In der Zeit Friedrichs II. sind Gottfried und Konrad von Hohen-lohe und ihr Bruder, der Deutschordenshochmeister Heinrich, als treu-ergebene Diener und Freunde des Kaisers und seiner Söhne von hervor-ragender Bedeutung in der Geschichte Deutschlands gewesen. Durch sieerhebt sich das hohenlohische Haus zu solcher Macht, daß es nunneben den Grasen von Henneberg und den Burggrafen vou Dürnbergin der vordersten Reihe der ostfränkischen Dynasten steht. !Vas dieganze Geschichte des hohen Geschlechts begleitet, tritt hier schon klarhervor: mit der Teilnahme an den Interessen des Reichs ist die Blütedes Hauses aufs engste verbunden.
Die Zerstörung der deutschen Kaiserinacht durch das Konzil vonLyon im Jahr ^2^5 und der dadurch veranlaßte Untergang des Hohen-staufengeschlechts war ein unsägliches Unglück für die Deutschen. Bisdahin bildete den Mittelpunkt der Nation ein kraftvolles Kaisertum,dessen großartiges Streben auch die einzelnen Glieder des Volkes hob,ihnen Ziele und U?ege wies; die kriegerische Krast des deutschen Adelskam der Gesamtheit zugut. Jetzt aber sieht dieser keine großen Auf-gaben mehr vor sich; die kleinen Interessen drängen sich in den Vorder-grund; die Heldenkraft wird meist in den territorialen Verwicklungen,in nachbarlichen Fehden, vielfach in unwürdigen Unternehmungen ver-geudet. In den schrecklichen Iahren des Streits zwischen Kaiser und j)apstwaren die alten Ideale des deutschen Rittertums verblaßt; die sittlichenAnschauungen änderten sich in diesen Kämpfen, in denen die Machtmehr galt als das Recht und der Bau der ganzen seitherigen (Ordnungin die Brüche ging. Die weltlichen und geistlichen Großen in Deutsch-land werden nun fast alle von der ausschließlichen Begierde nachMacht und Lrwerb ergriffen; jedes Mittel ist ihnen recht, wenn esnur zum Ziele führt. Dieser harte und eigennützige Kamps um die
Weller, Geschichte des Hauses Hohenlohe II. ^