Bas Dritte Buch/
Ader/ soaüffge-sprungen/wie mansdamit ma-chen soll.
Aderläs-sen/wieman sichdarnachhalten sol
Aber die schwärtzlicheFarbe/ ?si^asfpröde/ schwereGeblüt/ scrccz, amuica. diIisvNdL!e-
lancholey.
Oder < ''o:
Das Wasser imB! .nst?^ dieBlaselcin obenauss dem Blut seyn bliis . das" .hwartze verbräme-cmBlut/ das sich g^msmigllck, vntensetzi/ istarr^liilis, dasrothe ist 8^n^u>s, das blawe .^»/ ?>euic^ vnrca,
^uoluu<l^m morlzorrim.
Wann emem emAder wider auffsprmget.
IstSamA m/ so richte den Arm bald auff m die höhe/vnd halt das Löchlem Mit einem Fmger zu / biß dirs derBalbierer/ oder em ander fein säuberlich w.der zubindet/Oder strecke den Arm strack auß / vnd halt jhn über s ch/nlmb ein wenig Saltz / laß die es auffe as Wündleir. le-gen / "vnd darüber em vierfach dopp. ^ lemcn Tüchlen./vnd binde e6 also wieder zu.
Wre man sich nach dem Aderkassen verhalten soll.
Den ersten Tag soll man sich in Essen vnnd Trmckenmässighalten/emes öderem paar welche Eyer essen/ vndeinen guten/remen/ vngefälschten Rheinischen We.n/ o«der sonst emen guten rorhenWemdraufftrmcken/oder emg ut alt rem außgelegen Bier/ daß man wieder feine reinegesunde lpinrü5bekömpt- In Summa/ man soll gute/fubtile Speiß vnnd Trmick brauchen/die gut Geblüt ma->iben/ vnd leicht zu verdawen seyn / daß Man fein gesund/vnd wieder starckwird/ als Bier oder Weinsuppen/ wei-che Eyer/Hnner/Kalbfletsch/Lamssieijch/junge Zicklem«
flelsch/Hechte/Barsch/Schmerlen/Krebö/vnd Semmel-
Man sol aber nit bafdevcmAderlaßschammelhm zumTische lairsseÄ / sondem.^.tt Essen vnd trmcken em wenigvcrzichen/biß sich dicttumci cz.dle durchs Aderlässen sehrbewegt ftyn/wlder einivemg legen/vnd sich zu frieden ge-ben.
Sonderlich aber scll man sich hüten vor vndawlichenverstopffendenDmgen/ alsvorBirn/ dürregesaltzeneFische oder Fleisch/ weiche Fische/ alsKarpen/ Ahl/ :c.vor Schwemm Fleisch/ Item/ versawren Kohl / dannwann du dessen auch eme gantze Tonne voll auffessest / sowürdest du doch kemen Tropssen gut Blut davon bekommwen/ nach etlicher VoÄoin Meynung.
Ä?an soll sich auch nicht voll saussen/vnd sich sonderlichvorWermutbker oder Wermutwein hücen/tan der machtschlaffen/vnd man soll znm wenigsten in 6. Stunden auffdie Aderlaß Nicht schlaffen/ sonst möchten die Dünste so imSchlaff über sich steigen / das Gehirn verletzen / odermöchte einer im Schlaff sich vmbwendcn / vnnd die Aderverletzen / oder möchte emem cm Geschwür an der gelasse-nen Ader werden: Doch mag man sich eM wenig legen vndruhen/aber nicht schlaffen / vilwemger auffden Rückenlegen/ vnd schlaffen.
Auch soll man sich hüten/vor allem das da kaltet/ es seyEsten odecTrmcken/oder eusserüche kalte Luffr/kakBad/dünne Kleydung/ Erklärung deß Haupts der Füsse oderSchenckel. Dann weil durch die Aderlasse demLeibe et-was von seiner natürl-chen Wärme entzogen ist/ so würdeer hierdurch gar zu sehr erkalcen/vnd der Natur sebadcu.Dann Aderlassen kühlet mächtig sehr / sonderlich wannvil Blut weggelassen / darumbwirdsolches mhitztgenFiebern / da em Mensiv verdürsten oder fest verbrennenwil'/ wie den Patienten düncket/ für das höchste/beste vndeufferste um gehalten/nemlich das Aderlässen.
^n Spanien/Welschland vnd Franckreich/ da hitzigeFieder gar gemem seyn/ «st nichts gebräuchlicher als dlß.
So soll man auch nicht in trübe / runckele Lnfft gehen/dan die bringt dem Gemüte Trawrigkeit/macht em grobmetancholischÄeblüt.Drumb soll em'Aderlassernachent-gangenem Bluc frölicher guter Dmg seyn/ vnd sich emetvo^ Trawrigkett vnd Zorn hüten. In reMe klare Lufftmag man wol em wenig gehen / dann darinnen werden die8sn>irus v>rale5,n2.urzle8 vnd smmales erfrischet vnd be-weget / daß sie auch herauß drmgen/ vnd gerne bey jhresoü.lchen seyn wellen.
Man mag sich auch em wenig bewegen / aber nicht zusch .V sonjt würden die ttumvres wieder bewegl / vnd derMei.sch an Krafften geschwachet. Darumb soll man sichc .6 annmit grosser Arbeit nicht beladen.
Das Baden soll man auch emen Tag oder vier nacht mAderlassenmeiden/vnd sichFrawenliebeussern»Das I.XXI. Capitel»Vom Baden/Schröpfen oder Köpffen.
Vom Baden.
