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Rheinpreußen und seine staatswirthschaftlichen Interessen in der heutigen europäischen Staaten-Krise : oder vergleichende Betrachtungen über den frühern und den gegenwärtigen Zustand der königlich preußischen Rheinlande, mit volkswirthschaftlichen Vorschlägen und statistischen Nachweisungen
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aufgefundenen Sätze auf die Lehre der Staatswirthfchastzu übertragen/ so wird die letztere bald zeigen, daß diesnach den meisten Beziehungen darum eine Ungereimtheitist, weil sie das erste Erfvrderniß einer praktischen Wissen-schaft, nemlich die Verhältnisse fo wie sie wirklich sind,zum Grunde zu legen, unerfüllt läßt. Wäre es daher aucheine ausgemachte Wahrheit, daß freier Bekehr aller Völkerdem gesammten Menschengeschlechte die größten,nur möglichen Vortheile gewährte, so bliebe es doch nochimmer zweifelhaft, ob er auch jedem der besondernStaaten den größten Nutzen leistete, und er könnte folange nicht der Grund des unbeschränkten Handels einzel-ner Staaten werden, als nachgewiesen bliebe, daß für denbesondern Staat durch die Beschränkung desselben ein Vor-theil, wenn auch auf Kostm des andern entstände, weilman immer zugeben muß, daß die meisten der Staatenjenen Vortheil sich aneignen wollen. *)- Gewiß zweifeltNiemand daran, daß ein allgemeiner Weltfriede der Mensch-heit die größten physischen Vortheile gewähren würde, aberist es jemals einem Staatsmanne eingefallen, zu behaup-ten, daß ein Staat unter allen Umständen nichts Besseresthun könne, als immer den Frieden zu erhalten, oder nieKrieg zu unternehmen? Wenn daher ein Staat, indem -er den Handel eines andern beschränkt, einen Vortheil, der

*) Die verschiedene Größe dieses Vortheils, welcher fürStaaten von verschiedenen Bedürfnissen und verschiedene? Bildungs-und Gewerbestufe daraus entsteht, wird so lange' die Ausführungder Idee allgemeiner Handelsfreiheit eine Chimäre'erscheinen lassen,als -es für den einzelnen Staat Klugheit bleibt) ein Verhältniß zuvermeiden, bei welchem man gewinnt und verliert, jedoch mehr ver-liert als gewinnt.