Erwachende.s Selbstbewußtsein dieses Zustandes.
Bei dem angeführten Zustande war der traurigsteUmstand, daß eine Verbesserung des Ackerbaues/ eine Ver-Mehrung des Wohlstandes, die Fortschritte- allgemeiner Bil-dung, das Gedeihen der Wissenschaften, Künste und Ge-werbe nicht ohne gänzliche Umgestaltung aller Verhältnissemöglich zu fein schienen. Wenn es daher Fürsten undRegierungen nicht entging, daß ihr Land im Vergleiche mitandern unentwickelt und dürftig war, so nahmen sie den-noch Anstand, wirksame Beförderungsmittel der Bildunganzuwenden, aus Beforgniß, daß durch die Erweckung edlerTriebe und Gefühle in der menschlichen Natur zugleichUnzufriedenheit und Neuerungssucht erzeugt werden möchten.Während die Verhältnisse des linken Rheinufers im Allge-meinen dem Freunde der Menschheit, wie dem des Vater-landes, gleich wenig Erfreuliches darboten, waren inzwischendie Bewohner einiger Nheinstädte, deren höheren Bildungs-anstalten ausgezeichnete Männer angehörten, mit der Zeitfortgeschritten. Viele davon erkannten den ganzen Druckjener Verhältnisse, und wünschten um jeden Preis ihr Va-terland davon zu befreien. Hieraus erklärt sich der lebhasteund thätige Antheil, den die Bewohner des linken Rhein-ufers an der ersten Fränkischen Staatsumwälzung genom-men haben. Man begreift zugleich, wie falsch es ist, aufden Grund dieser frühern Ereignisse diejenigen Rheinländer,welche Ursache haben, mit ihrer Staatsverwaltung zufriedenzu fein, einer Vorliebe für Frankreich zu beschuldigen, dasie nicht wie früher das Bedürfniß, und alfo auch keineNeigung fühlen können, sich einem Volke anzuschließen,