Druckschrift 
2 (1912) Die Stammreihe des Geschlechts von der Teilung der Linien an
Entstehung
Seite
86
Einzelbild herunterladen
 

8K

Die Genealogie des Geschlechts von der Teilung der Linien an.

als Erst-Kämmerer aufgeführt, 14. 3. 1569 wird Achaz (Nr. 79) mitZubehuf des Matthias (Nr. 73) von neuem vom Herzog Julius mit demErbamt belehnt. Seit dieser Zeit hat das ganze Geschlecht von derschwarzen uud weißen Linie dieses Amt als ein Erb- uud Gesamtleheuin unverrückter Folge besessen (Köler, von den Erb- Landhosf-Aemteru desHerzogthnms Braunschweig-Lüueburg S. 17). Nolteu meint, zunächst habees nur die schwarze Linie inne gehabt uud erst 1709 sei es durch Ver-mittelung des Kanzlers v. Lüdecke an die weiße Linie mit übertragen wor-den. Nach Lüuigs Ibsati'um osrswon. I, 293 hat der Älteste vomGeschlecht als Lehensträger das Erbküchenmeisteramt exerziert und bei Feier-lichkeiten mit bedecktem Haupte die Esseu in ihrer Ordnung auf die fürstlicheTafel gesetzt, welches auch 1710 bei Heimführung der damaligen fürstlichenErbprinzessin geschehen, wobei 40 Edelleute vom Lande die Essen auch mitbedecktem Haupte dem Erbküchenmeister bis vor die Tafel zugetragen.

Welche Dienste den« Erbkücheumeister oblagen, geht aus folgenden,den eigenhändigen Aufzeichnungen des Jofias (16961747) entnommenenNachrichten hervor:

Bei dem Leichenbegängnis des Herzogs August Wilhelm zu Wolfen-lmttel (-s- 23. 3. 1731) versah Josias II, Otto Ludwigs Sohn, nebendem Obermarschall, dem Erbmarschall uud nach ihnen dem Erbkämmerer,dem Hofmarschall und dem Oberschenken sein Erbküchenmeisteramt der Art, daßer mit den 5 anderen als Marschälle vor der Prozession sich in die Schloß-kapelle begab. In langen Mänteln stellten sie sich mit schwarz überzogenenStäben mit daran herabhängendem schwarzem Flor bei der Leiche auf, die3 ersten zum Haupte, die 3 letzteren zu Füßen, das Gesicht nach der Leichegewendet. Der Erbküchenmeister führte auch mit den 5 anderen die Herr-schaft aus dein Gemach in die Karossen uud aus den Karossen in die Kirche,ferner in das vastrum äoloris zum Opfer au den daselbst befindlichenAltar und von da in ihre dabei ausgerüsteten Stände, worauf er mit den2 ersteren wieder zum Haupte der fürstlichen Leiche uud die 3 audereu zuFüßen derselben Stellung nahmen. Ebenso führten sie auch die Herrschaftwieder zum Hofe zurück. Auch versah Josias des Abends bei der Tafel seinKücheumeisteramt. Bei der Tafel servierte er der damaligen Herzogin,so daß er ihr das Wasser aufgoß, der Schatzrat v. Veltheim trug dieServiette,ein Herr v. Bülow aus Brunsroda hielt dabei das Becken. Als der an-dere Gang kam, nahm er den ersten Gang ab und setzte den zweiten ans.Dieser wurde ihm vom Adel aus dem Lande zugetragen. In derselbenWeise erfolgte das Aufsetzen des Konfektes. Den 4 Erbbeamten wurde imMohrensaal jedem eine eigene Tafel gehalten, dem Erbmarschall v. Olders-hausen die erste, dem Erbküchenmeister die zweite. Josias erhielt für jedenseiner 4 Bedienten auf 4 Tage Kostgeld, täglich 8 Groschen, und für 4 Kut-