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Details für Stein- und Ziegel-Architectur im romanisch-gothischen Style : Sockelprofile, Gesimse, Bogenfriese, Fenster, Luken, Giebel, Erker, Balkons, Thürme, Schornsteine, Thüren, Thore, Treppen, Gewölbe und sonstige Einzelheiten in Stein und Ziegel ; ein Vorlagewerk für Architecten, Steinbildhauer und Schulen
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herum laufen zu lassen, geht jedenfalls hervor, dass es natürlicher ist, wiehier geschieht, nur einen Kragstein anzuwenden, als zwei, wie in Fig. 23gezeigt ist, denn aus einem Stück müssen die beiden doch gemacht werden,und ist es daher unnütz, die Ecke wegzuschlagen, um das eine Stück wiezwei erscheinen zu lassen. Die Anbringung der Rinne und des Rohres gehtaus den Zeichnungen hervor. Es ist wohl unter allen Fällen richtiger, dasRohr, wo es einmal nöthig ist, auch ruhig sehen zu lassen und ihm amGesims, wie hier durch Einwärtskröpfen desselben geschehen, einen Platz zumachen, wo es bequem durch kann. Einestheils ist es in seiner ganzenErscheinung ein viel zu unwichtiger Gegenstand, um die unerhörten Be-mühungen zu rechtfertigen, die man gemacht hat, es zu verstecken, und oftzum Schaden des ganzen Hauses, wo man es in den Mauern hinuntergeführthat. Es ist aber gerade, als ob man ein solches unschuldiges Rohr füretwas absolut Unanständiges hielte.

Fig. 26 u. 27 zeigt ein reicheres Gesims mit dem darunter befind-lichen Bogenfries.

Fig. 28 u. 29 ist ein für die meisten Verhältnisse schon zu weitausladendes Gesims mit Tragsteinen. Es ist nur der Vollständigkeit halbergegeben und um zu zeigen, wie man auch solche Gesimse durch bestimmteZahlenverhältnisse normiren kann.

Mit Fig. 30 u. 31 fängt eine ganz andere Gattung von Gesimsen an,als die bisher gezeigte, nämlich solche, wo die Rinne hinter einer die ganzeDachung umschliessenden Brüstungsmauer, die hier gezinnelt ist, liegt. Eshat diese Anordnung, abgesehen von der reichen und mannigfaltigen Wirkung,die sie gewährt, auch ihren praktischen Nutzen, indem sie das Herabfallenvon Schnee, Dachziegeln etc. verhindert. Es muss natürlich der sich dadurchbildende Schneewinkel vom Dache aus leicht zugänglich sein, um eine zu grosseAnhäufung von Schnee zu verhindern, und ferner muss die Anlage der Rinne,so wie die ganze Eindeckung des Daches an dieser Stelle mit der grösstenSorgfalt stattfinden, was freilich auf dem ganzen Dache geschehen muss.Das Rohr ist hier durch ein in das Gesims gehauenes Loch durchgesteckt.

Fig. 31 u. 32 sind die Profile dazu.

Tafel 7.

Verschiedene Arten Dachgesimse in Ziegelconstruction.

Bei dem Dachgesimse müssen besonders zwei Abtheilungen unter-schieden werden, die erste einfachere Art, wo das Dach, gleichviel ob dieHolzconstruction des Daches oder nur die Deckung, über das Gesims weg-fasst; die andere Art, wo die Frontmauer einen ihrem Material angemessenenScliluss erhält, der dann entweder geradlinig oder gezinnelt sein kann.

Fig. 1 u. 2. Der Fall, wenn die Sparren über die Mauern weithinaus ragen und somit den Schluss der Mauer decken.

Fig. 3 bis 6. Wenn bloss die Dachdeckung darüber fasst. DieGesimse sind sämmtlich ohne Formziegel.

Fig. 7 u. 8. Ein Hauptgesims mit Anwendung von Formziegeln. Essind hier dieselben angenommen, die man etwa auch zu den Fenstergewändengebrauchen könnte. Die kleinen Kreuze in dem darunter befindlichen Frieswerden, wie schon früher beschrieben, nur in den Putz gedrückt. Es isthierbei eine Anlage der Rinne gezeigt, die bei dem modernen Bauwesendem Prinzip nach häufig vorkommt, hier jedoch keineswegs empfohlenwerden soll. Sie hat den Nachtheil aller unentschiedenen Dinge. Willman einmal die Rinne nicht gleichsam als den äussersten Theil des Dacheserscheinen lassen, so ist es in jedem Falle consequenter, sie hinter dieFrontmauer zu legen. Eine Anordnung, wie die hier gezeigte, hat alleNachtheile, die durch die Anlage hinter der Frontmauer erwachsen, ohnedie Vortheile einer leichten Zugänglichkeit und einer grösseren Zierde zubieten, welche bei einer consequent durchgebildeten Anlage der Art dieNachtheile wieder aufwiegen.

