Einige Vortheile dieses Zustandes.
Dieser'Zustand bürgerlicher und geistiger Erschlaffunggewährte auch einige Vortheile, namentlich vor Allem einniedrigmenschliches Wohlbefinden. Berücksichtigt man auchdie geringe Menge der umlaufenden Mittel oder den höhernPreis des Geldes jener Zeit, so erscheinen die damaligenSteuern noch äußerst gering. Die Privateinkünste dergrößern Fürsten waren nicht selten so groß, daß, um einenTheil davon unter dem Volke in Umlauf zu setzen, neueGebäude aufgeführt und andere Anlagen unternommenwurden. Die Bevölkerung entwickelte sich gefetz- und regel-artig in den Schranken, womit das Leben bestrickt war,und schritt darum langsam fort. Die Beobachtung undAnerkennung dieser Schranken wiesen, wie bei einem voll-endeten Kastensysteme, jedem Neuen Bürger seine Stellungfast unabänderlich an, und sicherten mehr oder weniger,jenachdem das Loos seiner Geburt glücklicher oder ungün-stiger gefallen war, demselben für immer sein Unterkommen.Die Sitten waren einfach, die ganze Richtung der Geistes-thätigkeit unter geistlichen Staatshäuptern religiös undmechanisch. Damals gab es weniger Bedürfnisse, weil manweniger kannte, weniger Ansprüche, weil die erste TugendDemuth war, weniger Unrechtlichkeit, weil der Versuchun-gen, einer Folge der Bedürfnisse, weniger waren, und weilman der Erziehung der Kinder eine vollkommen religiös-sittliche Richtung gab. Große Verbrechen waren eben soselten wie große Tugenden, welche letztere außerordentlicheKräfte und Verhältnisse erheischen.