des Dreipasses ist geputzt und gemalt, könnte jedochauch weiss bleiben. Die Felder zwischen dem Spitzbogen und dem vier-eckigen Schlusssims sind auf beiden Seiten verschieden gehalten, indem linksein einfaches Kreuz eingemauert ist, rechts aber durch Gegeneinander-stellung der Formziegel a des Gewändes, s. Fig. 2, eine complicirtere Formerzielt ist, welche sich in den Zwickeln zwischen Dreipass und Thürbogenwiederholt. (Anmerkung: durch ein Versehen in der Lithographie ist dieForm der Ziegel im Grundriss nicht richtig angegeben). Es hätte auch dasganze Feld über dem Stichbogen bis unter den Spitzbogen geputzt werdenkönnen, in welchem Falle jedoch Malerei unerlässlich wäre. Wie das Ge-wände aus der gegliederten Grundform in das einfache Viereck übergeht,ist aus Fig. 3 ersichtlich.
Fig. 9. Thüre mit Fenster darüber. Hier, wie in Fig. 1, befindetsich der eigentliche Thürbogen in einem gegen die Mauerfläche zurück-
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