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2 (1665) Oeconomiae Ruralis Et Domesticae
Entstehung
Seite
339
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Won Aderlässen»

Blutsvnd Blat-ternfluß.

Für ge-schwolleneBem vndFüsie.

Wasser-sucht vndgeschwulstdeß Lei-

Für Geschwulst deß Magens vnd Rittenwche.

Zwo Ädern an den Händen stahn/geschwulst Für Hertzen wehe soll ntan sie lahn.vndRtt- Vnd wer Vnlust zu essen hat/

tenwehe° Auch den der Rttten schütten that.

Für Geschwulst auch Wehe deß Magens dein/

Darnachwill lchdich lehrenfem/

Wle das dle oberste an der Recht/

Die nahe steht bey dem Gemächt.

Fürn Krampst / Geschwulst das Grien vnd Stein/

Für Bauchgeschwulst man löst sie rem»

Für deß Bims, vnd Blattern Fluß.

Die Adern nahe beym Hindern dem/

Für Blutes Fluß zu lassen seyn.

Deß Leibes/ der Blattern/ ws sie stahn.

Durch diese Laß dir bald verzahn.

Blattern seyn dle Blasen in der Menschen Leibe»

Für geschwollene Füsse vnd Beine.

Zwo Adern an den Knyen sind/

Die ich zu lassen nütz befind.

Für Elfen/ Geschwulst der Fuß vnd BeinDadurchwerden schön vnd rein.

(Elssen/ sind Geschwer.)

Mr Wassersucht vnd Geschwulstdeß Leibes»

Am Schienbein sind der Adern zwo/

Die soll man lassen merck also.

Für Wassersucht/ Geschwulst am Leib/

Zwo Adern ich also beschreib.

Die aussder grossenZehen stahn/

Die solt du für das Augenweh lahn.

Für Blatter in dem Angesicht dem/

Desgleichen Geschwär/wo dle dann seyn/Für Krebs vnd Fluß der Frawen auch/

Dich dieser Lasse frey gebrauch.

Auch ist eine Aderbeym Nabel / die man den Wasser-süchtlgen auch lasset/ vnd die soll entweder zum Tode oderLeben deß Patienten dienen/ wtesie reden/ Ich halte da-vor/daß hter nicht die Adetn gemeint werden/ scndern dieHaut selbst/vnd das darunter liegt/das ?eriwnXum,dieHaut/ die die Darme in sich halt/ oder vmbfähet/ darinnsich das Wasser auffhalt bey den Wassersüchtigen/ wannMit dem 8ca!pLl!o oder FltetenEyßleinsottesswtrdneingedruckt/ daß man die Haut oder wundet/so

laufft das Wasser rauß wle ich gesehen- Besihe das Artz-neybuch von der Wasiersucht.

Aber der Krancke/ dem lch sie schlahen sahe / starb 2..'Tagehernach/ vnd Ueffschr vielWasser von jhme/ daßsich hochllch drüber zu verwundern war.

Für den Schlag.

Die kleinsten Zehen han auch hie/

Zwo Adern/ vnd solt lassen die>

Für Tropssen/ vnd auch fürn Fall/

Für Nieren/ Blattern überall.

(Blattern ist die Blase hier.)

Für das Grien/vnd reissenden Stein»

Grien Darnach vn'ter den Knoden zwo/

vnd reis- Innerhalb den Füssen do:senden Solt lassen für das Grien vnd Stein/

Stein. Den Frawen auch/ als lch es mein.

Nach der Geburt zu ihrem Fluß/

Ob sie laßen dafür als süß.

Für Hüfft' vnd Nierenwehe/ vnd Schwulst

der Gemache.

Hufft vnd Zwo Adern vnterm Knoden sind/

Nieren- Ausserbalb deß Fusses die man sind,

wehe/ vnd Die soltu lahn für Hüfftenweh/geschwulst Der Nieten/ vnd das Harmenweh/der Ge- Ob geschwollen wer dlr dem Gemacht/

Machte» Die Adern laß/so thr-st du recht.

Hüsstwehe ist Loxarius morlzus , oder llckias oder!-kcklzricus mordu^das ist ein grosser Schmertzen/schmlererstllch den Ort mit Baumöl / darnach röste die BlatterNicorisllX über em Kohlf'wrlem/vnd schlahe die drauf/das lindert den Schmertzen bald.

Warnung.

Daö sinb Eins will ich aber warnen dich/

Arterien / Daß du vorsehest sicherlich,bufft/oder A>eß Hebens Adern/ vnd jhr schon/

Von Meistern ichs gelernethon»

Daß man sie soll versehren mcht :

Groß Schaden offt dadurchgeschicht.

Bas I.XX. Capitel.

