erscheinen, und erhielten und vermehrten die Zufriedenheitmit den erwähnten unvollkommenen Einrichtungen. Wirgehen daher hier auf die frühern Verhältnisse unsers Lan-des zurück, und erlauben uns einen
Rückblick auf den Zustand der heutigen PreußischenRheinlande vor der ersten Fränkischen Staatsum-wälzung.
Die erste Fränkische Staatsumwälzung fand das linkeRheinufer fast allenthalben in dem Zustande bürgerlicherund geistiger Erschlaffung. Ueber den Äckerbau war dasgroße Netz hundertfältiger bäuerlicher Lasten, wie es heutzu Tage auf der Landwirthschaft des größten Theils vonDeutschland ruht, ausgegossen. Nicht leicht gab es eingrundherrliches Verhältniß, wovon sich hier kein Mustergefunden hätte. Das Grundeigenthum gehörte zum großenTheile Personen, die heute aufgehört haben, in der Gesell-schaft zu sein, z. B. Klöstern und Genossenschaften (Kor-porationen). Wie die bäuerlichen Lasten des AckerbausFortgang und Gedeihen verhinderten, so stellten sich denFortschritten der Gewerbe fehlerhaft, ja verderblich ein-gerichtete Zünfte und Innungen entgegen. Der Verkehrendlich erlag den unbesieglichen Banden und Schwierig-keiten, welche die außerordentliche Menge kleiner Landes-hoheiten, ausgerüstet mit den Ueberbleibfeln des Feudal-systems und des Mittelalters, bis zum Uebermaaße ge-schaffen hatte.
Das Land war in eine unsägliche Menge kleinerHerrschaften zerstückt, wovon eine große Zahl eigene Lan-desverordnungen, besondere Vorrechte, eigene Volkswirth-