Hopza. Sachte! Sachte! welche Pein! haltet, haltet mich!
(Während der Kurfürst sich abwendend ihn hält, nimmt Hopza die Uhr und andre Gegen-stände dem Fürsten ans der Tasche.) Haltet noch! So! das gibt Luft.Nun kann ich wieder Athem holen. Laßt mich nicht fallen!
Joh. Wilh. Nun Gott sei Dank, ihr könnt schon stehen.Getrost!
Hopza. Danke, schöner Herr, Danke! Hab's von derFranzosenjagd her. Da ist mir der Schrecken in die Knochengeschlagen.
Joh. Wilh. Was ist denn eigentlich Eu'r Leiden, Freund?
Hopza. Es ist eigentlich ein Knocheuleiden, das heißt:es hat seinen Sitz in den Fußsohlen, nimmt allen Athem, undwenn einem nicht auf die Beine geholfen wird, so bleibt manliegen. Man nennt es Athemsnoth. Seid Ihr nie athemsnöthiggewesen, schöner Herr?
Joh. Wilh. Nein, gottlob nicht, armer Mann!
Hopza. Dann könnt Ihr Gott wohl danken. GroßenDank, schöner Herr. Ich kann nun. wieder fort kommen.
Joh. Wilh. Kann ich dir helfen, soll ich Geld dir geben,zu deiner Heilung?
Hopza. O Nein, guter Herr. Es ist meine Art nicht,mir etwas schenken zu lassen. Das ist gegen mein Gemüth.Ich habe mein Auskommen. Die Bewegung wird mir wohlthun.Ich muß in gelinde Ausdünstung kommen. Gott lohn Euch!
(Hopza ab.)
Achter Auftritt.
(Johann Wilhelm allein, hebt seine Flinte auf und tritt vor.)
Joh. Wilh. Es webet Gott auch in des Fürsten LebenDen Augenblick, wann er machtlos sich suhlt,
Hülflos und schwach wie jeder schlichte Mann.
Wer war da Fürst, als mir Zerfleischung droht',
War es der Bauer, der mit starker HandDen Eber niederschlug? War es der Jäger,
Der hüflos vor ihm da am Boden lag?
Dir Gott sei Dank, daß ich den Wink verstanden,
Der mich geweckt, mich selbst mir wieder gab.
Geselligkeit, du traute Himmelstochter,
Freuudin des Volks, du Freudenspenderin,
Von aller Welt bist du mit Recht gepriesen,
Doch nur dem Fürsten drohest du Gefahr.