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2 (1665) Oeconomiae Ruralis Et Domesticae
Entstehung
Seite
75
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l

Von derHaußarßney.

^ Finzerhoch'/ laßes l4.Tage6iAe>ii-ün in emem b-il-veomelnem verschlossenen Kolben/diMir es nachmaldurch em Netorten / alsso das du das Feuer durch diegehen lassest / wann nlchrs herüber mehr gehenwll/so stosse dle in der Retorten überbliebene Materien/giesse das herab distlllitte Wasser darüber / laßesachtTage pucrclciren/ und distillir es wie zu vor/und solcheswlderholezum dritten mal. Endlich (.urc^iir slles miteinander etliche Tag / zeuch den Salbey.Branrenwemdavon ab/ so wird dle kllimnz der Hirnschalen au^demBoden verbleiben.

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Brasse UttdN)ärc?ung.

Von dieser eines halben scrubel schwer mit

iindenblütwasser / vor den Anfall der schweren Noth

tLnde deß Ersten Buchs

oder auch in del schweren Noth eingegeben/ ist sehr tref»lichgut.

Das (üdX. Capitel.

Lllencia ^lexireri^.

mb Campher so viel ou wclt/setze es an süßMan-delöhl in , diß sich der Campher in ohl

solvirt/ dieses c»Ine und circu',! die d.c>!!>ru! ÄM ein weilmic gutem icu vini, distillir eS hernach damit herü-ber/und sc-pgrinntt gar gelindem Fener den lpilirum vi-Nl davon/zudet ctlcnciz. Misch so vitl^IN-

äiui-Xeroci biß es eine rechte Goldsarb bekommet / istes bereit und ist die treffliche / und wunderbarlicheArtz«neydlePestzucuriren/auchdavorzufiXscrvucll.

Vrsachenwarumb derAutor dasArtzney-bllchzuschreibenvor dieHand ge-nommen.

Bas Ander Buch/

Der OeconomiT, ^-zrricuzgenMdt- Iu Teutsche EinArtzney

buch oder em ^>auß-Aryney.

Das!. Capitel.

Deremgangzu diesem Buch.

mir auch wol gantz wol bewust / daß ich eineX^/grosse mächtige schwere Last auff mich lade / undmich dessen unterfange / das fast über mein vermögen/und daß ich auch von den Apoteckern und I^eäici-: biß-weilen werbe redllch übergezogen werden / daß ich erli-chermassenzuvielaußdem Rath sebwetze / bißwellenauch mtt emem Alchymistischen Pößleln werde gezogenzommen. So überwindet mich docb die Warheit/unddie Liebe gegen meinem Necksten/uud die ersahrung/daßich muß geradezubekennen/ und lc-zphzm nen-

nen/man habe nurs vor übel oder nicht. Ich weiß wol/daß die Galemsten und Theophraftiner widereinanderseyn/ weiß ich wol/ daß lch sie mtverrragen werde: lchhalte sie aber beyde für gute Leute/ und gilt mir gleich/ob mich ein Galenist/oderTheophrastmer curiret/wannmir nur geholfen wird Es wird mir blßweilen der Ga-lenist/ bißwetlenderTheophrastmer ein Punct stechen/und meine Sachen die ich deß mehrentheils auß Erfah-rung hahe tadeln und straffen: Aber ich werde die Ohrenan denKopfflegen ilnd dencken müssen/Thue recht/scheuniemand / die erfah rung wirds wol geben / ob lch rechtoder unrecht schreibe. Wann lch für gelehrte Leute etwasschreiben solte: Well ich aber den emfeltigen Leutenschrelbe/muß lch mtt Emfelttgen emfeltig seyn/ und mitihnen reden oder umbgehen wie man bey gemeinen Leu-ten pfleget zu thun Wer es besser weiß/ dermacheesbesser / es ist emem jeden seine Besserung wol gegönnet.Darnach bitte ich emen jedern gute» Freund / za auchBekanden und unbekandte / sie wollen mir das Buch un-geschoren lassen/und da jeme-nd gerahten undgcholffenwced/ nicht lNlr/ sondern Gott dem He Mi darfur danck-barseyn.

