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Rheinpreußen und seine staatswirthschaftlichen Interessen in der heutigen europäischen Staaten-Krise : oder vergleichende Betrachtungen über den frühern und den gegenwärtigen Zustand der königlich preußischen Rheinlande, mit volkswirthschaftlichen Vorschlägen und statistischen Nachweisungen
Entstehung
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schaftliche Einrichtungen, z. B. Zölle, Maaße und Gewichte,Münzen u. s. w. besaß. *) Einige der kleinen Fürsten be-herrschten ihr Gebiet, gleich unbändigen Zwingherren, mitder wildesten Eigenmacht. Noch heute leben Erinnerungenroher Unmenschlichkeit und empörender Grausamkeit, diesie übten, in dem Gedachtnisse des Volks. Unmäßig ge-hegtes Wild zerstörte die Hoffnungen der Landleute, undwenn diese es erlegten, fielen sie der unerbittlichen Strengejener Kleinherrscher anheim. In dem heutigen Regierungs-bezirke Koblenz allein gab es ungefähr eben so viele Landes-herrlichkeiten, wie gegenwärtig in ganz Deutschland. Darfman sich wundern, daß unter solchen Umständen der Ver-kehr äußerst beschränkt, der Großhandel an den meistenOrten im Keime erstickt, der auswärtige Handel den mei-sten Gegenden ganzlich unbekannt blieb? Wer sollte Land-und Wasserstraßen und Brücken bauen? Zu welchemZwecke sollte man sie anlegen? Fehlte nicht, wenn auchso viele verschiedene Regierungen sich zu einem und dem-selben Unternehmen hatten vereinigen können, wenn sie beider allgemeinen Armuth ihrer Unterthanen dennoch dieMittel dazu aufzubringen gewußt hätten, wegen des durchandere Uebelstände verhinderten Verkehrs Bedürfniß undGebrauch der Handelsstraßen, ohne welche ihre Anlegungund Erhaltung unnütz war, und nie belohnte Kosten er-forderte? Aber wie groß alle diese Uebel waren, dieSchmach, welche auf der Menschenwürde ruhte, war größer.

*) Der Rhein war in solchem Maaße mit Zöllen beschwert, daßWaaren, welche die Landfracht nicht leicht vertragen, z. B. Hohlen,Schiefer u. a. zu Lande neben ihm auf seinen Ufern fortgeschafftwurden.