Das Dritte Buch/
Oder nim vor dem Aussgang der Sonnen den Taw/schmiere denselben auff ButtervndBrod/ vnd gib eseinem 5?unde zu essen/ wird er davön kranck oder stir-bet/ so ist die Lufft vergisstet/ vnd folget gerne ein Pesti-lentz nach.
Welchen Menschen solche Seuche am ge,fahrlichsten.
Welchen Es sollen sich insonderheit in solcher Zeit hüten dieLeuten die vollen Wemzapssm vnd Läcctii Kinder/ die Tag vndPest am Nacht jhrem Zaccko dienen mitvberentzigem Schwel-qefabrltck gen/ Fressen vnd Sauffen/ für vnd für voll/ dollvndsienWein- vnsinntg seyn/ dannihnen solcherPresten sehrgefährlichzapffe sol- lst/vnd so ein solcher doller/voller Weinzapffm«t der Pe»len sich stilentz mlicirer oder angesteckt wird / demselben maghüten' gar schwerlich gcholffen werden / wie man dann dieses mvielen Pesten gesehen vnd erfahren hat/ welche nachdem sie der Gepresten angestossen/ sich voller Weins dar-auff gesoffen/vnd gemeiner sie wollens mit solchem Sauf-sen vertreiben/ wieesjhnen darüber ergangen vnd ge-rathen ist/ weiß Manniglichen sehr wol / haben sich selbstjämmerlich m Noth vnd Gefahr bracht: Sey derohalbencm jeder darinnen g^watnet/ vnd hüte sich/ daß das er-schrecklich VrrheildeßHeiligenPaulli. Corint. 6> nichtvber jhn komme/daß also lautet/ kein Trunckenboltz oderWemsauffer wird das Reich GOtteS ererben / vnd ge-dencke em jeder an die trewe Warnung vnsers HERRNvnd Heilands IEsu Chnsti/dle also lautet Luc. 2.1. Hü-tet euch / daß ewere Hertzen nicht beschweret werden mitfressen vnd sauffen / :c.
ItemdieinSterbenslaUfften viel Vnkeuschheit pfle-gen / vnd sich m Vclleris Spiel zu viel üben ist dieser Ge-presten sorglich vnd gefährlich / sollen derohaiben Maaßdarinnen halten/ vnd sey em jeder gewarnet/ daßerjhmNicht selber Vrsach zu solcher Kranckheit gebe.
Item den jungen Kindern vmb jhrerFrassigkeit wil-len ist solche Seuche gar gefährlich / dann sie viel saulerFeuchtigkeiten samlen/daher sie solche Seucht leichtlichvberkomnien mögen.
Item / ist auch dieser Gebresten gefahrlich angebohr--nen Vättern vnd Freunden / oder denen so eines Geblütsseyn: Dann so emer vnter Blutsfrennden Mit solcherSeucht angegriffen wird/ so vberkomMens gemeinig-lich die andere Blutsverwandte alle/ vnd geschichr dasdarumb/dieweil jhre Loixoia darzu geschickt seyn/solcheVergisstungzncmpfahen/vnddas wegen der Gleichheitder Cörpervnd Lc>ms?!exic»nec>, so sie von der Geburther miteinander haben/vnd von einem Saamen empfan-gen siyn :Dann man solchcs in täglicher E .fahrnnghat/daßso die Pestilentz m ein verwandte Blutsfl cündschafftkömpt/ nichtMN nachlasset : Vnd ob schon solche nichtbey einander meiner Sradt oder Orth wohnen/ vnd sodie Pest.»ciitz schonauffhoret/ vnd vber cm Iahr oderdrey wider kompr/ hat sie jhren Anfang widerumb vnteremem solchen Geschlecht/ vndmmptempaar hmweg/vnd vber etlich Jahr wider ein paar / daß 'sich et.vanbegibt/daß emgantz Geschleckt m lo.oder zwantzig Jah-ren gar außstirbet an dieser Sucht/wie dann das die Er-fahrung offrmals bezeugt.
Item die mit grossem Zorn/mit grossem Anligen/Be-Trawnge schwarniß/ Trawrigkett/ Angst vnd Noth beladen/odervnd forcht die eines weibischen zu gar forchtsamens Gemüths seyn/same. vnd ohne daß der Luffr warm/ dünstig/ vnd wie oben ge-sagt/ zerstört vnd vergifft/werden zu diesem Geprestendesto eher vnd mehr geneigt vnd geschickt seyn.
Blutrei- Item/ die viel hitziges Geblüts / als da seyn die Lko-che vnd so vnd 8aOAumei> seyn zu solcher vergifftung sehr ge-voller neigt/wegen der Entzundung/dann man m täglicher Er-Gallen fahrung hat/daß die grossen/ starcken/ blutreichen Man-senn ist ge- ner/welche ein warmes Hcrtz/starcke Leber/vnd viel war-mes feuchtes Geblüt haben / auch grosse Schweiß-löchlem vnd grosse Adern/ gemeiniglich an dieser Seuchesterben.
