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Details für Stein- und Ziegel-Architectur im romanisch-gothischen Style : Sockelprofile, Gesimse, Bogenfriese, Fenster, Luken, Giebel, Erker, Balkons, Thürme, Schornsteine, Thüren, Thore, Treppen, Gewölbe und sonstige Einzelheiten in Stein und Ziegel ; ein Vorlagewerk für Architecten, Steinbildhauer und Schulen
Entstehung
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Dieses Sechseck giebt den Grundriss für den unteren Theil des Thürmchens,der in der Seitenansicht Fig. 2 mit ab bezeichnet ist. Die Linie fw giebtdie Mitte der Giebelmauer an, der obere Theil cd in Fig. 2 hat zumGrundriss dasselbe Sechseck, ghiklrn in Fig. 3 nur über Ort gestellt. Dieum beide beschriebenen äusseren Sechsecke geben nopqrs die äussersteKante des in Fig. 2 mit bc bezeichneten Gesimses, wodurch das Ueberein-anderstehen der Ecken vermittelt wird, und tuvwxy die äussere Linie desZinnenkranzes, mit welchem das Thürmchen schliesst. Um nun die Massefür die Gliederung der Auskragung zu finden, muss die aus Fig. 4 ersicht-liche Construction vorgenommen werden, wobei man das halbe Sechseck12345 erhält, welches, nur bis an die in Fig. 4 mit 9 10 bezeichneteMauerflucht reichend, den äusseren Umfang der in Fig. 2 mit g bezeichnetenLinie giebt. Aus diesem halben Sechseck bildet sich nun das kleinere67 89 10, welches den Grund für den Theil gh und Iii in Fig. 2 giebt, sodass die Ecken 6, 2, 11, 12 übrig bleiben, welche durch das in Fig. 10 ge-gebene Profil und den darunter befindlichen umgekehrten Wasserschlag indie Mauer auslaufen.

Fig. 9 zeigt die Gliederung der Auskragung bis auf das mit 12345bezeichnete halbe Sechseck. Der Grundriss des in Fig. 2 mit gh bezeich-neten, aus Fig. 4 entwickelten Theiles ist in Fig. 19 in grösserem Mass-stabe gezeichnet, wie auch die Construction für die an diesem Theile be-findlichen flachen Hohlkehlen, so wie für die Pfosten des darunter befind-lichen, nach demselben Sechseck gebildeten Baldachins, der in den Figuren20 bis 23 genauer gezeigt ist.

In Fig. 3 ergeben sich auch aus dem Uebereinanderstehen der beidenSechsecke die Masse der Fenster des oberen Thurmtheiles, indem 1,2 dieFensteröffnung angiebt, ingleichen die Masse für die Zinnen des Thürmchens.Was nun die Höhenmasse betrifft, so ist in Fig. 2 ac gleich cd gleich adin Fig. 3. bc findet sich, indem die Ausladung des Gesimses seiner Höheund eben so die Höhe des Wasserschlages seiner Grundlinie gleich ist, alsobc gleich «3-)-d3. de in Fig. 2 gleich a3. ef ist gleich einer Seite desden Grundriss bildenden Sechsecks, ay ist gleich 3, 13 in Fig. 4. ahgleich hk gleich einer Seite des dritten Sechseckes in Fig. 4. Der Raumzwischen Baldachin und Kragstein ist gleich der Distanz tor oder einer ent-sprechenden in Fig. 3. Der Grund des Kragsteins ist gleich dem desBaldachins.

Fig. 14, 15 u. 16 zeigen ihn im vergrösserten Massstabe. In gleicherWeise ist nun die Profilirung der Pfeiler des oberen Thurmtheiles Fig. 7,so wie des Gesimses unter dem Zinnenkranz in Fig. 8 gefunden.

Fig. 24 u. 25 zeigen, die eine im Grundriss, die andere im Aufriss,wie auf den Ecken die Rundstäbe sich kreuzen.

Aus dem Durchschnitt Fig. 17 erhellt, wie man vom zweiten Kehl-gebälke mittelst einer Stufe durch die in Fig. 6 und auch in Fig. 17 mitt bezeichnete Thüre in das Innere des Thurmes und von da mittelst dergezeichneten Treppe nach dem oberen Theil desselben gelangt. DieUeberdeckung des Thürmchens geschieht in dieser Zeichnung durch eineSteinplatte, ursprünglich war eine Spitze projectirt, die jedoch wegen Mangelan Raum wegbleiben musste. Bei der hier angegebenen Ueberdeckungmüsste der Boden einigen Fall haben, dann ausserdem eine Rinne herum-laufen, wodurch man auch Gelegenheit zur Anbringung von Wasserspeiernan den Ecken erhalten würde. Sollte die oberste Terrasse noch zugänglichsein, so müsste in der Mitte dieser Steinplatte eine Oeffnung sein, diedann durch einen besonderen Stein, der weggeschoben werden könnte, ge-deckt würde.

Die Fig. 11 u. 12 zeigen das Detail der Wappenschilder. Die Fugensind überall auf verschiedene Weise angegeben, theilweise mehr, als manin der Ausführung machen würde; weglassen kann man sie immer.

