herrengeschlechter, die Grafen von Wertheim, Rieneck, «Lastell, Wild-berg, die Herren von Urautheim, Dürn, Triniberg und andere, diemit den hohenlohischen Herren sich mannigfach verschwägerten und auchsonst in zahlreiche Beziehungen zu ihnen traten. Dazu kam der aus-gedehnte Reichsbesitz, der in den Händen der Hohenstaufen gewesenwar: Nürnberg, Schweinsurt, Rotenburg, hall und andere Städte,daneben eine Anzahl von Reichsdörfern, die uns noch in der hohenlohi-schen Geschichte begegnen werden. Wir dürfen freilich unsere modernenVorstellungen von Staat und öffentlicher Gewalt nicht in diese Zeithineintragen; die Herrschaften sind ganz selten schon geschlossene Ge-biete, ihre Güter und Rechte liegen in verschiedenen Gegenden zerstreut,öffentliche und private Rechte greifen in bunter Mischung durcheinander.Alle diese zahlreichen Gewalten waren nun mehr oder minder bestrebt,ihren Besitz und ihre Gerechtsame zu vermehren. Darin lag aber dieUrsache endloser Verwicklungen; man gewöhnte sich, wo ein Rechts-anspruch keine Befriedigung fand, rasch zum Schwert, zur Selbsthilfezu greifen. Und der einmal entfachte Widerstreit der Interessen mußteum so heftiger auflodern, da der oberste Schützer des Friedens, der Aönig,fehlte. So tragen diese Jahrzehnte auch in Dstfranken ganz besondersden Charakter einer von unaufhörlichen Fehden erfüllten, gewalt-tätigen Zeit.
Zunächst zogen die Händel, in welche die Bischöfe von Würz-burg verstrickt wurden, die Hohenlohe in ihren Bereich. Durch dieRegierung des Bischofs Hermann von Lobdeburg, des tatkräftigen Be-gründers der Landeshoheit im bischöflichen Territoriuni, der im Ulärzdes Jahres starb, stand das Hochstift Würzburg unter allen
seinen ostfränkischen Nachbarn als die mächtigste staatliche Bildungda, geriet aber während des Zwischenreichs in heftige Kämpfe sowohlmit der Stadt Würzburg als mit den Grafen von Henneberg. DieStadt Würzburg gehörte schon im ^ Jahrhundert zu den bedeutend-sten Städten des Reichs. Ursprünglich war es eine königliche Stadt,
') Vgl. zum Folgenden: F. X. von Wegele, Vorträge und Abhandlungen.Herausgegeben von R. Gras du Moulin Eckart. ^3?3. 5. N9ff- Stein, GeschichteFrankens!. ^885. S, 289 ff. Ägg, Entwicklungsgeschichte der Stadt Würzburg.Herausgegeben von Schäffler. ^83^, 5. ^2S ff. Gramich, Verfassung und Verwal-tung der Stadt Würzburg vom >z. bis 55. Jahrhundert: Festgabe zur drittenSäkularfeier der Iulius-Maximiliansuniversität zu Würzburg. ^332. S. z ff. Braß,