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Peter Delfin : General des Camaldulenserordens (1444 - 1525) ; ein Beitrag zur Geschichte der Kirchenreform, Alexanders VI. und Savonarolas
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ZUM LEBEN UND STERBEN ALEXANDERS VI.

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ein unverdient guter Leumund vor dem Argwohn eines Vertragesmit dem Dämon bewahrt. „Er war", wie ihm ein gleichzeitigerrömischer Schriftsteller nachrühmt 14 , „der einzige, welcher obseines hervorragenden Geistes die gefährlichsten Zeiten nicht nurunversehrt bestand, sondern auch ruhmvoll überwand." Ist esnun an sich schon nicht eben sehr wahrscheinlich, daß ein Mannin den schönsten Jahren wie Hadrian, und dazu noch steinreich,als Vertrauter Alexanders, ohne Schaden zu nehmen, jahrelangGenosse seiner zügellosen Ausschweifungen gewesen sein sollte,so fehlt es nicht an Zeugnissen dafür, daß vom allgemeinen Ver-derben auch er nicht ganz frei blieb. Der Humanist PhilippB e r o a 1 d der Jüngere, eine Zeitlang sein Sekretär, also einMann, der mit seinem Leben und Treiben aufs beste vertrautwar, erhob wider ihn noch bei seinen Lebzeiten die schwerstenBeschuldigungen 14 ": eine schändliche Jugend, Verführung armerMädchen, Verstoßung der rechtmäßigen Gattin, Betrug, Kauf desKardinalats, Undankbarkeit, Habsucht, beständige Falschheitund endlich sogar Vergiftung Alexanders VI. 14b . Allerdings ist esein Schmähgedicht, welches diese Anklagen vorbringt; aber ineinem Stücke erweisen sich die Vorwürfe Beroalds doch alsberechtigt — der Verstoßung seiner rechtmäßigen Gattin machtesich Hadrian allerdings schuldig. Er hatte 1488, lange vor seinerErhebung zum Kardinalat, ein Mädchen namens B r i g i d a ausder vornehmen Familie Inghirami von Volterra ge-heiratet und mehrere Monate mit ihr zusammengelebt. Dann aberstellte er an den Papst das Ersuchen, die angeblich niemals voll-zogene Ehe dem Bande nach aufzulösen, da er schwer leidendsei und die heiligen Weihen zu empfangen begehre. Inno-zenz VIII. gewährte ihm seine Bitte mittels Breves 14c vom4. April 1489, worin er ihn als seinen beständigen Tischgenossenbezeichnete und die treuen Dienste rühmte, welche er demHl. Stuhle bisher geleistet habe 14d . Wie es sich nun auch mit demschweren Leiden eines Mannes verhalten mag, welcher immerhinnoch zweiunddreißig Jahre lebte und sich mancherlei Ämternund Reisen unterzog 14e , so wird doch sein Wunsch nach demEmpfange der heiligen Weihen durch die Angabe eines zeit-genössischen Kurialen, des Chronisten CorneliusdeFin e 14 ',sehr begreiflich, er habe seine Gattin infolge eines nächtlichenGesichtes verstoßen, welches ihm die päpstliche Würde verhieß.