Tafel 15.

Giebel an der Langseite der Gebäude.

Sämmtliclie bis jetzt gezeigte Beispiele von Giebeln bezogen sich zu-nächst auf den Fall, dass ein Gebäude mit einem mehr oder weniger steilenDach bedeckt ist, welches dann gegen die an der kürzeren Seite eines Ge-bäudes befindliche Giebelmauer entweder anläuft oder darüber hinweggeht.

In vielen Fällen aber kann es wünsclienswerth sein, auch an derlangen Seite eines Gebäudes Giebel anbringen. Wenn z. B. an einer Strasseein Platz in der Weise bebaut wird, dass die Dachseite der Strasse zuge-kehrt ist, auf der Giebelseite aber angebaut ist, so würde man auf die ge-wöhnliche Art den Bodenraum nur durch Dachfenster beleuchten können.Ist man aber veranlasst, in diesen Bodenraum noch nutzbare Räume, viel-leicht gar Wohnzimmer zu verlegen, so erscheint eine bessere Beleuchtungwünsclienswerth. Man kann dann entweder eigentliche Dachbauten anlegen,d. i. einzelne Theile eines Gebäudes um ein Stockwerk erhöhen, welchessich dann aus dem Dache erhebt oder man kann sich mit einer der aufTaf. 15 angegebenen Arten helfen. Betrachten wir zuerst das in Fig. 19im Grundrisse im verkleinerten Massstabe und Fig. 1 im Aufriss auf ver-schiedene Weise ausgeführte Beispiel, so laufen hier statt eines nach derLänge gerichteten Daches, zwei nach der Tiefe gehende neben einanderher, welche, wie in Fig. 19 abcd, zeigt, durch ein kleines Zwischendachmit einander verbunden sind. Die Rinne ef Fig. 19 liegt zwischen denbeiden Dächern und kann wegen der leichten Zugänglichkeit dieser Lagedenselben sehr vortheilhaft sein. Es versteht sich, dass, wenn ein solcherZwischenraum angenommen ist, die Rinne nur bis an diesen reicht und dasaus den Kehlen ad und de, dann ab und bc fliessende Wasser aufnimmt.Es kommen in diesem Falle an der Vorder- und Hinterseite des Hauseszwei Giebel nebeneinander zum Vorschein. Fig. 1 zeigt die Anwendungdieses Motives auf Backsteinconstruction. Man kann dann entweder, wiedie linke Seite der Figur zeigt, die Giebel treppenförmig bilden, so dass,wenn hier das Verfahren nach beiden Seiten fortgesetzt wäre, in der Mitteder dem Absatz ab des Giebels entsprechende Absatz durchliefe, oder mankann auch die Mauern bis zum Dachfirst hinaufführen, wagerecht durch-mauern und durchbrechen, wie die Mitte und rechte Seite von Fig. 1 imBeispiel zeigt. Zu welch' reichen Gestaltungen diese Art führen kann, siehtsich leicht ein, da man hinsichtlich der Anordnung und Gestalt der Durch-brechungen freie Hand hat.

Fig. 2 zeigt die Seitenansicht der linken Seite der Darstellung;

Fig. 3 den Durchschnitt in der Mitte derselben;

Fig. 4 den Grundriss eines Pfeilers zwischen den Fenstern;

Fig. 5 das Detail des Krönungssimses;

Fig. 6 die Ansicht eines die obersten Durchbrechungen trennendenPfeilers;

Fig. 7 den Grundriss des Pfeilers;

Fig. 8 den Grundriss desselben da, wo er aus der runden Grundformin die viereckige übergeht;

Fig. 9 das Profil der runden Oeffnung in der Mitte.

Ein anderes Mittel, denselben Zweck zu erreichen, ist in Fig. 20im Grundriss gezeigt. Hier läuft das Dach in seiner nach der I.änge desGebäudes angenommenen Richtung durch. Die Langmauer aber läuft inzwei Giebel aus, die ihre Grundlinie in der des Dachgiebels haben, so dassdie von diesen Giebeln nach dem Dach zu laufenden Dachtheile da, wo sieauf dieses stossen, die Wiederkehren ab, ac, de und de bilden. Man brauchtin diesem Falle gar keine Rinnen, muss aber diese Wiederkehren gut ver-wahren.

Fig. 10 zeigt den Aufriss einer solchen Anordnung in zwei verschie-denen Hälften auf Steinconstruction angewandt. Auf der linken Seite istin der Mitte des Gebäudes ein Erker angenommen, der kein eigentlichesDach hat, sondern mit einem Balken schliesst. Auf diesem Balken stehendie übereck gestellten Pfosten, welche den Giebel theilen, durch das Gesimsdesselben hindurchgehen und oben einen gezinnelten Schluss erhalten.

Fig. 12 zeigt das Zusammenlaufen dieser Pfoäten mit dem Gesims desGiebels in vergrössertem Massstabe;

Fig. 13 den Durchschnitt durch die Mitte des Giebels;

Fig. 14 die gezinnelten Pfosten;

Fig. 16 die Aufsicht auf die Zinnen;

Fig. 15 den Grundriss der Pfosten bei a.

