ohne Ausnahme trifft, zu entgehen; so sinkt mit jedemTage der Stand der Priester herunter, mit ihm die Achtungdafür, mit ihr der religiöse Sinn und die Sittlichkeit vielerStaatsbürger, '
Kaum laßt sich absehen, wie weit dieser Verfall derGeistlichkeit und folglich der sittlichen und religiösen Bil-dung sich unter Französischer Herrschaft ausgedehnt habenwürde, da trotz der unverantwortlichen Erleichterung derErlangung desselben dennoch immer mehr Pfarren unbesetztblieben, und der Mangel der Diener des Altars immerfühlbarer wurde. Durch die höhere Achtung, deren dieserwichtige Stand sich gegenwartig erfreut und die ehrendeAufmerksamkeit, die ihm der Staat zugewandt hat, durchden Umstand, daß sich mehr junge Leute den Wissenschaf-ten widmen, läßt sich die merkwürdige Erscheinung hinrei-chend erklaren, daß jetzt zu einer Zeit, wo die materiellenoder äußern Vortheile des geistlichen Standes bei weitemnicht so augenfällig hervortreten, indem der die übrigengebildeten Stände treffende Kriegsdienst für dieselben äußersterleichtert und bekanntlich im Frieden auf Ein Jahr ein-geschränkt ist, dennoch eine Fülle talentvoller, mit klassischerBildung ausgerüsteter, junger Leute der Fahne des Glaubensfolgt, und in der Weihe eines unbescholtenen Lebens demChristenthum und der Civilisation ein großes Opfer bringt.
Sind künftig die Einrichtungen des Staats in staats-rechtlicher Beziehung vervollkommnet, und hat sich durchdie öffentliche Verhandlung der wichtigsten Landes- undVolksangelegenheiten politische Bildung im Volke, vorzüg-lich in den untern Ständen, entwickelt, so darf man vonder Wirksamkeit so ausgezeichneter Männer die tröstlichsten