Fig. 9 u. 10. Ein reicheres Hauptgesims. Die Construction ist ausder Zeichnung ersichtlich, zu bemerken ist nur, dass der Fries f nur durchdie im Durchschnitt mit s bezeichneten Steine gebildet ist, die hier, wie dieAbbildung zeigt, nur gegen einander auf die hohe Kante gestellt sind.

Fig. 11 u. 12. Hier ist der P^all angenommen, dass die Rinne hinterder in die Höhe geführten gezinnelten Frontmauer jedoch in den Zwischen-räumen zwischen den Zinnen frei zu Tage liegt. Diese Zwischenräumeliegen zugleich unter dem Ziegeldach des ganzen Gebäudes, während dieZinnen ihre eigene nach dem Dache zu fallende Abdeckung erhalten, diehier mit den Mönch und Nonne genannten Steinen bewirkt ist. Es möchtewohl unter allen Umständen zweckmässiger sein, eine Mauerabdeckung aufdiese an den norddeutschen Ziegelbauten gewöhnliche Art zu bewirken,statt wie an solchen im mittleren und südlichen Deutschland, den Fall nachbeiden Seiten zu nehmen, da man durch die erste Art das Eindecken desFirstes spart und zugleich, namentlich bei der hier angenommenen Formder Steine, dem Schluss eine bewegtere Form giebt. Es kommt auch analten Bauten oft vor, dass, wenn das ganze Dach mit S-Ziegelti abgedecktist, die vortretenden Mauern mit den hier angenommenen Doppelziegelnversehen sind. Der Fries ist aus Platten von gebranntem Thon gebildet.Das Rohr kann ebensowohl durch die Zwischenmauer der Zinnen gestecktwerden.

Fig. 13 bis 15 stellt den Fall vor, wenn die ganze Vordermauer indie Höhe geführt ist und die Rinne dahinter liegt. Die Construction istaus der Zeichnuug ersichtlich, die Formziegel in der Nische der Zinnensind dieselben, wie die in den kleinen Rosetten der Zwischenräume. DasRohr kann durch in den Nischen gelassene OefFnungen gesteckt werden.Der Grund der Nischen des Frieses so wie des Vierpasses v ist weissgeputzt.

Fig. 16 u. 17. Ein reich verziertes Gesims. Die den Fries f bilden-den Steine sind die Hälfte der im Profil mit a bezeichneten, die hier wiein Fig. 9 auf die hohe Kante gestellt sind. Der halbkreisförmige Ausschnittist geputzt. Der Bogenfries besteht, wie die Zeichnung erweist, aus sichdurchkreuzenden Halbkreisen. Es kommt dies Motiv an mittelalterlichenBauten in Deutschland und Italien sehr häufig vor. Die untersten Steines fassen, wie der Durchschnitt zeigt, in die Mauer, während die Bogenstückenur 1 j 2 Stein stark vorgeblendet sind und sich durch den Fugenschnitt, sowie durch die Verbindung mit dem Putze halten. Es sind die meisten

dieser Gesimse höher angenommen, als man sie in den meisten Fällen an-wenden kann, doch sind für jeden vorkommenden Fall die erforderlichenModificationen vorzunehmen.

Tafel 8.

Verschiedene Arten Dachgesimse in Ziegelconstruction in Verbindungmit Bodenfenstern und Luken, wie solche im Mittelalter sehr oft

vorkommen.

In der modernen Architectur sucht man alle solche Aufbauten ängst-lich zu vermeiden, damit ja die einfach edle Wirkung des vollkommengeradlinigen Schlusses nicht gestört werde. Indess kann der Anblickunserer modernen Häuser im Vergleich zu den älteren, die gerade die nachdem Bedürfniss und der Construction bewegte Schlusslinie aufweisen, zurGenüge zeigen, wie das moderne Verfahren besonders geeignet ist, um einebedeutende Einförmigkeit, so einfach und edel sie auch sein mag, hervor-zubringen.

Fig. 1 zeigt einen solchen Dachbau in Verbindung mit einem Zinnen-kranz, wie solcher sich leicht in Backsteinen herstellen lässt. Die Ein-richtung wird aus der Zeichnung vollkommen deutlich werden.

Fig. 2 giebt den Durchschnitt durch die Luke;

Fig. 3 den durch den Zinnenkranz, hinter welchem die Rinne liegt.Das Rohr kann überall durch die bogenförmigen OefFnungen durchgestecktwerden.

