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2 (1665) Oeconomiae Ruralis Et Domesticae
Entstehung
Seite
6
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Das Erste Buch.

Was aber natürlicherWeiß von sich selber wachst/ dasist am besten im Lentzen oder Herbst.

Wmtzeln/ Es hat sonsten traun das Ansehen/ daß ein jederewenn sie Wurtzel im Lentzen / ehe sie das Kraut bekompt / unnd«»m bestem im Herbst/ wenn sie das Krant wieder v^rleuret/ zumbesten sey: Und darnach nchme sie nniner ab / unnd seymcht ss krafftig/ ehe sie den Stengel bekompt / noch vn-kräfftlger ehe sie Blumen bekompt / am allerlräffttgstm/wenn sie den Samen oder die Frucht bringet. Drumbjsts gar gut und nützlich/wenn einer gar eigentlich weiß/wenn ein jedes Kraut blühet oderSamen bringet. Dennwas im Herbst erst blühet oder Samen bringet/ des-sen Wurtzel muß Man im Lentzen eintragen. Wasim Lentzen blühet oder Samen brmget/ dessen Wurtzelmuß maü lm Herbst einsamlen / oder ja im Lentzen / ehedenn sie wieder blüheii. Was aber mitten im Sommerblühet oder Frucht bringet / dessen Wurtzel kan man(meines erächtens ) im Lentzen oder im Herbst nützlicheinsamleN- So aber ein Kraut blühet nicht lang vor demHerbst / so mach man seine Wurtzel im LentzeN einsam«len: Blühet sie aber nicht lang vorm Lentzen / so magman sie im Herbst eintragen. Was aber gar nicht blü-her/dessen Wurtzel kan Man im Lentzen oder Herbstem-schaffen/wenn man wil.

Das X. Capitel.

Von einer einfältigen Ander Diflillirung

vor tue Armen.

Brennofen ?XRoben hab ich im z. Capitel ein Instrument gesetzt/vvr arme ^^damit die schlechten gemeinen Bürger disiillirenLeute« können: Nun wil ich noch von einer andern schlechtenArt sagen/ derersich noch armer Leute gebrauchen kön-nen/ weil ich denselben zu gut diese meine Arbeit sonder-lich vor die Hand genommen habe/ darmit sie auchWas-ser brennen/ Uundinchren Häusern ihnen eine Apoteck«»richten können. . . ,

Wiltu noch einen ^eringerli Brennofen haben / dar-innen du noch ehe unnd leichter Wasser brennen kanst.So unnb einen geglasurten Topff/ der innewendig ver-

glaset ist/mache unlett ani Boden ein Löchlein dadurch /und setze den Topft auffemen Dreysuß /oder sonsten et-was / daß du gar eigentlich den Recipienten/oder dasMaß/oder das Töpflem/ darein du das Wasser sam-len wilt/ unter das Löchlem setzen kanst: 'Bmd ohen emfein sauber und rein lernen Tuch über den Topff/ und le-ge das klein gehackte Kraut oder Blumen auff dasTuch/mmb Litt eisserne oderküpffernePfanne die so breitsey/ daß sie das Kraut bedecke/ m di? Pfanne lege Asche/und aüffdie Asche gkuendeKolen/ und setze die Pfanne««ffdas Kraut oder die Blumen/ so wird das Wasserdurch das Loch unten in die Rxcipienten trieffen auffdiese weiß/ wie du hievor sihest/ oder N'mb nur ei-nen geglasurten Topff / unnd binde oben ein ftin weißTuch drüber / koch also / daß es em wenig Neff bleibe/baß man Rosen / oder andere gehackte RraUtcrdrcmiegen lan/ unndthueKolenmeine Scherbe oder Psan-tie / setze sie drauff/ so erwärmet das Kraut und gibt dasWasser von sich/ das tropftet durch das Tuch/und fallenHHT5»vffen hinunter in den geglasurten Topff/ dar-

nach geuß es auß dem geglasurten Topffe in ein Glaß:

Also bekommest du hüpsche Rosenkuchen / wenn duauff diese Weiß Rosenwasser brennest/ die du fein auffsHaupt binden oder legen kanst / wenn du Hitz im Haupt

hast.

