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allmählich aber hatte der Bischof die königlichen Rechte selber in dieHand bekommen, und wenn auch rechtlich die Gemeinde nicht vonKaiser und Reich losgelöst und der Herrschast des Bischofs unterworfenwar, so befand sie sich doch tatsächlich in voller Abhängigkeit vondemselben. Je kräftiger nun die Stadt emporwuchs, um so mehr regtesich in ihr der Drang nach Freiheit und Selbstverwaltung. Aberdie Versuche, größere Selbständigkeit gegenüber dem Stadtherrn zu er-langen, führten auch hier wie anderwärts zu schweren Konflikten. Ineiner ganzen Reihe von Bischofsstädten kam es in der zweiten Hälftedes ^3. Jahrhunderts zu Kämpfen zwischen Bischof und Stadt, inAugsburg, Straßburg, Köln, Speyer, Bremen und anderen; in Würz-burg nahmen dieselben einen besonders erbitterten Charakter an. Undzwar setzen insbesondere die Fragen, ob die Stadt das Recht habesich selbst einen Stadtrat zu setzen, ferner ob die Geistlichkeit die Stadt-lasten mittragen solle, die Leidenschaften in Bewegung. Der erste Zu-sammenstoß erfolgte noch zu Lebzeiten des Bischofs Hermann. Nachseinem Tode wurde der energische Iring von Reinstein, genannt vonHohenburg, vom Domkapitel zum Bischof erwählt. Aber der Bischofvon Speyer, Heinrich von Leiningen, hatte von Innocenz IV. die An-wartschaft auf den Bischofsstuhl zu Würzburg erhalten; er drang inkriegerischem Zuge gegen Würzburg vor und konnte wirklich um diepsingstzeit des Jahres ^255 in die Mainstadt einziehen. Ls kamzum Prozeß vor der Kurie, beide Kandidaten begaben sich nach Rom;der nunmehrige j)apst Alexander IV. entschied im Januar ^256für Iring von Reinstein. Anfangs März dieses Jahres trat dieStadt dem rheinischen Bunde bei, einer Verbindung von Städten undHerren, die ihre Hauptaufgabe in der Beseitigung der unrechtmäßigenZölle sah. Würzburg wurde eines der tätigsten Mitglieder des Bun-des; in den Mauern der Stadt trat eine Tagsatznng desselben zu-sammen. Wenn auch bald der Bischof selber dem Bunde beitrat, so hatte
Verfassung und Verwaltung Würzburgs vom Beginne der Stadt bis zur Mittedes Jahrhunderts. ^886. S. 66 ff. Göbl, Würzburg. Ein kulturhistorischesStädtebild. Dritte vermehrte Auflage. I8Y9. S. 6 ff. Stamminger, ?rknoonir>.s^era. Geschichte und Beschreibung des Bistums Würzburg: die Pfarrei vonSt. Burkard in Würzburg. issy. S. 67.
') Vgl. Aldinger, der Streit um das Bistum Würzburg in den Jahren—^256: Württembcrgische Vierteljahrsheste für Laudesgeschichte, Neue Folge.IV. 5397. S. -55Z ff.