Gereth aber e«nem die durz nicht / so mag ergeden-cken/ daß er vielleielit die Medikament nit recht zugerich-tet/ oderdas chm Gocr das Glück nitgeben will/ son-dern wil lhn noch^ln zeirlang unter dem Creutz halten/odergarvon ihnen abfordern/ oderdas erkemegure 6>-zcramhalte/odereinenbösenconltcüacionist/ odereinHunuz clim^tcn icnz vorhanden/ oder daß er Nlcht rechtgute Materialien dazu Nlmbr / oder was sonst andersdarzwlschen kommen kan / dann es können offtmals eineguteLmam vielSacben hindern / davon lch jetzo weit-leuffigernicht sagen w^!. Man lest offr Kreuter/ Wur-tzeln/ Samen und andere Mareriallen auß denApote-cken holen/ dle verrottet/ verlegen und von allen Krass'ten kommen seyn/diezurArtzney nicht mehr dienen/undrichtet emeArtzney zu / die darnach nichts oder gar we-nig hilffr- Ja man kan bißweilen Sachen außden A-potecken bekommen / die zwar an sich selber wol gut zurArtzney weren/aber wann sie Verdorben seyn/ sv werdensie zue Gisst/ und i'eljfen dem Pacienren bald fort/ daßcraci p-ux, gehet: wle dan das Blbergell

thut: das ist den Sechswöchneru eine herzliche Artzney/wann6aberoderalc/ sehwartzundfchmerlchtivuv / so brmgtö den Todt wie ich auch emmal ein

^pempel gesehen an meiner fromen tugendsamenStieff--mutter / welcher Seelen Gottgnadig und barmhertzigsey / davon lese man^vicennzm m lumma lecunäav^nenorum ex^Iicar>8 c. 1 >. derer dinge findet man vielin der Natur/ undinderApoteeken / damit mancher^ cclicu5 vbel zu Massen kompt /wann er sich nitvorsihet.

Drumb ists sehr gut / wann im em Vieclicus m seinemHause vorsieh undseine Patienten selber eine ?lpoteckenanrichtet/ und nnnbt rechte gute srifthe neue Materia-lien da zu/ sokanersichnechst GottauffdiesUbige ver-lassen/und nur semer Eura desto leichter fortkommen.

Ich solte hier auch wol sagen / was man vor.^u coreslesen solle/ wie ich in andern Büchern auch gethan / sosind derer so viel/daß ich sie nit alle erzehlen kan / dann mreme6>2 vtel gutes dings geschrieben ist / von vielenvortrefflichen ^leciieiz, beydes bey den Galenrsten undTheophrastlnern / aber meines erachtens solten ememgemeinen Man alle OpetitSuzIrkeri, tterm^nrnRy-fen nit undienlich seyn/ dann er in aller Einfalt viel gu-tes dmges berichtet / darum sich einfeltige Leute wohlschicken können .Item/ deß kntij Hpcculum iViccjicinX.Sonderlich aber kan im em Haußwirth zeugen / dieHaußapoteckeHieronymi Brcunjchweigers/ 1lUS ?ÄU^>crum genandt. Item / em Büchlein/ Anno1564. zu Magdeburg außgangen/ dessen Tttel ist/ Apo^tecke vor den gemeinen Mann / der die Artzte zu ersuäieuam Gut ntt vermag, l^). Io.inni8 On-in^ri 7lrtzi?ey-undPracticnbüchlem. Iacol>> 1^0^, ^^lvm neues Artzneybuclv Item sein^reuterbuch. l) (Dl-wulcii Gabelkövern Artzneybuch/ und en.dere derglei-che/ Büchlein mehr/ die einem gemeinen Mann zm leckeNachnchtung geben. Besiehe auch deß KouueicciioKcin^m.

Wie man emer jedern Kranckhcit Sitze / Wohnungoder Lcncluw suchen und finden soll. Besiehe l-eoukal-61 loacliiml L c>>i mcincZli-i in KÄliz, c. I.

. Das Ii. Capitel.

Vom Hauptwehe und Vrjachett aller

Hauprkranckheiten.

^?Ir wollen aber vom Haupt und desselben Kranck-^yeiten anfangen / welches nach dem Het'tzen fast -

das edelste Glied deß Menschen lst / aber es ist auch viel .-ch^,lerley Kranckheiten unterworffen / dann alle Fehl undGebrechen derAugen / der Nerven oder weissen Geä- ^anckkei.ders entspringen vom Haupt. So fallen auch mancher- t r-leyFlüsseaußdem Hanprherab ln dleAugen/ Nasen/ '

Ohren/ Halß und auff die Brust / und sind v:el andere 'Kranckheiten mehr / die ihren Vrsprung und Herkom-men auß dem Haupt deß .vienschen haben

Wer mm solche Kranekhelten auß dcr Kunst recht hei-lensoloderwil / dermußallezeiterstilchdieVrsach derKranckheiren wissen/ und durch bequeme oder dienstlicheArtzney dieselbige wegnehmen/ wann die weg ist / so lstdem Patienten schon gerathen und geholffen.

Les'kzla^iz.czsiiris cicz>Ql cit, Hauptwehe / aber Le-lst das langwirige Hauprwehe.

Das Hauptwehe hat mancherley Vrsaclx n / dann eskompl bißwellen vom Haupt selber / bißwellcn aber vonG ij andern