ü ^!^An der Mond MWidder/Inngfrawen/vnd Steins
bock läusst/so ist nicht außerwchlt gut Baden. Dann da- welchermals sind die ?oii oder Schweißlöcher verschlossen/so kan Zeit esman Nicht wol schwitzen. gUtist»
Wann der MoNd im Zwilling/ Krebs/ Löwen/Wage/Schütz/Wassermann vnd Fischen laufft/so ist gurBaden.
Wann er aber iM Widder vnd Iungfrawen laufst / solstsziemblich Baden.
Vom Köpffen.
Michbenchtet em vornehmer ZVleckcuSidaß das Köpf-fen cm vngesund Ding sey dann es nehme dem Leib seineNahrung vnd NutriMenr/ nemlrch das Geblüt/ das die ^Leber zu deß gantzen Leibes Nahrung ^r^parirr hat.Aber enichts desto weniger bezeugers die tägliche Erfahrung/dz ^Vcnrolen setzen / manchen Menschen grossen Nutz vnd 5"Frommen brachl hat: Als wann emcr vnrem Geblür bey ha^en»jich hat/ anschlagt vnd gratzig wird/ vnnd braucht mwen-dlg/ehe er ms Bad gehet/ A tzneyen/ die das Geblür rei-nigen/ als Si^uarn kumi rerra?, oder ein LlUil t ^iriiri^zcio tumi relise solvirt/oder 8ul^^uris,Lcc.
vno kopffec darnach / so wird man deß vnremen GeblütSfem loß / vnd bekömpr der Mensch wider emen femen rei-nen Le.b -Doch wil ich Mich hier nnt kemem kleäicis,wederm.t den l^^eo^ltiiitlinern / noch Mit den ha-
dern. Wer Mich fetrciceicurlrt/ der ist em kleäicus, son-derlich der mich mit wenig Tropffen oder mir>vri cu->rrren kan / daß ich mt gantze Kannen voll böser Tranckeaußtrmcken muß / vnd wie offt geschehen / man dann MitLirra<5lis gleichwol wol thun kan / oder 5>rTpzrsriolul)U5^eicuru äulcis, ^.arimouii , VNd virrioli äedirv moäo, wie dann etliche jetziger Zeit auff den rechtenSchlag oder Weg beginnen zu kommen.
Wann der Monden im Zwillmg vnd Löwen ist / so ist Köpffen/nicht gut Köpffen. wann es
Wer VcAtoien wil setzen lassen/der sehe zu/daß er nicht gut ist»heiß Bade / dann wann die Kopffgesetzr seyn/Zso darffernicht wol auß der Badstuben gehen/ wann jhm eine Ohn--macht zuhanget.
Man nehme hierzu einen Meister/ der eine feine leichteHand/vnd eme scharpffeFate har/vnd Nicht draufhauet/als wan er mlt emem Beyl in einen Baum hiebe.DieFlttemuß auch rem styn/ daß emem die Löchlein nicht schweren»
Darnach sol man erstlich m der Badstuben wol erwär-met seyn/die Füsse m ein warm Bad setzen/vnd duSchen«ckel mit warmen Wasser begiessen/daß sich das grob dickeGeblüt fem ä^llolvirer, vnd desto leichter durch die geha-ngene Löchlem herauß dringen mag. Doch thun solches diejenigen nicht / die treugeköpffen etwanmeiner Stubenoder Kammer.
In Hündstagen pflegt Man nicht zu Kö pffen/ sonderngememiglichim Vercoder^nlumnv,wiewolauchsonsten/wanns die Noth erfordert/das kan man M den Calendernsehen/wann es gut ist.
Wann jungeIungfrawen vollerGeblütS/vnd vntermGesicht fchr rvth sem/fo pflegen sie zu köpffen/daß sie emötheils G blüts loß werden/kan aber Nicht besinden/daß eösehr nützlich seyn muß. Wan sie jhre Zett oder kleottruumn^t haben/ so sollen sie im zunehmen deß Mondes auff denLenden vnd über den Knyen Köpffe setzen lassen» MemRath wäre/ sie behielten das hoffartige Blut/ biß sie mEhestand kämen/ da würden sie es wol bedörffen.
Etliche lassen nur einmal/etliche zweymal/etliche drey-mai hacken/ das stehet zu emeS jedern Gefallen/ darnachdie Köpffe gehen/darnach pflegetman hacken zu lassen.
Vernolell sind gläserne Köpffe/so man brauchet/wannman wil die Flüsse imHäupt zurück ziehen eigentlich/dochsol man diß bald thun im ansang/ehe sich der fluß gäntzlichsetzet/ so läft man z. im Nacken/ -..in beyden Armen/auchwol über jede Brust emen setzen/wan der Fluß auch Mit istim Angesichre/ Halß oder Zähnen/man mag hacken lassenoder nicht. Die das hacken mt erleiden können/ (als solcheLeute wol gefunden werden ) die sollen erstlich mit heissenlemen Tüchern von der Stirn an deß Haupts über denKopfs hmab m Nacken/ über den Nacken vnd Schuldernhmab ziehen lasien/vnd dlß offtmalen/ bißdaßder Nackevnd Schuldern/auch Arm davon wol heiß werden / dar-nach setze man die Vccolen.wte angezeigt/darauff köpffe/
Aber es ist gleichwol besser/ wann die Haut gehackt wird»
Wann du geköpffthast/ so bestreich diemal mit Vene-discher Seysse/ oder mit dem Fett/das der Bader bey sei« <
nemLiecht hat/ wannduaußdemBadegehenwilt / soschweren sie nickt. Besche wnitcr krilium i^cculo!<ulsnäum von Wasserbädern ia kll?»
Ende deß Dritten Buchs»
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