Fig. 11 zeigt die Seitenansicht des Giebels. Es ist hierbei auf dieserSeite ein Beispiel gegeben, wie man einen solchen Giebel mit einem aufder Langseite befindlichen Zinnenkranz verbinden kann, obgleich für denvorliegenden Fall dies nicht stattfinden kann, indem nach der zum Grundegelegten Anordnung hier wieder ein Giebel errichtet werden müsste, wieauch auf der rechten Seite der Figur angegeben. Siehe Fig. 20 bf.

Fig. 21 u. 22 ist diese Verbindung mit einem Zinnenkranz auf einebessere Weise bewirkt

Fig. 23 zeigt im Durchschnitt, wie das Wasser aus den Wiederkehrenin das aus der Mauerflucht heraustretende Rinnenstück b fliesst, welcheshier von Sandstein angenommen und aus diesem wieder durch das Rohr cabgeführt wird. Auf der rechten Seite der Figur ist eine Theilung derGiebelmauer durch in der Mauerflucht liegende Pfosten angenommen, sodass die Felder dazwischen vertieft zurücktreten und durch die Pfostendurch Masswerk wieder verbunden sind, zugleich aber durch den Giebeldurchlaufen und eine Fig. 17 im Grundriss und Fig. 18 im Durchschnittangegebene Gestalt annehmen.

Fig. 24 zeigt das Profil der Pfosten und die dazwischen befindlichenFelder.

Tafel 16.

Verschiedene Arten Thüren.

Das massgebende Prinzip für die Gestaltung der Thüren ist zunächstihre durch die Weite, durch das Material oder durch besondere Umständebedingte Ueberdeckung. Ueberdecken kann man sie zunächst auf zweierleiArt durch den geraden Sturz oder den Bogen. Eine Ueberdeckung mitgeradem Sturze ist aber nur bei Thüren von sehr geringer Weite zulässig.Wird die Weite grösser, so ist eine kragsteinartige Unterstützung des Sturzesoder eine Ueberspannung durch einen Schützbogen rathsam, hat man aberThüren von einer geringeren oder nicht grösseren Breite als die darüberliegenden Fenster, so kann man mit genügender Sicherheit eine Ueber-deckung mit geradem Sturze anwenden. Es ist damit nicht gesagt, dass inallen Fällen, wo man einen geraden Sturz anwendet, man ihm auch genaudie viereckige Form lassen muss. Man kann auch in manchen Fällen einevon der geraden Linie abweichende anwenden, welche Anordnung zunächstdann begründet ist, wenn man an dem Sturz gleich ein kurzes Stück desSeitengewändes sitzen lässt, wie auf vorliegendem Blatte in mehreren Bei-spielen gezeigt ist und was namentlich bei scharfer Profilirung beim Arbeitender Ecken grosse Vortheile hat. Uebrigens liegt die Anwendung des geradenSturzes gar nicht so weit von der des Bogens entfernt, als gewöhnlich an-genommen wird. Denkt man sich z. B. die in Fig. 1 in der Mitte befind-liche punktirte Linie durch den Sturz fortgeführt, so ist das Prinzip desBogens fertig, indem das Auflager mit dem Wiederlager eines Rundbogensidentisch wird und die mittlere Fuge genau dieselbe Richtung hat, als diedurch die Mitte des Rundbogens geführte, wenn nämlich kein Schlusssteinda ist. Die Haltbarkeit einer solchen Construction bedingt sich auch durchdasselbe, was dem Bogen und dem geraden Sturz seine Haltung giebt, in-dem der Fugenschnitt, ein Ausweichen des Stückes nicht zulässt, und dieStärke des letzteren so gross sein muss, dass es nicht brechen kann. Esist ja auch das Brechen eines Sturzes nur deshalb gefahrlich, weil mannicht darüber Herr ist, und ein Riss könnte wie eine Fuge eine nachtheiligeRichtung annehmen oder gar ganze Stücken heraussprengen. Nimmt mannun eine solche Ueberdeckung aus zwei Stücken mit einer Fuge in derMitte an, so wird man schon hierdurch auf abweichende Gestalten geführt,indem ein den engliscli-gotliischen ähnlicher, sehr flacher Spitzbogen, selbsteine flach geschweifte Linie für diese Construction sehr anwendbare Formensind. Wenn man auch im mittelalterlichen Styl die Fenster, wo sie miteinem Stein überlegt sind, immer ein reines Viereck im Lichten zeigendfindet, so hat das seinen guten Grund darin, dass man die Fensterrahmenvon Holz macht, und bei der leichten Construction, welche sie erhaltenmüssen, eine andere Form als die viereckige nicht statthaft dafür erschien,der Falz aber sich nach der Form der Fenster richten muss, wenn mannicht einen Theil der Glasscheiben von der Mauer bedeckt haben will. BeiThüren aber hat das gar keinen Nachtheil, es schadet gar nichts, wennz. B. bei Anwendung einer Bogenlinie die Thüre doch viereckig ist und so

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