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Johann Wilhelm : ein dramatisches Charakter- und Zeitbild ; in fünf Aufzügen
Entstehung
Seite
46
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Deycks. Und Eure Meisterhand, sie bürgt dafür,

Daß dieses Werk des Gegenstandes WürdeEntspreche und der Stadt znm Schmuck gereiche.

Vrewer. Doch seht, da kommt der lust'ge Rath! Willkomm!

(Geht ihm entgegen.)

Zweiter Anfritt.

(Vorige und Klaus, der eintritt.)

Brewer. Nun liebster Klans, was meint der Fürst dazu?

Kl aus (sich niederlassend.) Das was er meint, wie Wüßt ich das zu sagen?Doch was er sprach, kann ich euch wobl verkünden.

Brewer. Traut ihr so wenig seinem Fürstenwort,

Daß es nicht ernst?

Klaus. Ich trau ihm Alles zu,

Was nur dem besten Menschen möglich ist,

Doch gibts gewisse Menschlichkeiten, Herr,

Die trau ich obendrein ihm zu, obgleichEr tausendmal beschwört, es sei nicht so,

Und ob er gleich gesagt: er wünsch' es nicht,

So weiß ich doch, daß es ihm Freude macht.

Deycks. So wies er doch das Werk nicht ganz zurück?Die ganze Stadt hat si'ch darauf gefreut.

Klaus. Als ich ihm sagt, was ihr im Schilde führt,

Gewahrt ich bald, daß es ihm Freude macht,

„Doch" sagt er: sträub' ein solches MonumentDes Lebenden sein christliches Gefühl.

Ein Meisterwerk in der Vollendung Pracht,

Es passe nicht zu einem Leben, dasUnabgeschlossen noch des Zufall's Spiel.

Er sprach von andern Bürgern dieser Stadt,

Die um die Menschheit sich verdient gemacht.Des Denkmals Ehre weise er zurück,

Bis solchen Männern alte Schuld bezahlt.

Deycks. Nannt er die Namen?

Klaus. Conrad Heresbach,

Der für den Ackerbau so viel gethan;

Dann Gerhard Krämer anch genannt Mercator,Den Geographen, dann Voet und Wetz,

Vor Allen aber hob er Johann WeyerAls Förderer des Menfcheuthums hervor,

Dem in Bekämpfung bösen Hexenwahns