Das Xl. Capitel.

Was vor Zeug und Instrument zum Wasser-brennen und Oehlmachen gehöret.

HAEr aber etwas vermügener ?sr / und eine sonderliche Änstrumen-'^Lust unnd Liebe zu solchen lieblichen/ nützlichencji kazumdl-ttiilzrioniduzoder Wasserbrennungen hat/ der muß st^lrenge-em wenig besser angreiffen mit Instrumenten unnd ^ig.Brennöfen: Denn Kunst wil Gerethe haben/ und werMit einem Sing umbgehen wil/ der muß ihm Instru-ment und Zeug darzu schaffen / daß er IM Nothfall balddarzu greissen kan/ und seine Sachen desto ehe verrich-ten kan.

i. Vor allen Dingen aber ckuß er erstlich ein pahr /oder mehr Blaßbalge haben/mtt femm langen/ starckmund fo rnen wohl beschlagenen Röhren/ jedoch darnacher starck arbeiten wil. Denn wil einer allein arbeiten /

Nur mit einem/zweyen oder dreyen Oeftn/ so kan er sichauch wol mir einem Blaßbalck behelffcn.Item/ feme eis-serne Klüfften/eine oder mehr/ damit er die klücnde Ko-ten seiner Gelegenheit nach/regireu/legen oder aus deinOfen wieder nehmen kan/ wenneszumel Fewer hat:vud dörffen diese nicht sonderlich lang seyn / ohngefchreiner Elen lang. DieLb^mici so siarckere Fewer beymSchmeltzwerck ber Metallen haben müsjen / dle lasftnsie wol zwo Elen lang Machen. Item / steinerne Krugedarinnen man die Wasserhalten kan/ daß siemcbt bre-chen / vnd dazu muß eine gute Erde seyn/ wie man in derSchlesien zu Gvrlitz/ inMeissen/ zu Waldmburg/vder zu Cölln von Siburger Erde machet. Item/ gros-se und kleine/harte und weiche Kolen/ daß man zu einerjedemAtt/ nach der Notturfft deß Wercks greissmkan. ^ ^ ^

Darnach so muß man allerley gläserne odtr küpf-ferne/oder zmnerne Instruments haben/ derer eNlchedlck/etl'.che dünne seyn / die dicken vor die Vndza

denOliteten/ diemltstarckerem Fewer müssen gems^denwerden/ vnddemnach mcht leichtlich zuspringen/

»md dünne zu den gememen Wassern. .

Die Gläserne/so auß Vened-fthem Schetbmgiaß ge-macht weiden/sind wol die besten/kenn sie si'.id durchsich-tiger/ denn andere gemeine Gläser/ uNdkaneinLabo-rant dadurch balö gewahr werden / ob er dem Werck zuKarck oder zu schwach Fewer gibt. Die lüpfferne müs-sen inwendig verzmnert seyn: Man pflegt ihr Md wolnur aus Erden machen zu lassen/ und die bümämmangern zu den Okteten / denn sie halten besser auß/de«.n diiMläser. So müsse:! such etliche grsß / etliche aber kleniseyn/ daß man em jeden zu seiner Gelegenheit brauchenkan. Denn ein grosser Helm / und ein kleiner Kolben /schicken sich mckt wol zusammm/eS Muß einjedes sich zudem andern ftm schicken und räumen. .

Ein Helm ist der Hut/ den man oben auff den Kvl^

ben setzet oder siintzet / wenn man distillmn wil / dtt-hateinen langen Schnabel / dadurch das Wasser / oh! oderZpirirus in den Necwienten trieften tan. Bißweilen Nlußman ihm auch em theil vom Schnabel abkürtzen/ wenner zu lang ist. «

4. DenKölben nennet man das Unter Glaß/ dareMman die Materien thut / die man distitlcren w:l / unnddarnach den Helm draüffsetzet. Dieser muß bißweilen