Fig. 4. Grundriss der Pfeiler zwischen der Luke und der Durch-brechung ;

Fig. 5 von der Durchbrechung an nach der grossen Zinne zu. DerGrund der Zinne hinter den gewundenen Stäben ist weiss geputzt. DieSohlbank der Luke ist von Stein, am besten von Granit angenommen, umbeim Aufziehen schwerer Gegenstände der Beschädigung weniger ausgesetztzu sein. Noch ist zu bemerken, dass man am besten thut, dergleichenLucken über den Pfeilern und nicht über den Fenstern anzubringen, umdas Aufziehen der Gegenstände vor diesen zu vermeiden, sollte auch dieSymmetrie darunter leiden. Die Seitenwände des Lukenbaues sind vonHolz und mit dem Material der Dachdeckung zu bekleiden, können aber,wo die baupolizeilichen Gesetze solches gestatten, auch mit verschalten odermit ausgemauerten Fachen versehen werden. Die Kehlen neben allen solchenDachbauten sind gewöhnlich mit Blei oder anderem Blech belegt. Ist nurdas Dach steil genug, so hat es auch wegen des Durchdringens von Wasserkeine Gefahr.

Fig. 6. Ein Gesims mit Anbringung von Dachfenstern in demselbenund vorgehängter Rinne. Es kommt diese Anordnung bei den jetzt so be-liebten Kniedächern häufig vor, ist jedoch nur statthaft, wenn auf die durchsolche Fenster beleuchteten Räume kein grosses Gewicht zu legen ist, dadie Ausladung des Gesimses Licht und Aussicht versperrt.

Fig. 7 ist das Profil.

Fig. 8. Ein reich verziertes Gesims mit Fries, runden Dachfensternin demselben, so wie gemauerten Wappenschildern. Die Vertiefung desFrieses, welche geputzt und dann mit den in ihren Zwischenräumen einelilienartige Form bildenden Steinen geziert ist, beträgt 1 j 9 Stein, so dassalso die das Wappenschild begrenzenden Steine noch Stein in die Mauerfassen und so ihren Halt haben. Das Wappen wird dann in den erforder-lichen Farben auf den Putzgrund gemalt. Diese Art der Wappenbildungist vom Burgthor in Lübeck entlehnt. Das Weitere ist aus der Zeichnungersichtlich.

Fig. 10. Ein Lukenaufbau in Verbindung mit einem gezinneltenGesimse. Es ist hierbei angenommen, dass die Frontmauer des Hausesdurch vorgemauerte Pfeiler getheilt ist, die etwa bis über das Erdgescliossaufstehen und oben durch die kleinen ausgekragten Stichbogen verbundenwerden, so dass die Flucht der Zinnen und des Windehauses nicht überdie des Erdgeschosses ausladet, sondern mit diesem gleich liegt. Die Profi-lirung ist eine sehr einfach nur durch den Viertelkreis und Fasen bewirkte.Es ist aber hier zu bemerken, dass namentlich im Ziegelbau, wo die Fugenschon eine mächtige Wirkung hervorbringen, es grosser Profilirungen bedarf.Der Fries in den Zwischenräumen der Zinnen ist durch eine umgekehrteAneinanderstellung derselben Steine bewirkt, die den Vierpass in der rundenVertiefung über dem Spitzbogen, so wie den halben in den bogenförmigender Zinnen bilden.

Fig. 12 ist der Durchschnitt durch die Luke, Fig. 11 durch dieZinnen. Es sind hier Dachbauten in Verbindung mit Zinnenkränzen auf-geführt. Sie lassen sich jedoch ebensowohl bei geradlinigem Schluss desGebäudes anwenden und erscheinen hier sogar noch wünschenswerther, umdie gerade Linie zu unterbrechen, als bei der ohnehin schon bewegten desgezinnelten Gesimses. Man kann sie dann entweder mit der Mauer ingleicher Flucht aufführen und dann entweder das Gesims darunter durch-führen oder zu beiden Seiten aufhören lassen, oder aber man kragt denAufbau gleichfalls um die Gesimsausladung oder nach Befinden um mehraus und lässt dann entweder das Gesims darunter durchlaufen oder zu beidenSeiten anstossen. Beide Anordnungen Fig. 10 wie Fig. 1 lassen sich auchauf solche Fälle anwenden.

Fig. 13 zeigt einen aus grösseren Stücken gebrannten Thones ge-bildeten Fries, die Fugen sind in der Zeichnung enthalten. Das Wappen-schild in der inneren weiss geputzten Form kann entweder nur aufgemaltoder auch von gebrannter Erde in den Putzgrund gesetzt, oder auch, wiedies an alten Gebäuden öfter vorkommt, von Holz, in allen Fällen abermuss es mit den richtigen Farben bemalt sein.

Tafel 9.

Verschiedene Arten von den besonders im Rundbogenstyl häufigvorkommenden Bogenfriesen.

Die hier darüber gezeichneten Gesimsprofile gehören zwar eigentlich nichtin den Rundbogenstyl, sind aber nur mit Rücksicht auf möglichste Erleichterungdes Wasserablaufes eingerichtet. Ueberhaupt ist es in diesen Blättern durchausnicht Absicht gewesen, sich streng an den byzantinischen Styl zu halten.Das geht Alles weit leichter, wenn man geputzte Architectur will. Wenn

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