Folget nun ^ wie man vom gelassenen Blut vrchet»

leu/vnd die Kranckheitcu der Menschendraußlernen solt.

Michael Papst m der Wunder Artzney xÄA.i.fo!.i8l.Z8-..

A^?Ann das Blut gelassen ist/ so setze es fein säuberlich^^lm Becken an e;neu Schatten / da es weder zu kalr

noch zu warm stehet/blß es er^'.t<t» I!^ da- B^ut obmetwaswelß/ dicke vnd schaumicht / . nee^r s Äe'lsch^nSpeichel/ oder Eyterfarbig/ das bedeut/t ^5 c:r Menschvmb dle Brust voller Schleims vnd böser Feucht^ i Menist/darvon kommet Hust/Keichen/Datlipfj/Bustw.ye/vnd Gebrechender Lungen. Es pfleget auch wol/ für derFrantzosen Ankunffr/m völligen beuten also c.ußzusehen.Ist es abet blawlechttg/ vnd etlicher Massen braun/ odergraw/ so bedeute Wehetagen deß Miltzes/vrd zeiget an/daß viel Melancholey in der Miltz vorhanden scy/d mgerStechen ln der lmcken Seyten. Drumü muß dasselblgeschwermütige Geblüt purgirt werden/ sonst möchten dieFrantzosen/der Aussaß/vndallerley Räudlgkelt zuschla-hen.

Bleich Blut bedeut die Mlltzsucht/vnd Kaltedcß Her-tz ens.

^ Wann das Blut gelb vnd bleich ist / so bedeut es einenbösen Magen/ der nicht woldawet/vnd verstopffet lst.

Ists aber allein gelb/ft bedeut es wehetagender Leber»

Schön roth Blut/ das oben ein wenig Wasser hat/ be-deut einen gesunden Menschen.

Wanns rothgelb vnd fahl lst/ so bedeuts eine schwacheLeber/ die nichtgut Blut macht.

Ists dunckelblaw vnd roth/ vnd mannichfarblg/ wieein besprengetTuch/so bedeut es Zlttern deßHertzens/denSchlag vnd einen vnrühigen Schlaff.

So es mitten roth/vnd vmbher schwartz ist/ zeigets ei-ne sehr schwache Leber an/ vnd ist der Mensch zur ?Ieuri6geneigt / vnd ktteget Wehetagen vnd Kranckhelten deßHaupts.

Wans grün ist/vnd viel Wassers hat/so ist dem Men-schen vmb die Brust wehe/ vnd hat em helmlich Fieber.

Ists Klrschenfarbe/so bedeuts es eine hitzige Leber.

5/ioth Blut in elncm schwartzen ^.irck^l/ bedeut eine zu-kunfftigeKranckheit.

Blut/ das oben roth/ vnd vnten schwartz ist/vnd ist zu-sammen gerunnen/vnd lst keine Feuchc:gkelt-»er Wasserdabei)/bedeut Podagram vnd?zralvl-!z.

So es mitten im Becken zusammengerunnen / vnd vn-ken im Grunde Wasser hat/so hat der Mensch dleWasser-sucht amHalse/oder wird sie balde bekommen.

Ists aber ohne Wasser / so bedeuts Trunckenheit deßHertzens vnd Leibes/ vnd folget der Aussatz.

IstdasBlut schwartz vnd hart/so bedeuts/daßes langbeym Menschen verhalten ist.

Schwartz Blut/das einen rothen Rmg hat/bedeut dieGifft.

Schwartz Blut/vnd oben viel Wasser drauss/ brmgctzukünfftige Fieber.

Braun vnd schwartz Blut / bedeut vlel Feuchtigkeitmit viel Grinden.

Wanns allein schwartz ist/so bedeuts grobe/vnZedawe-te Feuchtigkeiten im Lelbe.

Wann Körnlein lm Blut schwimmen / so wird derMensch ein Beschwer bekommen.

Gestehet das Blut balde nach dem lassen / so bedcutSeinen warmen Leib; Gestehets aber nicht bald /so bedeutsemen kalten Lelb.

Man soll auch mit einem Rütlein durchs Blut reissen /ists zehe/ so ists böse vnd Febrig/ ists aber mürbe / so lstsgut.

Wie soll man aber die Humores im Geblüt erken?

nen/ vnd vnterschelden?

Ein schön roth Blut lst ein gut Geblüt / massig warmvnd feucht / süß vnd die beste Nahruug / deß gantzen Lel-bes vnd aller Glieder.

Der Schaum vnd dunckele/ grün oderg ^be Farbe istdie billS oder Lkolcra.

Das wasserige/ weißliche dünne Ding ist die <?,I>icSmatzder tiruirÄ. kglt/ feucht/ vnd vngefchmack

Ff tj Aber

PulßsAdern

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