DIE FEUERPROBE
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schon war der Sturm auch wieder vorbei. Während nun dieDominikaner die Messe feierten 78 und mit lauter Stimme Psalmensangen, die Minoriten aber leise, zu zweien vor dem Kreuzekniend, beteten, begann der verschlagene Ferrarese, der Signoriemitzuteilen, er gedenke seinen Mann nur mit dem Leibe desHerrn ins Feuer ziehen zu lassen. Da nun einerseits der Minoriteinem solchen Frevel widersprach, anderseits aber auch derFrate von dem Vorschlag der Signorie nichts wissen wollte, beidesollten im bloßen Untergewande den Holzstoß besteigen 79 , solöste sich die Menge auf und begab sich voll Wut über die Wort-brüchigkeit des Frate nach Hause. Und hätte er nicht die priester-lichen Gewänder auf dem Leibe und die hl. Eucharistie in Hän-den getragen, so wäre er auf dem Heimwege vom Volke in Stückezerrissen worden 80 , mit Beschimpfungen wurde er ohnehin über-häuft. Viele seiner Anhänger fielen nun von ihm ab, die Signorieaber entbot am folgenden Tag bewaffnetes Volk 81 zum Palaste,mit dem Auftrage, den Ferraresen herbeizuschleppen, sollte darobgleich S. Marco in Flammen aufgehen 82 . Als sich nun die Mengedem Kloster näherte, welches mit Streitern und Kriegsvorrätensehr gut versehen war, mußte sie sich vor den Geschossen derBelagerten zurückziehen 83 . Franz Valori, das Haupt derFrateschen, starb, nachdem er S. Marco durch eine Hinterpforteverlassen hatte, an seinen Wunden, und seine Frau und Haus-magd waren kurz zuvor ebenfalls ermordet worden. Die Signorieließ nunmehr allen Bürgern bei Todesstrafe gebieten, S. Marcozu verlassen; viele zogen sich nun auch wirklich zurück, die Vor-nehmsten hatten sich versteckt. Endlich ward der Befehl zumAngriffe auf das Kloster und zur Ergreifung des Frate gegeben,welche zur achten Nachtstunde nicht ohne Schwierigkeit erfolgte,da die Mönche, über hundert an Zahl und wohl bewaffnet, mann-haften Widerstand leisteten. Bei dem Sturme gab es sechs Tote,darunter vier Laien und zwei Mönche, und etwa vierzig Schwer-verwundete 8 *. Der Frate wurde mit zwei Genossen, Dominikusund Silvester, unter starker Bedeckung im Signorenpalaste ein-geliefert und gestern (= 10. April) gleich ihnen der Folter unter-worfen 85 . Gott sei über alles gepriesen, der uns den Bösewicht indie Hände gab."
Delfins soeben mitgeteilte Schilderung der Feuerprobe und dersich an sie anschließenden Ereignisse bietet nichts Besonderes;