Zehntes Kapitel, Die neunte Stammreihe nach der Teilung der Linien. Z55
Harbke aus nicht nur nach allen Teilen Deutschlands, sondern auch nachDänemark, Polen uud Rußland zu gleichen Anlagen versendete, wodurchübrigens auch nicht unbedeutende Einnahmen erzielt wurden. Nachdem dieErfahrung den glücklichen Erfolg uud insbesondere die Tatsache, daß vielfremde Kiefern-, Fichten- und Tannenarten sowie fremde Eichenartenauch iu Deutschland zu Waldbäumeu in den Forsten sich eignen, bewährthatte, erstreckten sich die glücklichen Erfolge seiner Wirksamkeit in dieallerweitesten Kreise. Die Großartigkeit und Wichtigkeit seiner Anlagenläßt sich schon daraus ermessen, daß von vr. du Roi 1770 ein eigenesbotanisches Werk uuter dem Titel: „Die Harbkesche wilde Baumzucht" erschien,welches 1793, mit Nachträgen vermehrt, in 3 Bänden herausgegeben wurde.
Der jetzige unmittelbar an den Schloszgarten grenzende Lustgartenbildete bis dahin vom Springe bis zum Mühlenteich einen Sumpf. Dieserwurde, indem der Mühlenteich mit einer Mauer umgeben und vertieft, be-sonders aber der sogenannte Spring abgefangen und teils in einem ge-wölbten Kanal nach dem Mühlenteich abgeleitet, teils in Röhren nach demSchloßhof geleitet wnrde, ausgetrocknet, aufgehöht und so der dadurch ge-wonnene Raum zu einem Blumen- und Lustgarten benutzt, welcher nachdem damaligen holländischen Geschmack von dem Kunstgärtner Viel 1740angelegt wurde.
1726 suchte er mit Josias bei der Halberstädter Regierung einAttest wegen Arnold Heinrichs Absterben nach. Durch dessen Tod fielenden beiden Gebrüdern die Güter Aderstedt und Dingelbe zn. Ersteres bliebnach einer frühereu Vereinbarung noch 12 Jahre im Besitz der Tochter desArnold Heinrich resp, des Obersten v. Schlotheim.
Es war, als sie es erhielten, in einem ganz verfallenen Zustande; siesahen sich daher genötigt, sämtliche Gebäude, mit Ausnahme des Schlosses,nen auszuführen, welches, da die Gebäude ans Quadern erbant sind, mitsehr bedeutendem Koftenanfwande bewerkstelligt wurde.
1738 hatte seine Mutter kurz vor ihrem Tode zum Predigerwitwen-hans ein von ihm erkauftes Kotsassenhaus mit Wirtschaftsgebäuden undGarten legiert. Er legte 13 Morgen Acker dazu.
In Gemeinschaft mit seinem älteren Bruder Josias verkaufte er1739 die Güter Kropstädt und Jahme, die kleinen Besitzungen zu Wernige-rode, Miusleben und Langeln an den Kanzler Lamberg zu Wernigerode für11400 Thlr. und 4 Hnfen Landes zu Derenburg an den AmtskammerratRndolph 1741 für 3600 Thlr., 2^/z Hufen Landes bei Halberstadt an Meyer1742 für 2000 Thlr., zuletzt die kleinen Güter zu Oedeshanfen, Klein-Rühden ze. 1743 für 3800 Thlr. (die Kaufgelder sollten zum Ankauf vonFamiliengütern verwendet werden), welchen Verkäufen bereits 1718 der Ver-kauf von Groß-Oschersleben (mit l0^ Hufen Acker an Dietrich für 7000 Thlr.)