256
Grafschaften. Gewaltthaten.
der Stadtrechnung vom Jahre 1338 sind für das Eintragender grossen und kleinen Statuten der Stadt in das Buch fünfMark notirt.
Die Grafschaften kamen zuerst im Jahre 1272 in Achenvor (oben S. 188), wo deren Vorsteher comestabuli hiessen.Eine Zahl der Grafschaften war nicht angegeben. In dervorliegenden Verordnung sind deren neun, eine Anzahl, welchebis zum Aufhören der reichsstädtischen Verhältnisse bleibt.Statt der Grafschaften Wyrisbungarde, Scharporze (Schaerp-thor) und Niiwe Porze bringt der »Raths-und Staatskalenderdes Königlichen Stuhls und der Kayserlichen freyen Reichs-stadt Aachen vom Jahre 1778« die Grafschaften S. Peter,Ross (Rose) und Berg. Räthselhait ist der Ausdruck Kastoy-veltz, Kastayveltz oder Kastuvels. Er wird wohl gleichbe-deutend sein mit Castaldus, Kastenvogt. Der Kastenvogtkommt besonders bei den geistlichen Besitzungen vor. Dercomestabulus oder der spätere Kastoyveltz wird auch derGrafschaft vorgestanden haben, wenn sie in Waffen war.(Du Cange II. 461.) (Die Urk. abgedruckt bei Quix Nr. 325,bei Nopp. Nr. 31 und bei Loersch, 5a, Nr. 6.) Die Graf-schaften hatten Eigenthum, z. B. Häuser, die sie selbständigverwalteten. Am Schlüsse einer deutsch. Urk. im Stadtarchivin Bezug darauf vom Ostertag 1411 heisst es: diejenige,welche kein Siegel haben, sollen yre Mirck, Marken anhängen.Bekanntlich wurden die Marken, von solchen, welche keinSiegel führten, auch von Notaren, gebraucht. Auch die Häu-ser hatten Namen oder Zeichen.
Michael von Juncheit, Bruder des Deutschordensspitalsder h. Maria von Jerusalem, hatte den Bruder des Johann vonder Linde und den Neffen des Franco von Rode erschlagen.Die genannten BürgSr erklärten nun am Egidiustage (1. Sept.)1340 für sich, ihre Verwandten und ihre Helfer den Ordenund dessen Brüder los und ledig in Bezug auf den Todtschlag.Sollte aber der genannte Michael von Juncheit aus Ungehor-sam aus dem Orden wieder in die Welt eintreten, so werdensie, was sie durch die Urkunde erklären (Quix 331), ihn fürihren Todtfeind halten. J )
') Vielleicht waren die Ritter van Juncheit, deren Geschlechtfrüh erlosch, im 14. Jahrhundert mit dem Münzregal belehnt, denn