Solche Kranckheit ist auch sehr sorglich vnd gefähr-lich den Weibern vnd Iungfrawen so jhre natürliche, .».w. oder Zeiten nicht haben / vnd aucht nicht recht-
denenjhre schaffendavongeremigetseyn. Dann solche werden vonZeit ver- verdorbenen faulen vnd vergisstlgen Lufft mit sol-ftopsst qe- Kem Gepresten desto eher befleckt: Derhalben in solchenfährlich. ö^ttn sie sonderlich auffsich acht sollen haben.
VenerisKindersollen sichvorsehen.
JungeKmder.
Bluts-Ireund.
Zornige/
fährlich.
WeibernvndIungfrawen
Es sollen sich auch wol fürsehen die schwangere Wei- Schwatvber/ dann ihnen warlich solche Kranckheiten amaller- gernsvrgisorglichsten vnd tzefahrlichsten. lich.
Den alten Menschen ist diese Seucht nicht so gargefährlich/ wie^liniusdarvon schreibet!.?.c 5s.
Das iV.Capttel.
Wieman sich vorder Pest hüten / prsserviren
vnd bewahren soll.
^?ls erste vormmbste ist/daß man m sich selber gehe/^ ^vnd sein sündlich Wesen vnd Leben erkenne/Busse/Beichte/ Säcramem brauche/ vnd-ein Gottselig Christ-lich Wesen vnd Leben anfange/ dann dadurch wirdGOTT zur Sühm brachr/ daß er sich endlich deß Vbelsgerewen last/ das Er an vns hat chun wollen.
Vorsander / soheistS:
ÜXc rria ralzikcam x>ellunr ^äverdia pelieM,
Ivlox, IvnAäj c^rcie, ceäe^ leceäc. rcäi.
Drey Zeiten jagen ?ekem auß/
lvckt/ spatt/ tnvndaußdemHauß.Bal0 mach dich weg / weit zeuch davon/Vnd lehllch langsam wlderkom.
z. Bawe soll man sich auß dem Staube machen/dann so cs »m Lande ruchtbar wird/ daß es an emem Ortstubet / so will man darnach niemand Herbergen oderemnchmen.
Wann man weit wegzeucht/ so ist man desto siche-rer/ vnd schicket mcht so osst zurück/ vnd holet jhm diePest an Ha lß.
Waim man zu bald wider kömpt/ ehe sich die Lufftgnug geklacet vnd geremiget hat/ so bekommens die Leuteher / vnd jrerbenweg / dieda weg gewesen / dann die zuHausebliebel.sino. Zeitlich muß man sich anderswo umbeme Heiberge bewerbm/ wann man ja noch em wemgVerwarten vnd sehen wsü/ obs auch weiter will überhandnehmen. Dann wo es im Lande zu laut wird/ so will einendarnach niemand äuffnehmen/viel weniger beherbergen/so muß man dann auff pem Felde bleiben/ Hunger vndfrost leiden. Etliche ziehen auch nur vor das Thor/m jhreGarten/ Pressen und Lusthaufer/ dann man kandurchGOttes Gnade der keuche leichtlich entgehen/ wannman nur will.
Diß sollen aber allein die Leuthe thun / die nicht en öf-fentlichen Aemptern sitzen / Pfarrer vnd Seelsorger/Burgermeister vnd Richter / Schuldiener vnd Kaslen-herzn/denendleArmen/samptderselbenEiNkommcn/be-fohlen seyn/ein Balbierer der zu denKranckm gehet/vndeine Wehemutter / Apotecker / vnd bestalre Artzte/ kün-ncn nirgend hmflieheu/sondern sollen bleiben/ vnd jhreAeMpter verrichten/ vnd Nicht allem den Gefunden / son-dern auch den Kraucken rrewlich vvlstU)en / vnd sichderselben/ Mit besondern grossen Fleiß / wie emVattersemer krancken Kinder/ annehmen. Doch sich auch woldabey macht nehmen / sich hüten / vnd nach GelegenheitMitwol verwahren. Was aber solche Leu-te/ die da im Vng luck zu Hause bleiben/ brauchen sollen/daß sie nechstGÖttvor der Pest sicher seyn/ das wollenwir hetnach anzeigen.
Es sollen aiich zur Zeit der Pestilentz junge Leuthe/Iungfrawen/ schwangere Weiber/ vnd dergleichen Leutem der Zeit sich weg machen / dann dieselbige bekommensleichtlich.
Vors 1. So soll man auch bey Zeiten nach Rath einesgelehrten Artzteö sich purgtrn/ vnd die Mediän sprmgenlassen / oder die Leberader / sonderlich was corpois xle -,rj^orics vnd blutreich seyn/ damit man von allen bösenfeuchtigkelten/eiN jeder nach seiner cöxlcxjon.gereinigetwerde/vnd diePest deß MenschenLeib/soNderlich aber dasHertz / Hirn/ vnd die Leber/ nicht so balde anzünden kan:Dann wo der Lnb vnrein/ vnd voll böses Geblüts ist/ sosahet er balde wie eM Zunder / vnd muß solches balde nnAnfange der regierenden Pestilentz geschehen/damtt mchtzu lang gehqxret/ynd eine grobe schanye versehen werde»
Davon
Pest zuverhüten/oder wieman sichdarvor be-raten sol»