Karl der Einfältige und König Konrad I.
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Jahrbüchern zum Jahre 912 in Lothringen zweimal bis Achenvor, beide Male ohne Erfolg, denn er musste Karl im Be-sitze des Landes lassen. Die von einigen Geschichtschreibernangenommene Krönung Konrads in Achen ist in den gleich-zeitigen Geschichtsquellcn nicht erwähnt; sie ist aber auchan und für sich unwahrscheinlich, da ein zweimaliger, zu-dem erfolgloser Kriegszug gegen Lothringen, dessen GrosseKarl von Frankreich herbeigerufen hatten, ihm wohl keineMüsse zu einer Salbung gestattete. Auch von einer ander-weitigen Salbung Konrads, etwa zu Forchheim, ist keineRede. Die eben erwähnten Jahrbücher sagen von Karl demEimältigen einfach: «Die Lothringer machten Karl den Kö-nig von Frankreich zu ihrem Könige.« Von Konrad I. fin-den sich keine Urkunden in den Sammlungen von Lacombletoder Quix.
Das dem Ende des zehnten Jahrhunderts angehörendeGeschichtswerk des Reimser Kanonikus MicJier bringt dieauffallende Nachricht, Karl der Einfältige sei nach Sachsengezogen und habe Heinrich zum Herzoge daselbst eingesetzt;eine noch auffallendere Nachricht bringt aus demselbenRicher ein deutscher Geschichtschreiber vom Ende des elftenJahrhunderts, Namens Ekkehard. Dieser erzählt, in Achenseien viele Fürsten erschienen, um dem französischen Königeihre Aufwartung zu machen, unter ihnen auch der Sachsen-herzog Heinrich, Letzterer aber sei, nachdem er vergebensvier Tage im Vorzimmer des Königs auf Zulass geharrt, imUnmuth wieder abgereist. Das ganze ist wohl Verwechse-lung oder Erfindung und widerspricht dem selbstbewusstenCharakter des Sachsen.
Nach dem sächsischen mit Kaiser Otto I. gleichzeitiglebenden Geschichtschreiber Widukind von Corvey kam Kö-nig Konrad 918 von einem Zuge gegen Armdf, den Herzogvon Baiern, verwundet nach Weilburg, wo er starb und be-graben wurde. Nach Andern wurde er in Fulda begraben.
Franken und Sachsen wählten im folgenden Frühjahrden Sachsenherzog Heinrich zum Könige, welchen der demTode nahe Konrad, in hochherziger Weise der alten Feind-schaft vergessend, dem Bruder Eberhard als denjenigen em-pfohlen hatte, der durch seine Macht und Tüchtigkeit für