gelehrt, die Lateinische ward den Schülern sorgfältiger undziemlich ausführlich beigebracht; wie wenig man aber denWerth des klassischen Alterthums verstand, geht daraushervor, daß man Schriftsteller aus einem schlechten Zeit-alter und selbst solche erklärte, deren klassischer Ursprungauf keine Weise dargethan werden kann. *) Der Unter-richt in der Mathematik war vielleicht im Innern vonFrankreich entsprechend ertheilt: am Rheine war er dürftigund mangelhaft. Die oberste Klasse einer sogenannten Rhei-nischen Secondärschule hatte es bis zum PythagoreischenLehrsatze gebracht; die meisten Schüler aber lernten nichtsdavon, als die gewöhnliche Rechenkunst, für deren Lehrendie Gründe in einem endlichen richtigen oder zutreffendenErgebnisse gefunden werden. Die Französische Sprachewar der Hauptgegenstand des Unterrichts der niedern Klassen,die Muttersprache diente nur zum Verständnisse; nur aus-nahmsweise wurden Stilübungen in ihr vorgenommen. Dieersten Schriftsteller des Deutschen Volks in gebundener undungebundener Rede lernte die Jugend spät oder gar nichtkennen. Eine Anzahl der Lehrer bestand aus gebornenFranzosen', aus dem Innern Frankreichs an den Rheingesandt; diese so wie die Oberauffeher der Schulentour«) waren des Deutschen häufig nicht mächtig, undwurden den Schülern durch verderbte Aussprache lächerlich.
Dieser unvollkommene Zustand der gelehrten Bildungs-Anstalten wurde von der Mangelhastigkeit des Volksunter-richts weit überboten. Eine Menge von Gemeinden hatte
') So las man z. B. auf den Schulen zu Coblenz und Kölndas Büchlein äs viris illustribus komao urbis; in einer andernKlasse eine epitome lüstoriso sscrae.